1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Wallerfangen

Ortszentrum von Wallerfangen wird saniert. Fördergelder sind möglich.

Kostenpflichtiger Inhalt: Historischer Ortskern : Wallerfangen will Zuschuss für Sanierung alter Häuser zahlen

Im Rahmen der Ortsgestaltung will die Gemeinde Hausbesitzer mit bis zu 5000 Euro fördern.

Für clevere Hauseigentümer ist Geld in Aussicht. Falls ihre Immobilien im Sanierungsbereich für das Ortszentrum Wallerfangen stehen. Dort sind für die kommenden Jahre im Zuge des städtebaulichen Förderprogramms umfangreiche Maßnahmen zur innerörtlichen Aufwertung geplant (die SZ berichtete). Der Ortsrat befasste sich nun mit den grundlegenden Richtlinien.

Rund 44 Hektar umfasst das Sanierungsgebiet: Es reicht grob vom Fuße des Limbergs im Norden bis zum südwestlichen Ortsausgang Richtung Saarlouis. Im Osten setzt überwiegend die Bebauung den Rahmen, im Westen zerfasert die Abgrenzung in Richtung Friedhof sowie Blaulochstraße. Von Kirche und Rathaus reicht ein Streifen über die Hospitalstraße bis zum Schwarzen Weg. Von dort verläuft die Grenze über Adlerstraße und Felsberger Straße in Richtung Fabvierstraße.

In diesem Gebiet liegt ein Großteil des historischen Wallerfangens, aus der Zeit nach 1700 bis zur Phase der Steingutfabrik und städtebaulichen Entwicklung mit dem Ensemble Adolphshöhe sowie Schlössern und Parkanlagen. Entsprechend findet sich dort alte Bausubstanz, die angemessen zu gestalten wäre.

Beispielsweise mit hölzernen Klappläden statt moderner Rollläden, stellte Diplom-Ingenieur Hanno Dutt vom Stadtplanungsbüro Dutt & Kist vor. Weitere Aspekte finden sich im Gestaltungshandbuch: Darunter Außenanlagen, die sich am früheren Ortsbild orientieren sollten, Fassaden und Dachformen.

Für das Straßenbild sind drei Kategorien vorgesehen, erläuterte Dutt. In der Hauptstraße orientiere sich die Gestaltung an gewerblicher Nutzung, unter anderem mit Außenterrassen und Parkstreifen. In weniger befahrenen Straßen, wie Villeroystraße, Mühlengässchen und Dreimarienstraße, könne es eine durchgehende Fahrbahn sein. Dabei gingen Gehwege und Straßen ineinander über. In der Mitte wäre eine Rinne denkbar. In Maschinen-, Hospital- und Sonnenstraße bliebe im Großen und Ganzen die Gestaltung wie bisher.

Auf rund 75 Seiten stellt das Handbuch dar, wofür Fördermittel möglich wären und unter welchen Bedingungen. Förderwürdig sind beispielsweise Dachausbauten, die das ortsbildprägende Sparren- oder Pfettendach erhalten. Bei Ziegeln sind Fördergelder möglich, wenn ortsübliche genutzt werden, wie Biberschwanz, Herz- oder Doppelmuldenfalzziegeln.

Anhand historischer Gebäude im Ortskern zeigte Dutt die klare Gliederung alter Gebäude. Dabei liegen Fenster in Ober- und Erdgeschoss in einer senkrechten sowie waagerechten Linie. Moderne Fassaden lassen diese Gliederung vermissen. In nicht wenigen Fällen zerlegt zusätzlich ein Garagentor den optischen Eindruck.

Neben dem Gestaltungshandbuch ist eine Modernisierungsrichtlinie entwickelt worden. „Als ein Leitfaden, an dem sich die Privaten orientieren können“, sagte Diplom-Ingenieurin Sarah End vom Planungsbüro Kernplan. Die Richtlinie basiert auf dem Handbuch; sie zeigt die Voraussetzungen für Fördermittel auf. Demnach muss das Gebäude in der Regel mindestens 25 Jahre alt sein, die Sanierung darf noch nicht begonnen haben, auch denkmalpflegerische Belange sind zu beachten. Maximal stehen 5000 Euro pro Gebäude in Aussicht. Bei Gebäuden von geschichtlicher oder städtebaulicher Bedeutung kann der Zuschuss erhöht werden.

Eine Besonderheit im Wallerfanger Sanierungskonzept für das historische Zentrum ist ein Architektengutschein in Höhe von 500 Euro, stellte End dar. Die damit verbundene Beratung soll Eigentümern helfen, die Fördermöglichkeiten passend zu nutzen. Erst nach einer schriftlichen Vereinbarung zwischen Gemeinde und Eigentümer kann die geförderte Sanierung beginnen.

Geplant ist laut Gemeindeverwaltung, dass das Handbuch bis spätestens Ende Februar gedruckt vorliegt. Handbuch und Modernisierungsrichtlinie werden kostenfrei bei der Verwaltung erhältlich sein. Ebenso als Download auf der Internetseite der Gemeinde.

Das Ortszentrum von Wallerfangen umfasst etliche historische Gebäude. Foto: Johannes A. Bodwing

Handbuch und Richtlinien hat der Ortsrat einstimmig in den Gemeinderat verwiesen. Der trifft am Dienstag, 28. Januar, 17.15 Uhr, in öffentlicher Sitzung die endgültige Entscheidung.