Dem Tholeyer Abtswein auf der Spur

Dem Tholeyer Abtswein auf der Spur

Die Halbtagstour des Thalexweiler Heimatgeschichtsvereins ging diesmal nach Brauneberg (früher Dusemond) an die Mosel. Dort wurden die früheren Weinberge der Abtei Tholey erkundet, die sich in den Steilhängen nahe Bernkastel befanden. Seit 1222 besaß die älteste Abtei Deutschlands dort in den Distrikten Hoscheter, Tornei, Falkenberg und Grub große Wingerte. 1697 kaufte die Abtei den Weingarten Kammer mit 3829 Stöcken hinzu, wie Maria Besse erläuterte.

Die Aschbacher Bauern mussten Weinfuhren an die Mosel durchführen. Bei ihrer Ankunft in Brauneberg wurden die Fuhrleute im Tholeyer Hof verpflegt. 1805 versteigerten die Franzosen den Hof mit Gärten, Äckern und Wiesen für 5500 Francs. Heute befindet sich im Tholeyer Hof das Hotel Zur Grafschaft. Die Wingerte von Brauneberg sollen - laut Prüfung der Franzosen nach der Französischen Revolution - den besten Moselwein geliefert haben.

Ein eingemeißeltes T für Tholey

Die Tholeyer Weingärten waren mit Marksteinen ausgesteint, in die ein T für Tholey, ein Abtsstab und die Zahl 3 eingemeißelt waren, denn die Pächter mussten den Mönchen ein Drittel der Ernte abliefern. In Brauneberg findet man noch zahlreiche alte Grenzsteine von den Freiherren von Bürresheim und Manderscheid. Leider wurde noch kein Tholeyer Abtsstein entdeckt, wie Thomas Besse berichtete.

Heute wird der Wein aus diesen Tholeyer Lagen hauptsächlich unter dem Namen Brauneberger Juffer oder Juffer-Sonnenuhr vermarktet. Während der Wanderung über den Moselsteig wurden verschiedene Weine aus dem Weingut Karp-Schreiber verkostet.

Die nächste Herbstwanderung des Heimatgeschichtsvereins findet am Sonntag, 16. November, um den Haifischpfad bei Rümmelbach statt. Treffpunkt ist 14 Uhr beim Reiterhof. Die Führung übernimmt Eric Glansdorp.

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