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Kunstausstellungen
Armin Mueller-Stahl auch mal zarter

 Armin Mueller-Stahl, „Selbst als Jean Buddenbrook“, hier das Original, das der Grafik-Serie als Vorlage diente. In Saarlouis sind beide zu sehen.
Armin Mueller-Stahl, „Selbst als Jean Buddenbrook“, hier das Original, das der Grafik-Serie als Vorlage diente. In Saarlouis sind beide zu sehen. FOTO: MIchasel Palz / Michael Palz
Saarlouis. Das Publikum liebt Armin Mueller-Stahl als Schauspieler wie als Maler. Bilder von ihm zeigt ab Sonntag die Galerie Palz in Saarlouis.

Seit vielen Jahren ist Armin Mueller-Stahl in der internationalen Filmbranche ein anerkannter Schauspieler. Große Erfolge feierte er auch in Hollywood, wo er zweimal für den Oscar nominiert wurde. Hier zu Lande wurde er vor allem durch Literaturverfilmungen wie zum Beispiel, die Buddenbrooks, die Manns und als Theaterschauspieler bekannt.


Der 1930 in Tilsit geborene Schauspieler gilt aber auch als einer der bedeutenden Mehrfachbegabungen unseres Landes. So glänzte er in den vergangenen Jahren auch als studierter Konzertgeiger und Literat. Und in letzter Zeit wendet er sich immer mehr der Malerei zu.

Als eine Art Therapie bezeichnet Mueller-Stahl die Kunst. „Alles, was mich berührt, allen voran politische Ereignisse, wollen bei mir Wort oder Bild werden, zuletzt immer mehr Bild. Dann bedrückt es mich nicht mehr so. Das Malen, Schreiben, Musizieren und die Schauspielerei gehören für mich einfach zusammen.“



Eine Ausstellung in der Galerie Palz in Saarlouis vermittelt einen Einblick in sein malerisches Werk. Unter den rund 45 Werken sind seine neuesten Druckgrafiken ebenso zu finden wie zahlreiche Unikate auf Papier, drei davon sind Vorlagen für spätere Grafiken.

Dabei kreist der Schauspieler in seiner graphischen und malerischen Beschäftigung oft um Motive seiner Filme, seiner Dichter-, Schauspieler- und Musikerkollegen. Immer wieder malt er sich auch selbst, meist in bestimmten Filmrollen – in den „Buddenbrooks“ zum Beispiel. Ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sind eine Reihe Original-Drehbuchseiten aus der Verfilmung „Die Buddenbrooks“, die Mueller-Stahl von Hand übermalt hat. Die lohnen ein genaueres Studieren.

Viele der expressiven Bilder Mueller-Stahls werden verfremdet, oft hinter dunklen Farbschleiern versteckt, pastos. Die Werke spiegeln in erster Linie den Charakter der porträtierten Person wider, wie der Maler sie sieht. Manchmal erschließt sich die Intention auf den ersten Blick, manchmal braucht es länger, um die Bilder zu erfassen. „Nur schön malen will ich nicht“, sagt er selber über seine Malerei.

Was immer das heißt. Denn das Publikum liebt seine Bilder und kauft sie auch für daheim. Als Palz Mueller-Stahl 2016 erstmals vorstellte, dominierten Portraits in deftiger Farbe den Raum.

In der neuen Ausstellung „Menschenbilder“ kommt Mueller-Stahl auch mal zarter, nachdenklicher daher. Das trifft besonders auf die kleineren Formate zu.

Immer wieder bei Mueller-Stahl: Die Theaterbühne, markante Szenen und Figuren, Shakespeares Bühnenstücke zum Beispiel. Sie begleiten die Theaterkarriere von Armin Mueller-Stahl und inspirieren ihn auch als Maler. Gezeigt wird in dieser Schau unter anderem, die aktuelle Grafik-Serie, „Shakespeares Mädchen und Frauen“. Mueller-Stahl setzt sich in diesem Zyklus mit den weiblichen Theaterfiguren William Shakespeares auseinander, angeregt von Heinrich Heine, einem großen Bewunderer des englischen Dramatikers.

Vernissage: Sonntag, 17. März, 11 bis 13 Uhr. Es spricht Hermann Berton, Kunstkritiker & Publizist, Aachen. Die Galerie ist an diesem Sonntagnachmittag zusätzlich von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Ausstellungsdauer bis 18. April

 Armin Mueller-Stahl ist Schauspieler, Musiker und Maler.
Armin Mueller-Stahl ist Schauspieler, Musiker und Maler. FOTO: dpa / Ingo Wagner
(we)