Werkskapelle der Dillinger Hütte spielt Benefizkonzert

Dillinger Hütter : Botschafter für das Kulturgut Musik

Bei einem Benefizkonzert wurde der Werkskapelle der Dillinger Hütte jetzt die Pro Musica-Plakette verliehen.

Die Würdigung ist etwa handtellergroß und vom Bundespräsidenten verliehen. Mit der Pro Musica-Plakette wurde die Werkskapelle der Dillinger Hütte am Sonntag für 170 Jahre dauernde besondere Verdienste um Pflege und Förderung des kulturellen Lebens ausgezeichnet.

Den Rahmen bildete das Benefizkonzert in der Dillinger Stadthalle. Dabei bestieg das Orchester gleich zu Beginn mit einem eindrucksvollen Arrangement von Rossano Galante den höchsten Berg der Welt. Bei dessen Komposition „Mount Everest“ öffneten die 48 Musikerinnen und Musiker mit reicher Instrumentierung einen majestätischen Blick auf die Bergwelt des Himalaya.

Eine Zeitreise führte über Millionen von Jahren zum geologischen Kontinent Gondwana. Der erstreckte sich über die Südhalbkugel der Erde. Als abwechslungsreicher Erzähler erwies sich Dillingens Bürgermeister Franz-Josef Berg bei dem bekannten Märchen „The Wind in the Willows“ (Der Wind in den Weiden). Mal trug allein seine Stimme den Spannungsbogen der Geschichte von Maulwurf, Wasserratte, Dachs und Kröte. Mal waren es Text und Musik gemeinsam, dazu kamen auf eine Leinwand projizierte gemalte Szenen der Geschichte.

Viele Freunde von Blasmusik und Orchester füllten die Sitzplätze bei dem rund zweistündigen Benefizkonzert. Diese musikalische Reihe hatte Stefan Weber 1998 ins Leben gerufen. Er dirigierte das Orchester bereits von 1997 bis 2002, nun wieder seit etwa einem dreiviertel Jahr. Diesmal ist der Erlös für den Kinder-Hospizdienst Saar bestimmt. Das ist eine Kooperation des Hospiz St. Josef Neunkirchen mit dem Hospiz St. Michael Völklingen und dem St. Jakobus Hospiz Saarbrücken. Sie betreuen Familien, in denen Jugendliche und Kinder an unheilbaren Krankheiten leiden.

Bei der Verleihung (von links): Staatssekretärin Christine Streichert-Clivot, Dirigent Stefan Weber mit der Pro Musica-Plakette, Orchester-Sprecherin Anna Barth mit zugehöriger Urkunde. Foto: Johannes A. Bodwing

Betreut werden jährlich etwa 200 Familien im Saarland, in Rheinland-Pfalz und dem angrenzenden Frankreich. Die besondere Auszeichnung mit der Pro Musica-Plakette verdiente sich die 1848 gegründete Kapelle mit ihren Beiträgen zum musikalischen und kulturellen Leben in Dillingen. Diese Plakette wird frühestens beim 100. Jubiläum verliehen. Gestiftet hatte sie 1968 Bundespräsident Heinrich Lübke. In diesem Jahr schlug das saarländische Kultusministerium die Dillinger Werkskapelle zur Auszeichnung vor, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stimmte dem zu. Kultus-Staatssekretärin Christine Streichert-Clivot überreichte die Plakette. Die Kriterien seien bei diesem Orchester „mehr als erfüllt“, sagte sie. Nach den erzählenden sinfonischen Stücken im ersten Teil folgten schwungvoller Pop und Schlager. Bekannte Lieder bereicherte Sänger Martin Herrmann mit ausdrucksvoller Stimme. Ob Soul, Rock oder sanfte Schmusetexte, all das war eingebettet in die Klangvielfalt des Orchesters. Die zu erwartenden Zugabe-Rufe belohnte die Werkskapelle mit einem Medley aus der Zeit der Neuen Deutschen Welle und mit Marschmusik.

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