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Wie eine Festung aus vergangenen Tagen

Der Wasserbehälter auf der Göttelborner Höhe wirkt auf den ersten Blick wie eine Trutzburg. Foto: aki
Der Wasserbehälter auf der Göttelborner Höhe wirkt auf den ersten Blick wie eine Trutzburg. Foto: aki
Göttelborn/Merchweiler.Wuchtig ragt das markante Bauwerk 15 Meter hoch in den Himmel. Auf den ersten Blick wirkt der verputzte Stahlbetonskelettbau eher wie eine alte Festungsanlage als ein Wasserhochbehälter. Ganz abwegig ist die erste Vermutung nicht, weil die Anhöhe zwischen den beiden Ortschaften Holz und Göttelborn an ihrem höchsten Punkt exakt 439 Meter über dem Meeresspiegel misst Von SZ-Mitarbeiter Fred Kiefer

Göttelborn/Merchweiler.Wuchtig ragt das markante Bauwerk 15 Meter hoch in den Himmel. Auf den ersten Blick wirkt der verputzte Stahlbetonskelettbau eher wie eine alte Festungsanlage als ein Wasserhochbehälter. Ganz abwegig ist die erste Vermutung nicht, weil die Anhöhe zwischen den beiden Ortschaften Holz und Göttelborn an ihrem höchsten Punkt exakt 439 Meter über dem Meeresspiegel misst.Der Blick reicht von hier aus weit ins nördliche Saarland hinein. Kleine rechteckige Fensterchen im unteren Teil und ovale im oberen Bereich sowie am angebauten Rundtürmchen verstärken noch den wehrhaften Eindruck. Will der interessierte Passant das Gebäude näher in Augenschein nehmen, muss er ziemlich dicht herangehen. Vom ständig wehenden Wind zerzauste Bäume und ein massiver Zaun verdecken nämlich den unteren Teil der beiden runden Bauteile. Steht der Besucher dicht am Zaun und schaut nach oben, wirkt der Bau noch massiger und sogar ein wenig bedrohlich.


Er diente und dient auch heute noch einem rein friedlichen Zweck - der Speicherung von 1250 Kubikmeter Wasser in zwei Behältern. Und dies ist die zweite Besonderheit neben den architektonischen Merkmalen. Als eines der wenigen technischen Denkmale im Land wird der Göttelborner Wasserhochbehälter noch genau so genutzt wie in der Zeit seiner Erbauung in den Jahren 1907/08 und 1912/13.

Früher versorgten die Saarbergwerke von hier aus die Grube Göttelborn und das Kraftwerk Weiher, heute beliefert der Energieversorger Energis den Quierschieder Ortsteil Göttelborn mit 80 000 Kubikmetern Wasser im Jahr, die Gemeinde Merchweiler mit 60 000 sowie höher gelegene Teile der Gemeinde Heusweiler mit 310 000 Kubikmetern. Zusätzlich wird auch noch eine Reserve für das Kraftwerk Weiher bereitgehalten.



Anfang der 1990er Jahre sanierten die Saarbergwerke das Gebäude samt Stahlbehälter mit einem Kostenaufwand von einer halben Million Euro und im Jahre 2000 wurden von der damaligen Saarbergtochter Saar Wasser weitere 100 000 Euro für die Sanierung des inneren Betonbehälters bezahlt.

Die technischen Informationen zu diesem SZ-Beitrag stammen von den beiden Energis-Wasserspezialisten Michael Klein und Winfried Emmerich und die historischen Fakten stellte der Diplom-Geograf und Experte für historische Industrieanlagen, Delf Slotta, zur Verfügung.