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Sich wehren gegen Vandalismus

Jägersfreude. Hartmut König hat genug von Schmierereien und Vandalismus in seinem Wohnumfeld. Er will das nicht mehr länger hinnehmen. Er will jetzt ein Art Bürgerwehr gründen. König wohnt mit seiner Frau Anneliese in Jägersfreude, Zechenweg. Nur wenige Schritte von der Wohnung entfernt ist der Bahnhaltepunkt. Anneliese König (63) fährt jeden Tag mit der Bahn nach St. Wendel Von SZ-Mitarbeiter Elmar Müller

Jägersfreude. Hartmut König hat genug von Schmierereien und Vandalismus in seinem Wohnumfeld. Er will das nicht mehr länger hinnehmen. Er will jetzt ein Art Bürgerwehr gründen. König wohnt mit seiner Frau Anneliese in Jägersfreude, Zechenweg. Nur wenige Schritte von der Wohnung entfernt ist der Bahnhaltepunkt. Anneliese König (63) fährt jeden Tag mit der Bahn nach St. Wendel. Die Gärtnermeisterin arbeitet dort in einem Baumarkt. "Vor einigen Wochen wurde meine Frau am Haltepunkt von drei Jugendlichen überfallen", erzählt Hartmut König. Sie hätten mit Steinen und anderen Gegenständen nach ihr geworfen.



Ein paar Tage zuvor habe sie die Jugendlichen bei der Zerstörung des Fahrkartenautomaten beobachtet. König vermutet, dass die Jungs seine Frau wohl einschüchtern wollten. Anneliese König sagt: "Jedes Mal, wenn ich jetzt aus dem Zug aussteige, habe ich Angst."

Der 65-jährige Hartmut König ist Diakon und Sozialpädagoge. Bei solchen Aktionen, da hört für ihn das Verständnis auf. Dieser Vorfall war der Tropfen, der das Fass bei ihm zum Überlaufen brachte. "Schon seit einiger Zeit beobachten wir mit wachsender Sorge, wie der vor Jahren so schön umgestaltete Haltepunkt von Jugendlichen beschmiert und immer wieder demoliert wird", sagt der 65-Jährige.

Dazu kam, dass Ende vergangener Woche zahlreiche Häuser in der Nachbarschaft nachts beschmiert wurden. Einer der betroffenen Hausbesitzer ist der 71-jährige Werner Schaeidt. In der Nacht vom 22. auf den 23. Mai war die lange weiße Stützmauer gleich neben seinem Haus mal wieder das Ziel von Graffiti-Sprayern. In dieser Nacht wurden auch noch ein Trafohäuschen und ein Verteilerkasten sowie weitere Hauswände besprüht. "Und in der Brunnenstraße in Herrensohr haben Unbekannte einige Gärten verwüstet", erzählt eine Nachbarin.

Bestürzt war Hartmut König auch, als der in dieser Woche in der Saarbrücker Zeitung über die mutwilligen Zerstörungen im Dudweiler Freibad las. "Wir Bürger und Steuerzahler können uns das alles doch nicht mehr gefallen lassen", meint König und betont: "Wir müssen was dagegen tun." Der 65-Jährige will jetzt eine Art Bürgerwehr gründen. Gespräche mit den Nachbarn hätten ihn in dem Anliegen bestätigt, sagt er. Hartmut König ist überzeugt, dass er mindestens zehn Mitstreiter findet.

Zuerst aber will er mit der Dudweiler Bezirksverwaltung über sein Vorhaben reden. Gut findet König die Pläne der Kommunen Friedrichsthal und Quierschied, eine Ordnungspartnerschaft mit einem privaten Sicherheitsdienst einzugehen. König meint: "Bei einer solchen Sache könnte auch Dudweiler mitmachen." "Jedes Mal,

wenn ich jetzt

aus dem Zug aussteige,

habe ich Angst."

Anneliese König (63)