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Kommentar
Schulen sind Grundpfeiler der liberalen Demokratie

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Keine Frage: Vieles läuft nicht rund im deutschen Schulsystem. Unterrichtsausfall, Überforderung, Stress, Frust, Gewalt und Mobbing – das alles kennt man, vor allem in Brennpunktschulen. Von Esther Brenner
Esther Brenner

Und auch bei der Inklusion hakt es. Weil unser Staat nicht genug Mittel ins System pumpt. Einige Kinder bleiben dabei auf der Strecke. Dennoch: Es gibt viele gute Schulen und tolle Lehrerinnen und Lehrer, die das Grundrecht auf Bildung und individuelle Entwicklung mit Elan umsetzen. Schulen sind zudem gemeinschaftsstiftende, soziale Orte, an denen Kinder und Jugendliche zu toleranten Demokraten erzogen werden sollen. Wer sein Kind aus ideologischen, religiösen oder weltanschaulichen Gründen aus der Schule fernhält, entzieht sich der Gemeinschaft und seiner Verantwortung ihr gegenüber. Das kollidiert mit dem Gemeinwohlinteresse einer demokratischen Gesellschaft am inklusiven, wertegebundenen Lernen. Angesichts einer immer heterogener werdenden Gesellschaft ist die Schulpflicht ein hohes Gut. Dass es hier keine Ausnahmen gibt, ist aber bedauerlich. Unter bestimmten Voraussetzungen und vom Staat kontrollierten Vorgaben sollte Homeschooling möglich sein. Dann, wenn es für ein Kind mit besonderen Bedürfnissen nach intensiver Prüfung nachweislich besser ist, zu Hause zu lernen.