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Gewalt gegenüber Frauen
„Der Staat darf Gewalt nicht tolerieren“

Die Beraterinnen Antonia Schneider-Kerle, Anne Heid und Sonja Bader, Ministerpräsident Tobias Hans, Margarethe Kees, Vorsitzende des Frauennotrufs Saarland, und Carmen Hornung (von links).
Die Beraterinnen Antonia Schneider-Kerle, Anne Heid und Sonja Bader, Ministerpräsident Tobias Hans, Margarethe Kees, Vorsitzende des Frauennotrufs Saarland, und Carmen Hornung (von links). FOTO: Staatskanzlei
Saarbrücken. Ministerpräsident Tobias Hans lobt bei seinem Besuch die Arbeit des Frauennotrufs in Saarbrücken. Von Daniel Novickij

683 Opfer von Gewalttaten haben sich 2017 an den Frauennotruf Saarland gewandt. Davon suchten 158 Personen zum ersten Mal den Kontakt zur Beratungsstelle. So steht es im Jahresbericht 2017. Antonia Schneider-Kerle, Mitarbeiterin des Frauennotrufs Saarland sagt: „Die Gewalt gegenüber Frauen passiert überall und in allen Alters- und Gesellschaftsschichten.“ Am Donnerstag besuchte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) den Frauennotruf Saarland, eine Beratungsstelle für vergewaltigte und misshandelte Frauen, in der Nauwieser Straße.


Die Mitarbeiterinnen stellten Tobias Hans das Konzept der Einrichtung vor und diskutierten mit ihm über Gewalt gegen Frauen. Hans erklärte: „Es war mir ein Bedürfnis, den Frauennotruf Saarland vor Ort zu besuchen. Die Arbeit, die hier geleistet wird, ist sehr wichtig, damit Menschen geholfen wird, denen es schlecht geht.“

Die Beratungsstelle Frauennotruf wurde 1986 ins Leben gerufen. Das Wichtigste sei, den Frauen das Schuldgefühl zu nehmen und ihnen Mut zuzusprechen, sagte die Vorsitzende Margarethe Kees. „Bei uns wird keiner zu etwas gedrängt, die Betroffenen stehen im Vordergrund, sie sollen entscheiden, wann Sie ein Beratungsgespräch in Anspruch nehmen wollen“, erklärte Margarethe Kees.



Die Beratung des Frauennotrufs  kann telefonisch oder im persönlichen Gespräch erfolgen. Sie ist kostenlos und anonym. Des Weiteren bietet der Frauennotruf Saarland eine „Psychosoziale Begleitung“ an, bei dem die Mitarbeiterinnen die Betroffenen in Gerichtsverfahren unterstützen. Außerdem engagiert sich die Organisation in der Öffentlichkeitsarbeit. Sie bietet Workshops in verschiedenen Institutionen an, bei denen über den Umgang mit Gewalt aufgeklärt wird.

Ein weiteres Beispiel für die Öffentlichkeitsarbeit war der bundesweit ausgeschriebene Fotowettbewerb „ Weg vom Klischee!“ aus dem Jahr 2013. Hier wurden Fotos eingereicht, die Gewalt an Frauen in verschiedenen Motiven darstellten. Am Ende des gemeinsamen Gesprächs, sagte Ministerpräsident Tobias Hans: „Der Staat darf  jegliche Form von Gewalt nicht tolerieren und muss mit rechtstaatlichen Mitteln dagegen vorgehen. Es ist wichtig, dass ein Signal gesetzt wird, nicht nur den Opfern, sondern auch den Tätern gegenüber. Sie sollen sehen, dass die Gesellschaft keine Diskriminierung akzeptiert.“