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Silvester
Neues Feuerwerk nach dem Lego-Prinzip

Rund um das Saarländische Staatstheater in der Saarbrücker Innenstadt hat man jedes Jahr einen wunderbaren Blick auf das Silvester-Feuerwerk.
Rund um das Saarländische Staatstheater in der Saarbrücker Innenstadt hat man jedes Jahr einen wunderbaren Blick auf das Silvester-Feuerwerk. FOTO: rup
Saarbrücken. Was ist neu auf dem Markt? Was gilt es zu beachten? Wie teuer ist der Spaß? Ein Experte beantwortet die wichtigsten Fragen zum Silvester-Feuerwerk. Von Marko Völke

Von langsam und niedrig bis zu schnell und groß lautet nicht nur für Pyrotechniker die Formel für ein gelungenes Großfeuerwerk. Auch Laien, die an Silvester gerne auf den Spuren der Profis wandeln wollen, sollten eine gewisse Choreografie beachten, erklärt Oliver Wetzstein von der saarländischen Firma „Drumm Fireworks & Laser“, die Produkte verschiedener Hersteller vertreibt. Am 28. Dezember startet in diesem Jahr der Verkauf von Feuerwerkskörpern der Klasse zwei an über 18-Jährige.


„Man sollte mit Effekten wie Vulkanen und Fontänen am Boden beginnen“, sagt der Experte, der vom Saarfest und Neunkircher Stadtfest bis zu Firmen und Familienfeiern das ganze Jahr über Großfeuerwerke schießt. Auch die Batterien, die die Laien zum Jahreswechsel abfeuern, sollten sich in ihrer Schusshöhe und der Schnelligkeit steigern. Zum Finale empfiehlt er, zwei gleichzeitig zu zünden. Für diejenigen, die sich dieses Stück Profifeuerwerk gönnen möchten, genügt das klassische Familiensortiment aus dem Supermarkt wohl aber nicht. Ab etwa 80 Euro koste dieser Spaß – nach oben gibt es keine Grenzen, so Wetzstein.

„Die Unterschiede zwischen Groß- und Silvester-Feuerwerk werden immer geringer“, meint Wetzstein. Früher habe es Effekte wie vom Himmel fallende oder sich teilende Sterne nur im Profibereich gegeben. Inzwischen deckten auch die Produkte für Laien das gesamte Spektrum ab. Und auf handelsübliche Batterien wie „Kryser“, die goldene Feuertöpfe und -Chrysanthemen an den Nachthimmel zaubern, greifen sogar Pyrotechniker zurück. Zum Beispiel dann, wenn der Abstand zum Publikum begrenzt ist.

Auch Produkte, die beim Abschießen hin und her „steppen“, also in Form der Buchstaben V oder Z schießen, wurden vom Großfeuerwerk adaptiert. Solche Fächerbatterien, die fünf bis sechs Schuss gleichzeitig abfeuern, erfreuten sich wachsender Beliebtheit, so Wetzstein. Der einzige Unterschied zu den Profiartikeln liege darin, dass das Kaliber in der Klasse zwei auf maximal 30 Millimeter und die Pulvermenge von Einzelbatterien auf 500 Gramm begrenzt sei.

Zu den Neuheiten 2017 gehören so genannte System-Batterien mit verschiedenen Effekten, die sich frei kombinierbar im Lego-Prinzip zu einem kompletten Feuerwerk von vier bis fünf Minuten Länge zusammenstecken lassen. Um sich die Trends der kommenden Jahre anzuschauen, war der Fachmann kürzlich in der chinesischen Pyrotechnik-Metropole Liuyang. Aus dem Land würden über 95 Prozent der deutschen Klasse-Zwei-Produkte importiert. „In den Fabriken wird auch immer mehr auf Sicherheit geachtet“, berichtet er. Eine andere Erfindung hat er in den USA entdeckt: eine Smartphone-App, mit der man sein Feuerwerk planen und synchron zur Musik zünden kann.



Raketen schießen die Profis übrigens schon seit Jahren nicht mehr. Auch unter den Hobby-Feuerwerkern gehe diese Silvester-Tradition immer mehr zurück. Da sie in Deutschland nur bis zu 20 Gramm Pulver enthalten dürfen, griffen inzwischen viele zu den effektstärkeren Batterien, sagt Wetzstein.

Und: Egal ob bei Groß- oder Silvesterfeuerwerk – die Sicherheit müsse immer an erster Stelle stehen. Deshalb sollten die Käufer die Bedienungsanleitungen schon vor Mitternacht aufmerksam lesen sowie die jeweiligen Sicherheitsabstände und Schussrichtungen beachten. „Raketen immer in einem leeren Getränkekasten zünden und Knaller nicht in der Hand halten, sondern auf den Boden legen“, so Wetzstein. Zudem weist er auf eine wichtige gesetzliche Neuerung hin: Produkte ohne CE-Prüfzeichen dürfen ab sofort nicht mehr transportiert und verwendet werden. Wer noch Feuerwerkskörper aus den Vorjahren im Keller hat, sollte dies beachten.

Am 28. Dezember, 18 Uhr, präsentiert die Firma „Drumm“ Neuheiten bei einem Vorschießen vor der Saarlandhalle in Saarbrücken.