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Aus für Waderner-Klinik
Land prüft „Nordsaarland-Klinik“ in Wadern

Das Krankenhaus Wadern schließt zum Ende des Jahres.
Das Krankenhaus Wadern schließt zum Ende des Jahres. FOTO: Erich Brücker
Wadern. Für die Weiterführung der bestehenden Einrichtung fand sich kein Interessent. Jetzt wird neu überlegt. Von Daniel Kirch und Christian Beckinger
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Nach dem angekündigten Aus für das defizitäre Krankenhaus Wadern will das saarländische Gesundheitsministerium prüfen lassen, ob in der Stadt stattdessen eine „Nordsaarland-Klinik“ angesiedelt werden kann. In einer Machbarkeitsstudie sollen auch die Konzepte eines Gesundheitszentrums sowie innovativer Verbünde von stationärer und ambulanter Versorgung untersucht werden.



Das ist das Ergebnis eines Treffens von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) und Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) mit Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich (CDU), Bürgermeister Jochen Kuttler (Pro Hochwald) sowie Vertretern der „Bürgerinitiative Nordsaarland-Klinik“ in der Staatskanzlei.

Dass die Machbarkeit einer „Nordsaarland-Klinik“ geprüft werden soll, entspreche einer Forderung der Bürgerinitiative, sagte Bürgermeister Kuttler. Die BI fordert eine Akutklinik mit 160 bis 180 Betten (die derzeitige hat 69 Betten).

Fraglich ist allerdings, wer eine solche Klinik – sofern ein medizinischer Bedarf bestätigt wird – betreiben könnte. An der Übernahme der derzeitigen Klinik hatte niemand Interesse. Bachmann, Rehlinger, Schlegel-Friedrich und Kuttler hatten zwar bei potenziellen Trägern vorgefühlt – allerdings erfolglos. Ohnehin schloss die Marienhaus GmbH einen Verkauf des Klinikgebäudes an einen Akutversorger aus Wettbewerbsgründen aus. „Wir als Stadt haben uns intensiv bemüht, das Krankenhaus zu retten“, erklärte Kuttler. „Ich bedauere, dass die ablehnende Aussage des jetzigen Trägers bezüglich eines möglichen Gebäude-Verkaufs so spät gekommen ist – eine frühere Positionierung zu diesem Thema hätte uns eine Menge Arbeit erspart.“

In dem Protokoll des Treffens in der Staatskanzlei heißt es, alle Beteiligten seien sich einig, dass die Schließung für das gesamte nördliche Saarland „erhebliche Konsequenzen“ habe. Man bedauere, dass die Marienhaus GmbH nicht zu einem Moratorium bereit war. Alle Beteiligten gingen davon aus, dass die Schließung „nach heutigem Stand nicht mehr abgewendet werden kann“.

Einigkeit bestehe auch darüber, dass die Versorgung kurzfristig sichergestellt sein müsse. Bereits klar ist, dass der rund um die Uhr besetzte Notarzt-Standort Wadern auch nach Schließung des Krankenhauses erhalten wird.