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Kanone für eine besondere Frau

Homburg. Ein "volles Haus" in der Galerie des Homburger Saalbaus, viele illustre Gäste, überraschende Vorführungen und natürlich mit Christel Steitz die achte Preisträgerin der Homburger Kanone: Es gab gestern Abend jede Menge gute Gründe, sich den Neujahrsempfang der Homburger Narrenzunft nicht entgehen zu lassen Von SZ-Mitarbeiter Thorsten Wolf

Homburg. Ein "volles Haus" in der Galerie des Homburger Saalbaus, viele illustre Gäste, überraschende Vorführungen und natürlich mit Christel Steitz die achte Preisträgerin der Homburger Kanone: Es gab gestern Abend jede Menge gute Gründe, sich den Neujahrsempfang der Homburger Narrenzunft nicht entgehen zu lassen. Da verwunderte die Einschätzung des ersten Zunftmeisters Rüdiger Schneidewind nicht wirklich: "Die Narrenzunft ruft und halb Homburg kommt."Doch nicht nur der zufriedene Blick in die Gegenwart prägte Begrüßung, auch den zurück in die Vergangenheit wagte er. So als er an den im vergangenen Jahr verstorbenen Ehrenzunftmeister Heinrich Biewer erinnerte. Im Vordergrund aber stand die neue Session mit den beiden großen Prunksitzungen, dem Rathaussturm, der Seniorensitzung. Und Schneidewind konnte mit der noch recht jungen Ballett-Abteilung einen inhaltlichen Zuwachs des Vereins vorstellen. Doch all das und noch viel mehr stand gestern Abend natürlich ein bisschen im Schatten der Verleihung der achten Homburger Kanone. In diesem Jahr wurde Homburgs Seniorenbeauftragte Christel Steitz mit dem Preis der Narrenzunft für gesellschaftliches und soziales Engagement ausgezeichnet. Und wie groß eben dieses Engagement in den zurückliegenden Jahrzehnten von Steitz war, davon kündete deutlich die Laudatio, in der es Schneidwind gelang, alle Funktionen und Ämter der Preisträgerin zu nennen - und das sind und waren nicht wenige. Mit der rhetorischen Frage "Warum fiel die Wahl in diesem Jahr auf Christel Steitz" eröffnete Schneidewind das verbale Bilderbuch eines Lebens, das sich vornehmlich der Gesellschaft und deren Bedürfnissen gewidmet hat und auch heute noch widmet. "Für Christel Steitz gab es neben der Arbeit auf ihrem Feilbacherhof und der Familie schon früh das Engagement für das Gemeinwohl", so Schneidewind. "1970 begann sie sich in der Landfrauen-Bewegung zu engagieren, 1973 wurde sie in den Landesvorstand des Landfrauenvereins Saar gewählt. 1975 wurde sie dessen Vorsitzende und blieb dies 15 Jahre lang." Es folgten Tätigkeiten und Ämter als Mitglied des Präsidium des deutschen Landfrauenverbandes, als Vorstandsmitglied des saarländischen Bauernverbandes, als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft ländliche Erwachsenenbildung im Saarland, als Mitglied der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer des Saarlandes oder auch als stellvertretende Vorsitzende des saarländischen Frauenrates. Auch landes- und kommunalpolitisch war sie aktiv: So war sie für die CDU von 1990 bis 1999 Mitglied des Saarländischen Landtags, war im Ortsrat Jägersburg und im Homburger Stadtrat aktiv. Im Jahr 2001 erhielt Christel Steitz den saarländischen Verdienstorden. "Warum dann heute noch die Homburger Kanone", bemühte Schneidewind erneut das Stilmittel der rhetorischen Frage: "Zum einen schließt diese Würdigung die Verleihung der Homburger Kanone nicht aus. Zum anderen gibt es auch auch noch das heutige Engagement. Denn seit 1999 sie die Seniorenbeauftragte der Stadt Homburg, ein Ehrenamt das sie mit viel Aufwand und Hingabe betreibt."


Die so geehrte Christel Steitz zeigte sich sichtlich gerührt. Als Motor für ihr zurückliegendes und aktuelles Eintreten für die Belange der Gesellschaft nannte sie vor allem Freundlichkeit und die Liebe zu den Menschen als unabdingbar. "Für mich war es immer selbstverständlich, dass man die Menschen begeistern und motivieren muss - um so die gesteckten Ziele zu erreichen." Die Narrenzunft ruft und halb Homburg kommt."

HNZ-Zunftmeister Rüdiger Schneidewind