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Kaiserwetter zur Turm-Eröffnung

Kinder der Kita Steinbach ließen Luftballons bei der Eröffnung des Betzelhübelturmes in Ottweiler steigen. Foto: Andreas Engel
Kinder der Kita Steinbach ließen Luftballons bei der Eröffnung des Betzelhübelturmes in Ottweiler steigen. Foto: Andreas Engel FOTO: Andreas Engel
Ottweiler. Im zweiten Versuch wurde gestern der Panoramaturm Betzelhübel in Ottweiler offiziell eröffnet. Beim ersten Termin an Pfingstmontag hatte ein Unwetter der Stadt einen Strich durch die Rechnung gemacht. Von SZ-MitarbeiterinCaroline Henning

"Der Panoramaturm Betzelhübel ist jetzt schon ein 'Extrem-Turm`", sagte der Ottweiler Bürgermeister Holger Schäfer gestern bei der offiziellen Eröffnung des Aussichtsturms. Fast drei Monate nach der Freigabe konnte der 20 Meter hohe Turm endlich gebührend gefeiert werden. Das extrem schlechte Wetter habe die Stadt Ottweiler immer wieder gezwungen, diverse Ortstermine - etwa die Eröffnungsfeier an Pfingstmontag - zu verschieben.

Um seinem Image als "Extrem-Turm" gerecht zu werden, gab es gestern anstatt Unwetter das absolute Gegenprogramm: Kaiserwetter. Die Aluminiumkonstruktion funkelte in der Mittagssonne und Holger Schäfer bedankte sich "von ganzem Herzen" bei Altbürgermeister Hans-Heinrich Rödle - dieser hatte die Idee für den Turm. "Ich habe mir für diese Stelle schon immer einen Turm gewünscht", sagte Rödle. Er finde Türme faszinierend, weil Besucher sie erobern und - einmal oben - die Aussicht und die Weitsicht genießen können.

Der Turm hat 250 000 Euro gekostet und ist aus Spenden, Zuschüssen sowie durch Bürgerbeteiligung finanziert. Anfangs seien die Spendengelder laut Rödle nur bedingt geflossen: "Viele waren skeptisch." Das Ergebnis zeigt, dass sich die Bürger langsam für das Projekt erwärmen konnten und dafür ist der Altbürgermeister dankbar. Für die Zukunft wünsche er sich auf dem Turm Richtungshinweise für Städte und Sehenswürdigkeiten; außerdem sollten Bänke und eine Schutzhütte die Umgebung aufwerten.

Dafür sind laut Brigitte Meister, Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsverein der Stadt Ottweiler, noch genügend Spendengelder vorhanden: "Wir haben noch 10 000 Euro in der Kasse, aber die Spendenaktion läuft noch." Jeder Bürger, der etwa eine Treppenstufe oder ein Podest für den Turm gestiftet hat, ist darauf mit einer Namensplakette verewigt. "Wer jetzt 50 Euro spendet, finanziert Bänke, Tische, Fahrradständer und ein Spielgerät mit. Mit 250 Euro stiftet man eine ganze Bank." Brigitte Meister freut sich, dass in Ottweiler bereits Sätze fallen wie: "Wir gehen zu unserem Turm." Im Volksmund habe sich laut Meister der Name "Betzelhübelturm" durchgesetzt.

Zur Eröffnung ließen die Kinder der Tagesstätte Steinbach neben dem Metall-Riesen bunte Ballons in den blauen Himmel steigen. Die Hauptverantwortlichen schnitten anschließend symbolisch ein Absperrband durch und machten den Panoramaturm Betzelhübel für Besucher offiziell begehbar. Weil der Turm schon seit 1. Mai besteigbar ist, stieg Wehrführer Stefan Weißmann bereits mehrere Male die 120 Stufen hinauf: "Eine tolle Aussicht." Die Feuerwehr Ottweiler war im Übrigen bei der Planung des Turms beteiligt; wo heute das Betonfundament liegt, fuhren Feuerwehrmänner Hans-Heinrich Rödle mit der Drehleiter in 20 Meter Höhe. "So konnte er die Aussicht überprüfen."



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Auf einen BlickDer Panoramaturm Betzelhübel befindet sich am Schnittpunkt der beiden Premiumwanderwege Steinbachpfad und Schauinsland-Weg. Autos können am Sportplatz Steinbach und im Neubaugebiet Betzelhübel abgestellt werden. Oben auf dem Turm steht man 427 Meter über dem Meeresspiegel und hat einen 360-Grad-Blick ins Umland. Der Turm ist ganzjährig zwischen 8 und 20 Uhr begehbar. Spender können Brigitte Meister unter Tel. (0 68 24) 27 24 erreichen (ab 17 Uhr). rol