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Ein unvergleichliches Erlebnis

Mike Schmidtke hält sich bei seiner Premiere auch nach 21 Kilometern noch gut.
Mike Schmidtke hält sich bei seiner Premiere auch nach 21 Kilometern noch gut.
St Wendel/Roth. Der Triathlon im fränkischen Roth gehört zu den namhaftesten Veranstaltungen der Sportart. Diesmal waren mit Steffen Roos und Mike Schmidtke zwei Sportler aus St. Wendel am Start. Und die beiden schlugen sich wacker. dmo

Seit zweieinhalb Jahrzehnten wird im fränkischen Roth einer der bekanntesten Triathlons veranstaltet. 15 Jahre lang war hier der Ironman Germany beheimatet, der 2003 nach Frankfurt wechselte. Aber Roth ohne Triathlon war einfach nicht vorstellbar, und so wurde mit dem Challenge-Wettkampf eine Alternative geschaffen, die weltweites Ansehen genießt.

Fast jeder, der in der Triathlonwelt Rang und Namen hat, war zumindest einmal in Roth. In diesem Jahr wartete der Wettbewerb sogar mit dem größten Starterfeld auf, das es je gab: über 3400 Einzelstarter und 618 Staffeln. Neuer Rekord waren auch die 220 000 Zuschauer. Einer der heißesten Wettkampftage in der Rother Geschichte war es vor einer Woche auch.

Aus St. Wendel waren zwei Athleten des Tritronic-Teams am Start: Steffen Roos (44) hatte schon beim Ironman Frankfurt 2012 Ultradistanz-Luft geschnuppert, Mike Schmidtke (33) war zum ersten Mal über diese Distanz am Start. Während Roos aufgrund seiner Erfahrungen eine Zeit unter zehn Stunden anvisierte, ging es für Schmidtke in erster Linie ums Ankommen.

In 14 Startgruppen ging es auf die Strecken. Schmidtke startete genau eine Stunde nach Roos. Während der eine mit einer zerrissenen Bademütze bei der Startvorbereitung kämpfte, plagten den anderen auf der 3,8 Kilometer langen Schwimmstrecke Krämpfe. Erst einmal auf dem Rad, ging es die ersten paar hundert Meter durch ein Spalier von Zuschauern, die die Athleten mit frenetischen Anfeuerungsrufen auf die 180 Kilometer lange Radstrecke schickten. Übertroffen wurde die Begeisterung aber von den Zuschauermassen am Solarer Berg. Die St. Wendeler Athleten waren sich einig, dass diese Kulisse nicht zu überbieten ist. Mit Gänsehaut am ganzen Körper wurden die Teilnehmer den Berg regelrecht hoch gepeitscht. Roos begab sich nach 6:07 Stunden auf die Laufstrecke, Schmidtke nach 7:33 Stunden. Auf dem 42 Kilometer langen Weg entlang des Main-Donau-Kanals waren die Zuschauer nicht so zahlreich wie entlang der Radstrecke und deshalb war man für jede Aufmunterung und Anfeuerung doppelt dankbar, bevor es dann wieder durch die Zuschauermassen am Ziel ging. Roos kam nach 9:50:37 Stunden als 263. ins Ziel, während Schmidtke etwas länger unterwegs war. Nach 11:51;05 Stunden überquerte er die lang ersehnte Ziellinie - immerhin als 1669. von 3400.


Trinken, trinken, trinken: Steffen Roos passt sich den Temperaturen an. Fotos: Schallmo
Trinken, trinken, trinken: Steffen Roos passt sich den Temperaturen an. Fotos: Schallmo