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16,8 Prozent
Armutsrisiko im Land sinkt leicht

Saarbrücken. Besonders armutsgefährdet sind nach wie vor Alleinerziehende und Arbeitslose. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Die Zahl der Saarländer, die laut amtlicher Statistik als armutsgefährdet oder arm gelten, ist 2017 leicht gesunken – und zwar von 17,2 auf 16,8 Prozent. Dies ist zwar der beste Wert seit 2012, allerdings liegt das Saarland mit dieser Quote nach wie vor über dem Bundesdurchschnitt (15,8 Prozent, plus 0,1 Punkte im vorigen Jahr) und in der Spitzengruppe der westdeutschen Länder.


Als armutsgefährdet oder arm gilt nach der Statistik eine Person, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens in Deutschland beträgt. Dieser Wert lag 2017 für eine alleinlebende Person bei 999 Euro, für zwei Erwachsene mit zwei Kindern bei 2099 Euro (inklusive Sozialleistungen, nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben). Betroffen sind vor allem Allein­erziehende (43 Prozent), Familien mit drei und mehr Kindern (32 Prozent), Arbeitslose (54 Prozent), Geringqualifizierte (33 Prozent) und Ausländer (40 Prozent).

Arbeitskammer und Linke forderten die Landesregierung auf, einen Aktionsplan zur Armutsbekämpfung vorzulegen. „Es ist nicht weiter hinnehmbar, wenn in einem reichen Land Alleinerziehende, größere Familien, Hartz-IV-Bezieher und Geringverdiener immer mehr vom Wohlstand abgekoppelt werden“, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer, Thomas Otto. Der Linken-Landtagsabgeordnete Dennis Lander sagte: „Im Saarland sind besonders viele Menschen von Armut betroffen, weil sich hier viele mit Leiharbeit, Werkverträgen und Minijobs durchschlagen müssen.“