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Sternsinger: Unterwegs mit Königen

Sternsinger : Unterwegs mit Königen

Die Saarbrücker Zeitung hat Püttlinger Sternsinger begleitet, die erstmals schon mittwochs unterwegs waren.

Über 2600 Sternsinger kamen kürzlich zur Auftaktveranstaltung der bundesweiten Sternsingeraktion im Trierer Dom zusammen. Rund um den 6. Januar – dem Dreikönigstag – machen sich die „Könige“ dann in ihren Gemeinden auf den Weg von Haus zu Haus. Im Köllertal werden insgesamt über 450 Sternsinger unterwegs sein.

Als Caspar, Melchior und Balthasar schreiben sie Gottes Segen  „20*C+M+B+18“ „Christus mansionem benedicat“ (= „Christus segnet dieses Haus“) neben die Tür und bitten um Spenden für notleidende Kinder in krisengeschüttelten Ländern. Das diesjährige Motto der Aktion lautet: „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“.

Die Saarbrücker Zeitung hat drei Sternsinger auf der Ritterstraße begleitet, die schon am Mittwoch durch die Straßen gezogen sind. Denn in Püttlingen und Köllerbach wurde die Sternsinger-Aktion erstmals nicht auf den Samstag konzentriert, sondern über mehrere Tage verteilt. „Wir haben damit dem Wunsch vieler Kinder und Eltern Rechnung getragen, dass sie lieber zwei Vormittage unterwegs sind als einen ganzen Tag“, erklärt der Püttlinger Pastoralreferent Klaus Friedrich, der die Sternsingeraktion koordiniert.

„Damit die Kinder das Motto besser verstehen“, so Friedrich, „haben wir im Vorfeld in Workshops deutlich gemacht, was Kinderarbeit für ihre Altersgenossen bedeutet, nämlich schwere Lasten zu tragen, ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen und nicht lernen und nicht spielen zu können.“ „Das finde ich richtig schlimm“, so die neunjährige Sternsingerin Luna Krach, die deshalb froh ist, für diese Kinder „etwas Gutes zu tun“. Auch Marco Krutarz (9) und Silas Kaufmann (8) brennen darauf, als Segensbringer ihren Mitmenschen an den Haustüren eine Freude zu machen. Denn aus eigener Erfahrung weiß Marco, der schon das zweite Mal als Sternsinger mitläuft, wie sehr gerade ältere Menschen die Sternsinger erwarten.

Bevor sie aufbrachen, wurden die drei Grundschüler am Mittwochmorgen im Pfarrheim Liebfrauen standesgemäß als Könige eingekleidet und dann zusammen mit ihrem Betreuer Timm Lessel zum Hohberg gefahren. Immer im Zickzack über die Straße gingen die Sternsinger von Haus zu Haus. Häufig blieb die Tür verschlossen. „Die meisten Menschen sind wohl auf der Arbeit“, vermutete Timm Lessel, der im Briefkasten einen Infozettel über die Sternsingeraktion zurückließ mit dem Hinweis, dass die Sternsinger den Segen gerne noch nachträglich anbringen – nach einem Anruf in der Jugendstelle der Pfarrei unter Tel. (0 68 98) 68 98 90.

An der Haustür von Maria Kütemann mussten die Sternsinger nicht lange warten. Die 97-Jährige öffnete und strahlte übers ganze Gesicht. „Ich habe gerade die Wäsche in den Keller gebracht, deshalb habe ich die Klingel gehört. Ich warte immer auf die Sternsinger und den Segen.“ Fröhlich steckte sie den Kindern eine Spende in die Sammelbüchse und winkte ihnen lange nach.

Auch Birgit Kohl hatte schon eine kleine Spende parat, die sie den Sternsingern übergab. „Ich bewundere die Kinder, die bei Wind und Wetter durch die Straßen laufen und sich für eine gute Sache einsetzen.“

Birgit Kohl wartet jedes Jahr auf die Segensgrüße der „Heiligen drei Könige“, die hier Timm Lessel, Betreuer der Kinder, anbringt. Foto: Monika Jungfleisch

Das Wetter meinte es am Mittwoch noch ganz gut mit Luna, Marco und Silas. Bei rund 7 Grad Celsius Außentemperatur und kaum Regen konnten die Drei ihre Etappe gut bewältigen. Als die Mittagsstunde näher rückte, freuten sich die Sternsinger auf das gemeinsame Mittagessen im Pfarrheim Liebfrauen, wo sie sich mit den anderen Sternsingern über ihre Erlebnisse austauschen konnten. Weniger Glück mit dem Wetter hatten die Püttlinger Sternsinger, die am gestrigen Donnerstagvormittag unterwegs waren. Umso mehr Respekt muss man den Kindern zollen, dass sie bei Dauerregen durchgehalten haben.