Hochlandrinder im Anmarsch

Die Ganzjahresbeweidung mit großen Pflanzenfressern wie Rinder und Pferde ist ein Erfolgskonzept des Naturschutzes, das in Holland und England auf jahrzehntelange Erfahrung zurückblicken kann. Auch das erste Projekt im Köllertal mit Wasserbüffeln und Konikpferden zeigt, dass die Weidetiere selbst für Strukturreichtum in Form von Suhlen, Trittspuren, Sandbadestellen, Totholz, Kot sorgen, wovon Pflanzen- und Tierarten profitieren, die auf „halboffene Weidelandschaften“ angewiesen sind.

So ist beim Natur- und Vogelschutzverein Püttlingen-Ritterstraße die Idee entstanden, ein weiteres Beweidungsprojekt in Püttlingen in Angriff zu nehmen - und zwar im Mühlengrund entlang des Köllerbachs bis zur Kläranlage. Projektleiter Christoph Scherer: "Auch in dieser feuchten Köllerbachaue findet keine landwirtschaftliche Nutzung mehr statt, und die Verbuschung schreitet massiv voran. Deshalb würden wir gerne dieses drei Hektar große Gebiet mit schottischen Hochlandrindern beweiden und offen halten."

Eine erste Begehung mit Vertretern der Stadt Püttlingen zeigte, dass die Voraussetzungen dazu ideal sind: der mit Quellwasser gespeiste Mühlengraben der ehemaligen Mühle existiert noch und kann als Tränke genutzt werden. Eine Hangquelle kann durch die Beweidung offengehalten werden, am Fuße könnte ein neues Feuchtbiotop entstehen.

Entsprechend umfangreich sind die Vorarbeiten, die zu leisten sind: rund 1000 Meter Elektrozaun müssten an 260 Pfosten installiert werden, zudem müsste ein Stall für den Schutz der Weidetiere errichtet werden. Deshalb ist man beim rührigen Natur- und Vogelschutzverein auf die Unterstützung von Helfern angewiesen.