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Bald gibt's neue Reifen

SO KANN’S GEHEN. SZ-Mitarbeiter tröstet einen treuen Gefährten. Thomas Annen

Ich bekenne: Im Winter 2014/2015 habe ich mein Fahrrad kein einziges Mal aus dem Keller geholt. Eine traurige Premiere. Bisher bin ich immer das ganze Jahr durchgefahren.


Erklärungen sind schnell gefunden: Ich hatte Schnupfen, das Wetter war schlecht. Bei Regen macht das Radeln keinen Spaß. Und richtige Sonnentage gab es in den letzten Monaten wirklich nicht viele.

Trotzdem plagt mich ein schlechtes Gewissen. Manchmal mache ich extra einen Umweg, um nicht am traurig in der Ecke stehenden Fahrrad vorbei zu müssen. Der arme Drahtesel! Im Sommer leidet er unter meinem stolzen Gewicht, und im Winter strafe ich ihn mit Nichtbeachtung.

Dabei verstehen wir uns eigentlich prima. Gemeinsam gehen wird durch dick und dünn, halten im Kampf gegen Glasscherben, Schlaglöcher und hupende Autofahrer zusammen. Mein Bike hat sogar einen Namen. Den verrate ich aber nicht, das ist privat.

Doch schon bald hat die Leidenszeit ein Ende, im Frühjahr gehen wir wieder zusammen auf Tour. Ich weiß auch schon, wie ich meinen Gefährten aufmuntere. Ich spendiere ihm zwei neue Reifen, außerdem gibt's frische Bremsbacken. Und ein paar Kilo abnehmen will ich auch.