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Interview
„Ich werde für immer Schüler sein“

Max Young spielt heute meistens solo.
Max Young spielt heute meistens solo. FOTO: Jan Zajonz
Saarbrücken. Der Name ist Programm: Morgen erscheint das neue Album „Still getting better“. Am Samstag ist ein Konzert im Studio 30. Von Kai Florian Becker

An diesem Freitag veröffentlicht der Saarbrücker Singer-Songwriter Max Young (Ex-Small State) über das saarländische Label Midsummer Records sein Album „Still Getting Better!“. Tags drauf stellt er die neuen Songs im Studio 30 in der Mainzer Straße live vor. Ein Gespräch mit dem Musiker über seine aktuelle Arbeit.


Ist der Album-Titel eine Feststellung oder eine Aufforderung an Sie selbst?

Max Young: Im Prinzip beides. Als ich 2014 mit meinem Soloprojekt angefangen habe und die E-Gitarre gegen eine akustische getauscht habe, ist mir erst aufgefallen, wie unpräzise mein Gitarrenspiel wirklich war. Ich musste Vieles komplett neu erlernen; dieser Prozess hält bis heute an. Jeder neue Song, den ich schreibe, beinhaltet entweder einen neuen Akkord, den ich gelernt habe oder eine neue Technik. Natürlich könnte man auf die Frage auch philosophischer antworten, aber die ehrliche Antwort lautet: Ich werde für immer Schüler sein, egal wie gut oder schlecht ich irgendwas kann.



Gibt es in den Texten einen roten Faden?

Max Young: Der rote Faden ist mein Leben und das meiner Umwelt. Der erste Song, „Ready Again“, handelt zum Beispiel davon, wie nervös ich war, als ich das erste Mal alleine auf der Bühne stand und was mir währenddessen so alles durch den Kopf ging. Im Prinzip kann ich zu jedem Song eine lange Anekdote erzählen, was ganz praktisch ist, wenn man während eines Konzertes die Gitarre stimmen muss.

Vier der Songs sind doppelt auf dem Album – mal mit Band und mal solo. Sind es für Sie andere Songs, wenn Sie sie mit Band oder solo spielen?

Max Young: Total. Als die Aufnahmen losgingen, stand ja nur das Gerüst aus Gesang und Akustikgitarre. Dann haben wir uns zusammen Gedanken macht, was man bei welchem Song wie machen könnte. Während der Aufnahmen der restlichen Instrumente wurde nach und nach die Wirkung eine völlig andere. Mit dem Band-Arrangement hat man viel mehr Möglichkeiten. Manche Songs wurden plötzlich zu richtigen Rock-Nummern.

Treten Sie generell alleine oder mit Band auf?

Max Young: Ab und zu hatte ich Julian Speicher mit Kontrabass an meiner Seite. Bis jetzt war ich aber meistens alleine auf der Bühne. Aber da wir gerade alle so viel Spaß am gemeinsamen Studio-Aufenthalt hatten, muss ich schauen, was die Zukunft bringt. Wir werden auf jeden Fall auf der Album-Release-Party am Samstag das erste Mal als Band auftreten. Da die Jungs und ich aber in einem Alter sind, in dem man Verpflichtungen wie Job und Familie hat, ist es schwer, Termine zu finden, wo alle dabei sein können. Deswegen hatte ich mich auch damals dazu entschlossen, solo zu starten. Wenn man ganz alleine seine eigene Band ist, muss man nur mit dem eigenen vollen Terminkalender zurechtkommen. Zu besonderen Anlässen werde ich aber sicher die anderen auch wieder zusammen bekommen.

Die Fragen stellte
Kai Florian Becker

Das Release-Konzert mit Band findet an diesem Samstag, 24. November, ab 19 Uhr im Studio 30 in der Mainzer Straße (Johannishof) statt.
www.maxyoungmusic.com, www.midsummerrecords.de, www.studio-30.de