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Von der Langlebigkeit eines optischen Ärgernisses: Die Ruine bleibt, und etwas Neues erwächst

Von der Langlebigkeit eines optischen Ärgernisses : Die Ruine bleibt, und etwas Neues erwächst

Vis à vis zum Huber-Weiher in Jägersfreude wird gebaut. Eine verfallene Immobilie bleibt den Anwohnern aber nicht erspart.

  Es war Anfang 2015 und Ende 2016, als wir über hässliche Bauruinen im Stadtbezirk Dudweiler berichtet haben. Eines dieser Ärgernisse findet man in der Wiesenstraße/Ecke Sulzbachtalstraße. Dort steht noch immer ein arg verfallenes Einfamilienhaus ganz in der Nähe des Huber-Weihers. Noch vor vier Jahren konnte man es problemlos betreten, spielende Kinder fanden ganz leicht ein riskantes Versteck (SZ vom 27 Dezember 2016). Die Stadt versprach damals ein odnungsbehördliches Verfahren, damit der Eigentümer  seine Sicherungspflichten erfüllt. Infolge dessen sperrte ein Bauzaun das längst verlassene Gemäuer ab, ohne Kletterei kam man nicht mehr auf das Gelände. Die groben Gefahrenstellen an dem Haus mit der Nummer 36 a in der Sulzbachtalstraße  waren also beseitigt.

Vor wenigen Tagen hat die SZ Veränderungen bemerkt. Denn just in direkter Nachbarschaft zur Ruine ist ein ganz neuer Bauzaun zu besichtigen. Wir haben nachgefragt bei der Stadt, was sich hier wohl tut. Der Pressesprecher im Rathaus St. Johann,Thomas Blug, hat dann auch prompt alle Informationen geliefert.  Das Anwesen in der Sulzbachtalstraße 36a, so teilt er mit, sei der Unteren Bauaufsicht (UBA) bereits seit fünf Jahren bekannt. Die Landeshauptstadt Saarbrücken habe dem Eigentümer mit Bescheid vom 11. April 2013 angeordnet, die baulichen Mängel - zum damaligen Zeitpunkt waren dies die nicht standsichere Dachkonstruktion und der freistehende Kamin - zu beseitigen. Dieser Anordnung sei der Eigentümer nachgekommen.

Thomas Blug: „Für Bürgerinnen und Bürger war der Zutritt zur Ruine wegen dichten Heckenbewuchses nicht möglich, sodass die Bauaufsicht nicht weiter einschreiten musste. In regelmäßigen Abständen hat die Stadtverwaltung Ortskontrollen durchgeführt. Im November 2016 haben Mitarbeiter bei einer Kontrollen festgestellt, dass die Hecken  zurückgeschnitten wurden, sodass der Zutritt zur Ruine ohne Weiteres möglich war.“ Da die verrottete Immobilie an mehreren Stellen absturzgefährdete Bereiche aufgewiesen habe, hätten städtische Mitarbeiter sie mit einem Bauzaun abgesperrt. Eine Abrissverfügung komme jedoch „aus Gründen der Verhältnismäßigkeit“ derzeit nicht in Betracht. Auf dem unbebauten Nachbargrundstück, das nun eingezäunt wurde, werde ein Zweifamilienhaus entstehen. Die Genehmigung hierzu sei Ende 2017 erteilt worden. Der Bauherr habe den Bauzaun errichtet, da in den kommenden Wochen Erdaushub-Arbeiten beginnen. Mit anderen Worten: Die Bauruine am Huber-Weiher bleibt, doch in ihrer unmittelbaren Nähe entsteht etwas Neues.