Kaum einer kennt den Gegner besser

Zum zweiten Mal in zwei Wochen kommt es in der Würzbachhalle zum Derby zwischen dem TVN und der SGH. Niederwürzbachs Thorsten Dillbaum kennt seinen Heimatverein SGH dabei aus dem Effeff. Sein Bruder spielt dort noch.

Der TV Niederwürzbach empfängt an diesem Samstag um 19.30 Uhr die SGH St. Ingbert zum Spitzenspiel der Handball-Saarlandliga in der Würzbachhalle. Das Derby zwischen dem Tabellenführer und dem Vierten St. Ingbert fand vor zwei Wochen an gleicher Stelle schon einmal statt. Damals im Saarlandpokal. Der TVN behielt mit 26:25 hauchdünn die Oberhand. Den wichtigsten Treffer erzielte dabei Thorsten Dillbaum. In Unterzahl hämmerte der wurfgewaltige Linkshänder den Ball aus dem Rückraum zum vorentscheidenden 26:24 ins Tor.

Mit St. Ingbert warf er seinen Ex-Verein aus dem Pokal. Seit frühester Kindheit spielte Dillbaum für die SG Hassel, einen der beiden Basisvereine der 2005 gegründeten SGH St. Ingbert . Sein Bruder Dirk ist heute noch in St. Ingbert aktiv, Vater Uwe war dort früher Betreuer und bis zur vergangenen Saison Zeitnehmer. "Viele meiner alten Weggefährten spielen nicht mehr in St. Ingbert . Aber wenn es die Zeit zulässt, schaue ich noch in der Halle vorbei", sagt der 31-Jährige, der die SGH 2013 in Richtung TBS Saarbrücken verließ.

Dass er heute für den TVN auf der Platte steht, ist auch einer Verletzung geschuldet. Denn 2015 war er sich bereits mit dem Oberligisten HF Illtal einig. "Dann habe ich mir das Innenband angerissen und konnte große Teile der Vorbereitung nicht mitmachen. Da haben sich die Wege getrennt", erzählt Dillbaum.

Er schloss sich dem TVN an und hat die Entscheidung nicht bereut. "Ich bin sehr nett aufgenommen worden und fühle mich wohl. Die Kameradschaft ist toll, und gleich in meiner ersten Saison konnten wir die Meisterschaft in der Saarlandliga feiern." Dass der TVN auf die Relegation zum Aufstieg in die Oberliga verzichtet hat, begrüßt er. "Zum einen ist das für den Verein eine finanzielle Frage. Zum anderen haben wir viele berufstätige Familienväter in der Mannschaft. Für die sind Auswärtsfahrten bis nach Vallendar zeitlich kaum zu stemmen", sagt Dillbaum, der selbst Vater einer dreijährigen Tochter ist. Er ergänzt: "Ich hätte den Jungs ab und an aushelfen können, aber nicht dauerhaft."

Doch auch in der Saarlandliga sind Dillbaum und der TVN in dieser Saison voll gefordert: "Gegen uns sind alle Gegner hochmotiviert. Jeder will den Meister stürzen." Auch gegen seinen Ex-Verein erwartet er ein hartes Stück Arbeit: "Das wird ein Kampfspiel. Die SGH hat eine gute, junge Mannschaft. Es überrascht mich nicht, dass sie sich als Aufsteiger so gut schlagen." Er ergänzt: "Aber das Derby vor 500 Zuschauern in unserer Halle - das wollen wir gewinnen."