Retter sollten nicht stolpern

Wenn es nach der St. Ingberter Feuerwehr geht, muss die Mittelstadt in der nächsten Zeit eine Menge Geld in die Hand nehmen. Löschbezirksführer Wolfram Zintel führte in dieser Woche dem Ortsrat St. Ingbert-Mitte die Schäden am Gerätehaus vor Augen.

Die Sitzung des Ortsrates St. Ingbert-Mitte in dieser Woche begann mit einer Ortsbegehung bei der Freiwilligen Feuerwehr. Löschbezirksführer Wolfram Zintel führte durch das 1974 errichtete Gebäude und informierte über den Sachstand von Bauarbeiten. Bereits bei der Hauptversammlung Mitte des Jahres sei über die Sanierung der Toiletten gesprochen worden. "Nun haben wir mit dem Herausreißen der Fliesen und Rinnen Tatsachen geschaffen und der Stadt durch die Eigenarbeit auch noch Geld gespart", sagte Zintel und zeigte auf die "rohen" Wände. Die Fliesenarbeiten werden durch den Bauhof erfolgen, damit man im nächsten Jahr wieder "normale Verhältnisse" habe. Derzeit seien bei Veranstaltungen im Schulungsraum in der oberen Etage die Türen nach unten, wo sich die zu sanierenden Toiletten befinden, geschlossen. Diese erste größere Baustelle im Haus sei in "trockenen Tüchern", die zweite zeigte Zintel in der Fahrzeughalle ein paar Meter weiter. In einer Ecke wurden auf mehreren Quadratmetern die Bodenfliesen entfernt, nachdem sich am Volkstrauertag abscheinend durch einen Feuchtigkeitseinbruch eine Aufwölbung zeigte. Um die Stolpergefahr zu minimieren, musste schnell gehandelt werden. Mit diesem Schaden stellt sich einmal mehr die Frage, ob und wie der Fußboden in der Fahrzeughalle ganz oder teilweise auszutauschen ist, zumal die Gitter der Ablaufrinne in der Mitte der Halle ebenfalls an manchen Stellen hochstehen und es so nur eine Frage der Zeit zu sein scheint, dass sich dort jemand verletzt. Im Einsatz sei es enorm wichtig, dass der Boden eben ist, zumal sich die Aktiven, werden sie zu einem Einsatz gerufen, teilweise während des Laufens anziehen und nicht auf jede Unebenheit achten könnten. Der Bereich, an dem nun die Fliesen entfernt wurden, würde bei einer großflächigen Reparatur mit einem Epoxid-Gemisch rund 20 000 Euro kosten. Wie der Löschbezirksführer vorrechnete, handele es sich bei der Fläche aber nur um einen vierzehnten Teil der Halle, so dass man beim Komplettaustausch rund 280 000 Euro in die Hand nehmen müsste. Geld , das die Stadt eigentlich nicht hat. Im Hinblick darauf, dass die Feuerwehr einen Werkstatt- und einen Schwarz-Weiß-Bereich bekommen soll, plädiert Zintel für ein überlegtes Vorgehen. "Das, was ich mal gesagt habe, hat sich bewahrheitet. Der Boden ist eine einzige Flickschusterei. Wenn man die Sache nun einmal angeht, muss man sie gleich richtig machen", sagte der Löschbezirksführer, "ich kennen aber keine Halle der Feuerwehr, die mit Epoxidharz gemacht ist. Das wurde uns von der Stadt vorgeschlagen.". Es sei kontraproduktiv, an der genannten Ecke mit Fliesenarbeiten anzufangen, da alle Arbeiten an die Ablaufrinne angepasst werden müssten. Die dort installierten Gitter seien nicht auf die Belastung der heutigen Fahrzeuge ausgelegt und müssten ebenso erneuert werden. Am 6. Dezember gebe es mit dem zuständigen Mitarbeiter der Stadt eine Lagebesprechung, denn auch das Dach über dem Schulungsraum bedarf einer Reparatur. Zintel lässt dem Ortsvorsteher demnächst eine Mängelliste zugehen, auf der dann unter anderem die "antiken" Elektroschalter, Malerarbeiten oder der Austausch von Neonröhren gegen LEDs stehen werden.