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Zu dritt sehr nahe an den Originalen

Zu dritt sehr nahe an den Originalen

Nicht viele Musikfans hatten den Weg in den Homburger Musikpark gefunden. Wer aber vor Ort war, durfte sich über ein ausgezeichnetes Konzert der Genesis-Coverband Sledgehammer freuen. Die Musiker gaben für die wenigen Gäste jedenfalls ihr Bestes.

Es war ein überzeugender Auftritt vor wenigen Zuschauern. Eine tolle Interpretation der nicht einfachen Genesis- und Peter Gabriel-Stücke, ein prima Sound und ein sympathischer Frontmann - eigentlich stimmte da vieles für ein schönes Konzert, dennoch war der Auftritt der Coverband Sledgehammer am Freitag im Musikpark nur schwach besucht. Eine Woche zuvor war das Konzert von Roachford mit 250 Zuhörern noch gut gelaufen. Darüber, weshalb das dieses Mal anders war, wurde weidlich spekuliert. Dieter Schmidt aus Homburg meinte etwa: "Die Homburger sind ein seltsames Völkchen, wenn es Geld kostet, kommen die Leute nicht." Mit der Band war er aber sehr zufrieden: "Ich bin Genesis-Fan, Sledgehammer haben die Musik sehr gut rübergebracht." Michael Horsts Kommentar zur Veranstaltung war: "Es war spitze! Es wundert mich so, dass Homburg einfach nicht das Publikum dafür hat. Es hätte mich gefreut, wenn der Oberbürgermeister da gewesen wäre, es ist schließlich sein Laden."

Kritik am Auftrittsort kam von der Homburgerin Heike Jung: "Ich finde die Location schlecht. Es ist nicht bestuhlt, es ist ungemütlich. Man könnte das so ein bisschen wie eine Lounge gestalten. Die Gabriel-Kundschaft ist ja nicht mehr 25 - und dann sind nur ein paar Stehtische da."

Das Kulturamt als Veranstalter nahm in Person von Achim Müller Stellung: "Der Musikpark gilt wohl bei vielen noch als Party-Location und wird deshalb als Konzertsaal noch nicht richtig wahrgenommen. Wir brauchen jetzt langen Atem, dann wird er sich als Veranstaltungsort etablieren."

In jedem Fall hätten Donovan Aston und seine Mitmusiker wesentlich mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt. Der Engländer, der auch schon Elton John und Billy Joel gecovert hat, begann das Konzert als seine eigene Vorband: Allein am Keyboard brachte er viele Hits von Genesis und Phil Collins in so souveräner Manier, als seien das schon immer Piano-Balladen gewesen. Ähnlich reduziert auch der Auftritt von Sledgehammer: Neben Aston spielten nur Bassist Jörg Feser und Schlagzeuger Erik Schüssler mit. Erst am Ende gesellte sich noch Gitarrist Pino G. hinzu, der ansonsten für den etwas lauten, aber sehr stimmigen Ton sorgte. Manches Mal musste ein Sample aushelfen, damit die komplexen Klangbilder Peter Gabriels nicht zu leer erschienen. Insgesamt aber erstaunten die Musiker mit der Fähigkeit, zu dritt sehr nah ans Original zu kommen. Den Vogel schoss Aston dabei ab, als er in "The Lamb Lies Down on Broadway" und "The Carpet Crawlers" die rasenden Keyboard-Kaskaden von Tony Banks spielte und dazu noch sang - das werden ihm, der hinterher seine rechte Hand ausschütteln musste, auf der Welt nur wenige nachmachen. Dafür gab es viel Beifall; gegen Ende wurde bei den Hits "Solsbury Hill" und "Sledgehammer" sogar ein bisschen getanzt.