Neues Gesicht für den Eduard-Vollmar-Platz: Spatenstich fürs Seniorenheim

Neues Gesicht für den Eduard-Vollmar-Platz : Spatenstich fürs Seniorenheim

Rund um den Eduard-Vollmar-Platz wird Erbach sein Gesicht deutlich verändern. Am Montag fiel der offizielle Startschuss für den Bau eines Seniorenzentrums. Der neue Einkaufsmarkt soll bereits im August fertig sein.

Kräne, Erdhaufen, Bauhelme und ein schon recht weitgehend gediehenes Gebäude: Erbachs Eduard-Vollmar-Platz und das angrenzende Gelände sind sichtlich eine Baustelle. Von dem, was hier einmal war, ist im Prinzip nichts mehr zu sehen. Den Willen, diese wenig ansehnliche Ecke deutlich aufzuhübschen, gab es schon lange. Pläne auch, ziemlich konkrete sogar. Doch dann geriet der Prozess ins Stocken. Der Hintergrund: Altlasten, die unter dem Platz gefunden wurden. Ein Gutachten für die damals noch städtische Fläche bestätigte dies. Die Lösung ließ auf sich warten, doch am Montagmorgen konnten nun unter anderem Investor Manfred Schenk und Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind symbolisch zum Spaten greifen, um offiziell den Baubeginn einzuläuten für den zweiten Bauabschnitt auf diesem Gelände, bei dem eine Senioreneinrichtung entstehen soll.

Der erste Teil dessen, was hier das Gesicht von Erbachs Mitte deutlich verändern soll, steht bereits in weiten Teilen: ein Supermarkt. Er ersetzt den Wasgaumarkt, der am Platz stand und bereits vor Jahren geschlossen wurde. Gebaut wurde der neue Markt auf dem Vollmar-Platz selbst, der neue Parkplatz wiederum wird an die Stelle des alten Einkaufsmarktes gesetzt.

Auch hier hatte Investor Schenk positive Nachrichten: Der Nettomarkt, eigentlich eine unendliche Geschichte, sei zwischenzeitlich zum Glück zu einer endlichen geworden. „Wir werden im August ans Netz gehen“, versprach er. Damit fasste er sozusagen kurz die Vorgeschichte zusammen: Für das Grundstück hatte er sich nämlich schon vor Jahren interessiert, doch der Nachweis von Altlasten führten letztlich zur deutlichen Verzögerung bei der Umsetzung des Projekts.

Die Altlasten seien mittlerweile entsorgt worden in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA). Kostenpunkt: etwa zwei Millionen Euro, informierte Schenk. Der Einkaufsmarkt selbst schlage mit etwa 5,5 Millionen Euro zu Buche.

Ein deutlich größeres Investitionsvolumen – um die 30 Millionen Euro – hat da das geplante Seniorenzentrum, um das es am Montag eigentlich ging. Schenk rechnet mit einer Bauzeit von 18 bis 24 Monaten. „Das kommt auch auf den Winter an.“ Als Betreiber der Einrichtung ins Boot geholt hat man sich Pro Seniore – und dies mit einem „langfristigen Mietvertrag“.

Isabella Müller-Jakobs von der Unternehmensgruppe nannte Details zur Einrichtung: 68 Appartements für betreutes Wohnen sollen hier entstehen, bei denen man in eigenen Möbeln lebe und sich ambulante Pflegeleistungen und diversen Service, wie das Putzen und Mittagessen hinzukaufen könne. Dazu kommen 125 stationäre Pflegeplätze, überwiegend in Einzelzimmern. Sie verdeutlichte zudem, dass der Standort bei dieser Seniorenresidenz besonders wichtig sei. Die Menschen, die hier leben werden, sollen noch am „normalen Leben teilnehmen können“, so Isabella Müller-Jakobs. Auf den Standort kam auch Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind zu sprechen. Er dankte jedoch zunächst dem Investor, dass er trotz der Probleme an dem Projekt festgehalten habe. Er sei froh, dass es in Erbach nicht eine weitere Einrichtung gebe, sondern dass die bestehende verlagert und vergrößert werde. Die Veränderungen seien sinnvoll, denn in der jetzigen Einrichtung werde zwar sehr engagiert gearbeitet, doch seien die Räumlichkeiten nicht so anspruchsvoll, wie man das heute anstrebe.

Auf ausgehängten Plänen ist zu sehen, wie die gesamte Anlage mit Seniorenheim und Einkaufsmarkt einmal aussehen wird. Foto: Ulrike Stumm
Der Nettomarkt, der anstelle des Wasgaumarktes auf dem Vollmar-Platz gebaut wird und schon recht weit gediehen ist, soll im August öffnen. Foto: Ulrike Stumm

Er sieht in dem Großprojekt eine „eindeutige Stärkung der Infrastruktur des Herzens von Erbach“. Die Menschen, die in dem Seniorenheim wohnen werden, aber auch deren Angehörige würden Einkaufsmöglichkeiten hier nutzen, die Ärzte in der Nähe besuchen. Daher passe das Projekt auch zum Konzept, den Stadtteil Erbach zu stärken.

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