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Eduard-Vollmar-Büste: Eine neuer Platz für Eduard Vollmar

Eduard-Vollmar-Büste : Eine neuer Platz für Eduard Vollmar

Büste erinnert jetzt in der unmittelbaren Nähe der Luitpoldschule in Erbach an den früheren Bürgermeister.

Lange Zeit rang man in Homburg und in Erbach um die Zukunft des Eduard-Vollmar-Platzes. Über Jahre hinweg ging es um Altlasten und Neubauten. Nun wird schon seit einigen Wochen heftig auf dem Gelände an der Berliner Straße gearbeitet. Der frühere Einkaufsmarkt ist abgerissen, ebenso wie das Mobiliar des eigentlichen Platzes. Entstehen soll dort ein neuer Einkaufsmarkt und eine Senioreneinrichtung (wir berichteten mehrfach). Doch im Schatten des jahrelangen Hin- und Her ging ein bisschen genau jene Persönlichkeit in der Diskussion unter, deren Name der Platz trug: Eduard-Vollmar, ehrenamtlicher Homburger Bürgermeister von 1946 bis 1956. Immerhin nicht nur der Name den Lokalpolitiker, sondern auch ein Bronze-Büste auf dem Areal des Platzes.

Diese Büste jedoch war mit den Jahren deutlich von Grün zugewachsen und erst der Abriss der Anlage brachte den Namenspatron quasi wieder zum Vorschein. Damit rückte der frühere Homburger Bürgermeister dann auch ganz praktisch wieder ins Bewusstsein der Erbacher, galt es doch nun, der Büste eine neue Heimat zu geben. Unter denen, die sich mit diesem Thema auch schon in der jüngeren Vergangenheit befasst hatten, war auch Hans-Jürgen Bernd, der Ortsvertrauensmann von Erbach-West. Mit ihm trafen wir uns gestern an der Kreuzung Steinbachstraße und Grünewaldstraße — denn genau dort steht sie jetzt, die Büste von Eduard Vollmar, auf einem Marmor-Sockel in einer kleinen Grünfläche im Schnittbereich der beiden Straßen.

„Schon vor drei Jahren haben wir uns in der Erbacher Stadtteilkonferenz Gedanken darüber gemacht, was wir mit der Statue von Eduard-Vollmar machen“, erzählt Hans-Jürgen Bernd gestern. „In den Gesprächen sind wir dann auf die Idee gekommen, die Büste hierher zu stellen.“ Diese Entscheidung sei nicht ohne Grund so gefallen, immerhin stehe die Statue damit auf geschichtsträchtigem Erbacher Grund und Boden. Wie geschichtsträchtig, das vermittelte Bernd dann fast schon in einer kleinen Geschichtsstunde und mit Blick vor allem auf den gerade gegenüber liegenden Luitpold-Platz. „Dort stand früher die Ruprechtschule. So weit ich mich erinnern kann, war die für Mädchen und die Luitpoldschule für Jungs.“ Dieser Platz sei 2008 neu gestaltet worden, der alte Brunnen entfernt, die Fläche zum einem großen Teil mit Steinen des alten Christian-Weber-Platzes gepflastert.

Mit einem Grinsen erinnerte sich Bernd da gestern an einen ganz skurrilen Moment in dieser Zeit des Umbaus: So haben man damals während der Baggerarbeiten im Bereich unterhalb des heutigen Bürgersteiges der Steinbachstraße unterirdisch noch die alten Toiletten-Anlagen der Ruprechtschule sehen können, das sei ein ganz ungewöhnlicher Blick in die Geschichte gewesen. Mit vielen anderen habe man damals auch eine alte Begrenzungsmauer der Ruprechtschule saniert. Aus diesen vielen geschichtlichen Gründen sei der neue Standort der Eduard-Vollmar-Büste genau richtig, in unmittelbarer Nähe von Luitpoldschule, dem Luitpold-Platz, den historischen Resten der Ruprechtschule und dem alten Erbacher Bürgermeisteramt. Hans-Jürgen Bernd: „Das passt einwandfrei. Man kommt das Dorf hoch und sieht die Statue direkt.“

Im Gegensatz dazu sei der alten Standort, der ursprüngliche Eduard-Vollmar-Platz an der Berliner Straße in den vergangenen Jahren zunehmend „nicht mehr wirklich wertig gewesen“, so Bernd. Seit acht Tagen schaut Eduard Vollmar nun also mit ernstem und würdigem Blick eben nicht mehr vom Eduard-Vollmar-Platz aus in die Welt, sondern quasi von einem neuen Eduard-Vollmar-Plätzchen aus, inmitten von schmuckem Grün und deutlich bar der Gefahr, allzu schnell wieder in Vergessenheit zu geraten. Aber noch sind nicht alle Arbeiten am neuen Ort des Gedenkens erledigt. Hans-Jürgen Bernd: „Die Büste soll in Zukunft auch noch mit einem Strahler beleuchtet werden.“ Das sieht mit Sicherheit schick aus – dringend nötig, und das gestand Bernd gestern ein, sei aber auch eine besser sichtbare Beschriftung der Büste. Denn: Nur aus nächster Nähe kann man die im Marmor der Trägersäule eingeschlagenen Buchstaben erkennen, lesen fehlt noch schwerer. Hier, so Hans-Jürgen Bernds Idee, könnte man vielleicht mit Farbe im Ton der eigentlichen Bronze-Büste nachhelfen.