Gelassen, aber vorbereitet

Bei allem Spaß am Feiern, Silvester birgt auch besondere Gefahren, vor allem dann, wenn Feuerwerk und Alkohol im Spiel sind. Wie bereiten sich diejenigen vor, die einsatzbereit sein müssen, wenn andere feiern? Wir haben an ein paar Stellen nachgefragt.

Raketen , Alkohol und viel Gefühl: Es ist eine ganz eigene Mischung zum Jahreswechsel und die birgt neben guten Wünschen, vielen Vorsätzen auch durchaus das Potenzial, dass etwas Unerfreulicheres passieren kann. Während die einen sich in schicke Fummel werfen, das Fondue anheizen, den Cremant kalt legen, halten sich die anderen bereit, um ganz normal zu arbeiten: von der Feuerwehr bis zum Uniklinikum, wo ja auch in der Nacht des Jahreswechsels Menschen gepflegt, versorgt werden müssen und wo auch Babys geboren werden - das erste im neuen Jahr ist ja unserer Zeitung immer eine Meldung wert. Alles nichts Neues und doch etwas Besonderes.

Bei der Polizei in Homburg und der Feuerwehr Homburg-Mitte sieht man dem Jahreswechsel gelassen entgegen. Man sei "wie das ganze Jahr über auch auf jegliche Einsätze vorbereitet und personell so aufgestellt, dass wir sie abarbeiten können", sagt Isabelle Hofstätter von der Polizei in Homburg auf Anfrage unserer Zeitung. Es sei an diesem Abend das übliche Geschäft, nur etwas mehr davon. Zu späterer Stunde habe man es üblicherweise mit Ruhestörungen im Zusammenhang mit Menschen zu tun, die viel Alkohol getrunken haben. Dazu kommen Randalierer - auch hier hätten so gut wie alle Fälle mit Alkohol zu tun. Und es gibt auch Menschen, die betrunken ein Auto lenken, von "Trunkenheitsfahrten" spricht Hofstätter da. Passieren Unfälle mit Raketen und Co. dann sei die Polizei in soweit damit beschäftigt, weil geklärt werden müsse, ob eine strafbare Handlung ausgeschlossen werden kann, etwa eine fahrlässige Körperverletzung. Und mit etwas ganz anderem bekamen es die Beamten auch schon zu tun: mehreren entlaufenen Hunden, die vermutlich aus Angst vor dem Silvesterfeuerwerk das Weite gesucht hatten.

Auch bei der Feuerwehr hat man sich nicht speziell personell aufgestellt. Es seien genügend Leute da, die bei einem Anruf kommen, zusätzlich gebe es eine kleine Bereitschaft in der Wache, sagt Alexander von Büren, Löschbezirksführer der Feuerwehr Homburg Mitte. Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass immer mal etwas vorgekommen sei, das Ganze sich "aber in Grenzen gehalten hat". Mal musste man zu einem Containerbrand ausrücken, mal war eine Rakete im Dachstuhl gelandet, mal brannte eine Tuja, nachdem eine Rakete dort hineingeflogen war. "Nichts Dramatisches", so von Büren. Die Feuerwehr sei einsatzbereit, sehe dem Ganzen aber gelassen entgegen.

Sowohl Feuerwehr als auch Polizei haben aber auch einige Hinweise, was man, wenn es nach den Fondue und kurz vor Mitternacht ernst wird, tun oder eben besser lassen sollte. Zum Beispiel dann, wenn eine Rakete nicht explodiere: Auf jeden Fall liegen lassen, nicht anfassen, auch Stunden danach, mahnen Hofstätter und von Büren. Sie könne immer noch später zünden, das gelte generell für alle Feuerwerkskörper. Generell solle man nur zugelassenes Feuerwerk kaufen, an Personen unter 18 Jahren dürften Raketen und Co. nicht abgegeben werden. Man sollte die Silvesterknallerei ordnungsgemäß zünden, vorsichtig sein, darauf achten, dass rundherum alles frei sei. Und, mahnt, von Büren: Keine Dummheiten machen in Bezug auf Alkohol. Das unterstreicht auch Isabelle Hofstätter von der Polizei : Bei aller Ausgelassenheit sollte es selbstverständlich sein, dass man sich nicht alkoholisiert ans Steuer setze.

Was aber tun, wenn von der ausgelassenen Knallerei etwas übrig bleibt. Generell, so von Büren, gelte, dass Raketen , Böller und Co. Gefahrstoffe seien, die nur an diesem einen Abend verwendet werden dürften. Man sollte sie daher auch in der Neujahrsnacht verbrauchen und nur in der Menge beschaffen, die man an Silvester benötige. Reste könne man nicht zu Hause aufbewahren. Damit Feiernde und Nachtschwärmer in und um Homburg sicher nach Hause kommen, bieten die Stadt Homburg und das Unternehmen Saar-Pfalz-Bus an Silvester einen besonderen Fahrplan an: Die Stadtbuslinien 511 bis 516 fahren nach dem normalen Fahrplan, allerdings nur bis 16 Uhr - Fahrtbeginn bis 15.59 Uhr. Ab etwa 20 Uhr wird der Verkehr bis 3 Uhr im Stundentakt wieder aufgenommen. Zwischen zirka 23.30 und 0.30 Uhr ruht der Verkehr aus Sicherheitsgründen, hieß es weiter. Die letzten Abfahrten erfolgen dann zwischen 2 und 3 Uhr, 2.30 Uhr Richtung Kirrberg, 2.42 Uhr bis Birkensiedlung, 2.11 Uhr und 2.23 Uhr Richtung Erbach und 2.51 Uhr in Richtung Bruchhof.

Außerdem verkehrt die Sonderlinie 517 auf folgender Strecke: Hauptbahnhof - Talstraße - Schwarzenbach - Schwarzenacker - Wörschweiler - Beeden - Talstraße - Hauptbahnhof. Die Abfahrten ab Hauptbahnhof erfolgen ab 20.15 Uhr - Talstraße 20.19 Uhr; Wörschweiler Kreuzung 20.29 Uhr - stündlich bis 23.15 Uhr. Die letzten Fahrten beginnen um 0.45, 1.45 und 2.45 Uhr.

Infos zu den Fahrplänen: Stadtbusbüro Homburg im Talzentrum) und unter Telefon (0 68 98) 5 00 40 00.

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