Bürgerinitiative Jägersburg übergibt Unterschriften an Bürgermeister

Autobahnanschluss Ost : 1300 Unterschriften gegen A6-Anschluss

Die BI Eichwald richtet sich gegen die geplante Variante 2. Auch 750 Online-Nutzer signalisierten Protest.

Die sowieso schon lange Geschichte rund um den geplanten A6-Autobahnanschluss Homburg-Ost hat seit Dienstagmorgen ein weiteres Kapitel: Angeführt von ihren Sprechern Arno Auffenfeld und Andreas Ragoschke-Schumm übergab die Bürgerinitiative „Eichwald“ aus Jägersburg über 1300 Unterschriften gegen die Umsetzung des A6-Anschlusses mit der so genannten „Variante 2“ an Homburgs Bürgermeister Michael Forster.

Zum Hintergrund: In einem Bebauungsplanverfahren hat sich der Stadtrat Homburg unlängst mehrheitlich für einen Autobahnanschluss-Ost mit einer neuen Erschließungsstraße durch den Erbacher und Jägersburger Wald entschieden. Eben diese „Variante 2“ ist mit derzeit geschätzten neun Millionen Euro fast doppelt so teuer wie die „Variante 1“ mit einer Anbindung an die bestehende Erbachumgehung. Welche der beiden Möglichkeiten Realität wird, entscheidet der Bund als Hauptträger der Baulast. Für die BI ist klar, dass nur die „Variante 1“ wirklich sinnvoll ist. Daran ließen Auffenfeld und Ragoschke-Schumm im Gespräch mit Forster rund um die Unterschriftenübergabe (dazu gehörten zusätzlich 750 Unterstützer-Bekundungen einer Online-Petition) keinen Zweifel aufkommen. Forster zeigte sich überrascht von der großen Anzahl von Bürgern, die der Überschriftenübergabe folgen wollten – hatten sich doch neben Mitgliedern der Bürgerinitiative „Eichwald“ auch welche aus den Reihen der BI „Rettet die Mastau“ im Rathaus eingefunden. Ragoschke-Schumm war sich angesichts der Resonanz auf die Unterschriften-Aktion der BI „Eichwald“ sicher, „dass das schon ein Thema ist, das die Menschen bewegt, nicht nur in Jägersburg. Wir haben interessanterweise auch Zuspruch aus Erbach und Bruchhof erhalten. Wir glauben, dass wir gute Argumente für die ‚Variante 1‘ und für ein Auslassen der ‚Variante 2‘ haben.“ Arno Auffenfeld ergänzte Grundsätzliches: „Mit sparsamen Verkehrskonzepten kommen wir besser voran als mit aufwendigen.“

Was die BI Eichwald vor allem umtreibt, das ist der Umstand, dass mit dem vom Stadtrat im Zuge der Vorplanung beschlossenen „Variante 2“ vor allem viel Wald in Erbach und Jägersburg vernichtet würde. Zur Erklärung: Eben diese Variante sieht einen neuen Zubringer zum geplanten Autobahnanschluss Homburg-Ost zwischen der Route der früheren Glantalbahn und der bestehenden Erbach-Umgehung vor. Zudem, und auch diese Kritik führten die Vertreter der BI gestern nicht zum ersten Mal an, würde die geplante Trassenführung durch ein Wasserschutzgebiet 2 führen – für die Gegner der „Variante 2“ ein absolutes Ausschluss-Kriterium.

In der nachfolgenden Diskussion stellte sich heraus, dass nicht nur hier unterschiedliche Auffassungen zwischen der Verwaltung in Person von Michael Forster und den Vertretern der Bürgerinitiative besteht. So widersprach Forster der Darstellung, dass das bestehende Wasserschutzgebiet rechtlich den Bau der „Variante 2“ verhindere. Vielmehr seien hier Ausnahmen möglich, die Straße müsse entsprechende Auflagen erfüllen. Im Gegensatz dazu müsse bei der „Variante 1“ beachtet werden, dass diese sogar ein Wasserschutzgebiet der höchsten Stufe 1 mit einem aktiven Brunnen berühre.

Forster sicherte den Vertretern der Bürgerinitiative zu, dass die Unterschriften, gleich ob ganz klassisch auf Papier oder als Teil der Online-Petition, Eingang in das weitere Verfahren fänden. Der Bürgermeister stellte aber auch klar, dass am Ende der Bund als Träger der Baulast entscheide, welche Variante tatsächlich gebaut wird. „Ich will nicht ausschließen, dass es noch Varianten-Verschiebungen geben kann, kann aber auch nicht zusagen, dass es solche Varianten-Verschiebungen geben wird. Das wird jetzt die Landesplanung mit uns abstimmen.“ So werde es spannend, war sich Forster sicher, welche Trasse letztendlich gebaut werde. „Nun erfolgt die Detailplanung.“ Als Teil dieses Prozesses sei es da nützlich, dass die Bürger mit ihren Unterschriften ihre Meinung bekundeten. „Jetzt werden wir sehen, wie am Ende die Planungen weiterlaufen.“

Diese Planungen liegen nun wieder beim Landesbetrieb für Straßenbau, der neben der Zuständigkeit für Landesstraßen im Auftrag des Bundes auch für Maßnahmen an Bundesstraßen und Autobahnen verantwortlich ist. Für den Bund als Zahler wird hier wird auch die Kosten-Nutzen-Rechnung für beiden Varianten entscheidend sein.

Mehr von Saarbrücker Zeitung