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Beachhandball: „Alles ist ein bisschen dreckiger“

Beachhandball : „Alles ist ein bisschen dreckiger“

Handballerinnen aus Quierschied siegen bei den Beach-Landesmeisterschaften. Bei den Herren gewinnt Kirkel.

Samstagvormittag im scheinbar menschenleeren Naturfreibad Kirkel-Neuhäusel. Es ist kühl, wolkenverhangen, es regnet leicht. Schmuddelwetter. Doch nähert man sich den beiden Beachvolleyball-Plätzen am Fuß der Burghalle, wähnt man sich plötzlich im Strandurlaub. Partymusik dröhnt aus zwei Lautsprechern, Menschen tanzen barfuß im Sand, und auf den Plätzen wird in knappen Outfits Handball gespielt. Es ist ein skurriles Bild, das das Beachhandball-Turnier des TV Kirkel abgibt.

Dass die Veranstaltung nicht ins Wasser fiel, hatte sich erst am frühen Morgen entschieden. „Wir haben nach den Wetterprognosen kaum noch daran geglaubt, dass unser Beach-Masters stattfinden kann. Ausschlaggebend war, dass die teilnehmenden Mannschaften zugesagt haben, bei Wind und Wetter spielen zu wollen. Wir sind um acht Uhr morgens noch ein paar Mal mit dem Rechen über die Sandplätze gegangen und haben gesagt: Wir machen es!“, erzählt Alexander Groß vom Organisationsteam des TV Kirkel.

Sieben Damen-, und drei Herrenmannschaften trotzten dem ungemütlichen Wetter. Absagen kamen von den überregionalen Mannschaften. Da das Turnier bis zum letzten Moment auf der Kippe stand, war etwa den Damen vom TV Thaleischweiler die Anreise aus der Westpfalz zu weit. Für andere war die Teilnahme eine Selbstverständlichkeit. „Auf das Beach-Masters freue ich mich das ganze Jahr. Das lässt man nicht ausfallen, nur weil es ein bisschen regnet“, meinte Michael Bauer. Er spielt eigentlich für den Handball-Saarlandligisten SGH St. Ingbert, trat aber am Samstag für den TV Kirkel an. Der TVK gewann das Mini-Turnier bei den Herren gegen den SSV Wellesweiler und die A-Jugend der Spielgemeinschaft SGH St. Ingbert/TV Kirkel. Nur in einem der beiden Spiele gegen Wellesweiler tat sich Kirkel schwer. Der TVK lag kurz vor Schluss des ersten Satzes mit 7:9 zurück. Da schraubte sich Bauer in die Luft, drehte sich im Flug einmal um die eigene Achse und erzielte einen Doppeltreffer zum 9:9. Denn Trickwürfe wie der „Kempa“ zählen beim Beachhandball genauso wie Torwarttore zweifach. Gespielt wurden zwei Halbzeiten, die beide als separater Satz gewertet wurden. Gewann jede Mannschaft einen Satz, entschied eine Variation des Siebenmeter-Werfens über den Sieger. So eng wurde es für die Kirkeler Herren aber nie. Der TVK gewann alle seine vier Spiele mit 2:0 nach Sätzen und wurde vor Wellesweiler Erster.

Bei den Damen gewann der Saarlandligist ASC Quierschied. Der ASC hatte sich in der Vorrunde Gastgeber TV Kirkel I noch geschlagen geben müssen (1:2) und nahm im Finale Revanche. Quierschied gewann den ersten Satz knapp mit 5:3. Auch der zweite Durchgang stand lange auf des Messers Schneide. Am Ende siegte der ASC dank vier Treffern von Kathrin Eggert mit 10:7. „Im Regen zu spielen, macht eigentlich noch mehr Spaß als in der Hitze. Nur während der Wartezeit wird es ein bisschen kühl“, meinte Eggert. „Die Regeln beim Beachhandball sind attraktiver, und alles ist ein bisschen dreckiger“, ergänzte die ASC-Spielerin mit einem Grinsen. Der Meinung schloss sich Fabienne Kunzler von der HG-Saarlouis an: „Es macht richtig Bock – egal bei welchem Wetter. Man kommt mal aus der Sporthalle raus. Die Leute sind cool. Und ein, zwei Bier sind ebenfalls drin“, meinte die HG-Spielerin mit einem Augenzwinkern. Saarlandligist Saarlouis gewann das kleine Finale gegen die zweite Mannschaft des TV Kirkel mit 2:0 und wurde Dritter.