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Lautzkirchen: Blieskasteler Feuerwehr kämpft sich durch den Diskonebel

Lautzkirchen : Blieskasteler Feuerwehr kämpft sich durch den Diskonebel

Mit einer Übung in Lautzkichen bereiteten sich die Einsatzkräfte auf den Ernstfall vor.

„Einsatzalarm + Brand 4 / Brand Schule + Mehrere Personen noch im Gebäude“ – eine Alarmdepesche, wie man sie auf den digitalen Meldeempfängern niemals lesen wolle, meinen Jochen Schwarz und Tarek Klein von der Freiwilligen Feuerwehr in Blieskastel-Mitte. „Und wenn doch – dann wollen wir vorbereitet sein.“ Die beiden waren kürzlich beim Übungsabend im größten Blieskasteler Löschbezirk als Übungsleiter tätig. Zur Aus- und Fortbildung übte ihre Wehr an der Grundschule Kirchberg-Schlossberg am Hauptstandort in Lautzkirchen genau dieses Szenario: Brand in einer Schule, Treppenhäuser und Fluchtwege stark verraucht, mehrere Personen vermisst oder gar eingeschlossen.

Was viele nicht wissen: Die primäre Aufgabe der Feuerwehr ist nicht das Feuerlöschen – zunächst steht die Menschenrettung im Vordergrund. Erst wenn alle Menschen gerettet und Räume abgesucht sind, wird parallel oder im unmittelbaren Anschluss die Brandbekämpfung eingeleitet.

Dass dies trotz guter Übung und Routine sowie simuliertem Rauch durch Diskonebel und einem zusätzlichen Gewicht der Schutzausrüstung mit bis zu 30 Kilo kein Zuckerschlecken ist, versteht sich von selbst. Dennoch hatten der Angriffstrupp der Blieskasteler Feuerwehr von innen und die Besatzung der Drehleiter sowie ein zweiter Trupp mittels der acht Meter langen Steckleiter von außen alle Personen in der Grundschule Lautzkirchen in kürzester Zeit gefunden und gerettet.

Noch während der Erstmaßnahmen in der Übung erreichte jedoch ein Alarm eines Realeinsatzes die übenden Feuerwehrleute: In Niederwürzbach war ein PKW mit einem Strommast kollidiert, der auf die Straße gestürzt war und eine Gefahr darstellte. Während die Besatzung des Einsatzleitwagens, des Tanklöschfahrzeuges und des Rüstwagens für Verkehrsunfälle diesen Einsatz zusammen mit den Kameraden der Löschbezirke Biesingen und Niederwürzbach übernahm, konnten die Einsatzkräfte die Übung fortsetzen. Die Mannschaften des Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeuges und des Gerätewagens sowie der Trupp der Drehleiter brachten sie erfolgreich zu Ende.

 Ab in den Innenangriff… Der Angriffstrupp unter Atemschutz geht ins Feuer…
Ab in den Innenangriff… Der Angriffstrupp unter Atemschutz geht ins Feuer… Foto: Tarek Klein

In die Übung waren 32 Feuerwehrfrauen und -männer fast zwei Stunden involviert. Insgesamt wurden mit sieben Einsatzfahrzeugen an der Grundschule Kirchberg-Schlossberg in Lautzkirchen geübt. „Eine anschließende Ortsbegehung und eine Einweisung in die Brandmeldeanlage der Grundschule garantierte für die zukünftigen Einsätze eine sehr hohe Professionalität der Feuerwehr. Erstmalig kamen auch die neuen Feuerwehrpläne zum Einsatz“, resümierte Harald Becker, bei der Stadt zuständig für die Schulen.