Konzert in Höchen: Sänger halten Bergbau-Tradition hoch

Konzert in Höchen : Sänger halten Bergbau-Tradition hoch

Der Saarknappenchor gab ein Benefizkonzert zugunsten der Kirche Maria Geburt in Höchen.

Voll besetzt war die katholische Kirche „Maria Geburt“ in Höchen am vergangenen Sonntagfrühabend. Der Saarknappenchor unter der Leitung von Matthias Rajczyk hatte sich zum Benefizkonzert angesagt. Gut 400 Besucherinnen und Besucher waren gekommen, die sich in den 90 Minuten bestens von den Liedbeiträgen unterhalten ließen.

Walter Engel, Gechäftsführer des 1948 gegründeten Saarknappenchores, freute sich über den enormen Besucherzuspruch dieses Benefizkonzertes: „Im Vorfeld haben wir schon mit zahlreichen Gästen gerechnet. Aber diese enorme Zahl war auch für mich überraschend.“ Irgendwie habe man schon gespürt, dass der Saarknappenchor in eine Gegend auftrat, die früher vom Bergbau geprägt war. Früher gab es Gruben auf Nordfeld bei Höchen und in Fankenholz. „Der Begbau hat immer noch seine Tradition und viele Besucher kamen, auch um ein Stück Geschichte wieder zu erleben.“ Unter den Konzertbesuchern zeigte sich stolz ein Gast mit seiner Bergmannsuniform.

 Der Saarknappenchor kann inzwischen auf eine lange Geschichte zurückblicken. Im nächsten Jahr feiert er sein 70-jähriges Bestehen. Bei ihren bis zu 20 Auftritten im Jahr wollen die Sänger ihren Beruf in den Kohleminen und auch das Unternehmen Saarberg der Öffentlichkeit präsentieren. Das Kulturgut der Saarknappen soll weiter bestehen, auch wenn im Saarland längst alle Gruben geschlossen sind, war weiter zu hören. „Wir treten nicht nur im Saarland, sondern auch im gesamten Bundesgebiet, ja auch im Ausland auf“, erklärt Walter Engel. 1972 führte eine Konzertreise nach Japan, die auf Einladung des Sängerbundes Japan erfolgte. Seit dem 26. März 1972, als seit mittlerweile 45 Jahren, besteht eine gegenseitige Ehrenmitgliedschaft mit dem weltberühmten Männerchor  „Tokyo Liedertafel.“

Viele Preise in In- und Ausland bekamen die Mitglieder des Saarknappenchores in den zurückliegenden Jahrzehnten. Stolz kann der Chor auf zahlreiche ganz besondere Auftritte zurückschauen. Im Jahr 1978 trat man beim Empfang und der Begrüßung der Englischen Königin Elisabeth II. und des Prinzgemahls in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz auf. Den Trauerakt für den langjährigen saarländischen Ministerpräsidenten  Franz Josef Röder im Jahr 1979 in der Staatskanzlei Saarbrücken umrahmte der Saarknappenchor musikalisch.
Beifallsstürme bekam der Chor bei seiner zweiten Weltreise, die im Jahr 1980 nach Südamerika, genauer nach Brasilien, führte. Musikprofessor und Pianist Robert Leonardy begleitete die Auftritte mit Vorträgen und den Chor am Konzertflügel. Weitere Reisen führten später nach Georgien und Ungarn. Dazwischen wurde der Chor mit Preisen für sein Wirken auf nationaler und internationaler Ebene ausgezeichnet.

 1999 zeigte sich der Saarknappenchor auch im ZDF bei einer Übertragung eines Gottesdienstes, der am 26. April in der Schachthalle Göttelborn stattfand. „Wir helfen gerne und treten vielfach zu Benefizkonzerten auf“, sagt Geschäftsrührer Walter Engel. So unter anderem 2005, als man zu Gunsten der Flutopfer in Südostasien aufspielte. Beim jüngsten Konzert in der Kirche Maria Geburt kam der stolze Betrag in Höhe von 1100 Euro zustande. Auf Eintritt wurde verzichtet, dafür aber um freiwillige Spenden gebeten. Der Spendenbetrag wird für die dringende Sanierung der Heizung der Kirche zur Verfügung gestellt.

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