Baumeister Levy: Erinnerungen an den Baumeister Levy

Baumeister Levy : Erinnerungen an den Baumeister Levy

Der Heimatkundeverein Höcherberg würdigt Leben und Werk des für die Region bedeutenden Architekten Ludwig Levy.

„Ludwig Levy im Jahr 1886“, unter diesem Titel bietet der Verein für Heimatkunde Höcherberg am kommenden Montag allen Interessierten die Möglichkeit, mehr über diesen, heute durchwegs in Vergessenheit geratenen, für den Südwesten Deutschlands bedeutenden Architekten und Baumeister zu erfahren. Dieser hatte bekanntlich auch am Fuße des Höcherbergs deutliche Fußspuren hinterlassen.

Ludwig Levy wurde 1854 in pfälzischen Landau als sechstes Kind des jüdischen Textilhändlers Jonas Levy und seiner Frau Barbara Machol geboren. Nach seiner Schulzeit studierte er ab 1870 am Polytechnikum in Karlsruhe Mathematik und Ingenieurswesen, später auch Architektur. Nach seinem beendeten Studium übernahm Levy verschiedene Stellen bei Architekten, unter anderem bei Paul Wallot, dem Baumeister des berühmten Reichstagsgebäudes in Berlin, wie es in der Pressemitteilung der Bexbacher Heimatkundler weiter heißt.

IM Jahr 1882 eröffnete er ein eigenes Architekturbüro im pfälzischen Kaiserslautern. Ab 1886 hatte er eine Lehrtätigkeit bei der Baugewerkschule Karlsruhe inne, ab 1902 war er bautechnischer Referent im Ministerium des Inneren. Aufgrund seiner Leistungen wurde er 1902 durch das Badische Innenministerium zum Baurat berufen. Diese Tätigkeit übte er bis zu seinem Tode aus. Auf einer Dienstreise verstarb er 1907 unerwartet an einem plötzlichen Herzinfarkt.

Levys Wirken konzentrierte sich vor allem auf Baden, die Pfalz, aber auch das Elsass im Nachbarland Frankreich, wo er vor allem Synagogen, Wohnhäuser und Vereinsheime plante.

Von den Synagogen, die Ludwig Levy entwarf, hat keine einzige in Deutschland die Zeit des Nationalsozialismus überdauert.

Vorgestellt werden neben den Profanbauten, Villen, christlichen Gotteshäusern auch die Synagogen, die Ludwig Levy geschaffen hat. Der Baumeister zeichnet auch für die protestantische Kirche in Bex-
bach verantwortlich. Alle Interessierten sind zu dem historischen Vortrag eingeladen.

Die Veranstaltung des Vereins für Heimatkunde Höcherberg findet am kommenden Montag, 16. Oktober, um 19 Uhr im Nebenzimmer des Gasthauses „Zur Eiche“ in Niederbexbach in der Bliestalstraße statt. Referent ist der Vorsitzende des Heimatkundevereins, Hubert Roeder.

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