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Rechtspopulisten greifen Kirchen an
AfD-Fraktion wirft Kirchen Verleumdung vor

Saarbrücken. Mit heftiger Gegenwehr hat die AfD-Fraktion im Saar-Landtag gestern Äußerungen von Spitzenvertretern der evangelischen und katholischen Kirchen beantwortet.

Der rheinische Präses Manfred Rekowski aus Wuppertal hatte anlässlich des Besuches bei Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) die „Radikalisierung innerhalb der AfD“ besorgniserregend genannt. Bernd Krämer, Pressesprecher der dreiköpfigen AfD-Landtagsfraktion sprach daraufhin von „unerhörten Vorwürfen und Verleumdungen der Amtskirchen gegen die AfD“.


 Bereits an Pfingsten sei in katholischen Kirchen „von der Kanzel herab gegen Missliebige agitiert“ worden. „Es wurde zum Widerstand gegen einen angeblichen Ungeist des Hasses durch die AfD aufgefordert“, empörte sich Krämer. Nach den Ereignissen in Chemnitz würde der Zentralverband der Katholiken in Deutschland die Behauptung aufstellen, die AfD sei rechtsradikal und rechtsextrem. Auch die evangelischen Kirchen im Saarland hätten sich dieser Haltung angeschlossen, beklagte Krämer. „Des Weiteren wird der AfD latenter Antisemitismus vorgeworfen“, erklärte Krämer.

Er mahnte die evangelischen Kirchenvertreter, dass diese „mit solchen Unterstellungen zurückhaltend umgehen“ sollten. Die evangelische Kirche habe bis heute ihre Vergangenheit im Nationalsozialismus und im Unrechtsstaat der DDR immer noch nicht aufgearbeitet, sagte Krämer. Deshalb stehe es den evangelischen Kirchen nicht zu, die AfD  zu diffamieren. Krämer erklärte weiter, die Abneigung gegen die AfD komme nicht von ungefähr, da evangelische Kirchentage von Mitgliedern der Grünen „geflutet“ würden und maßgebliche Stellen in der Kirchenhierarchie von Grünen besetzt würden. „Die Amtskirchen, die seit Jahren unter Mitgliederschwund leiden, sollten überdenken, ob nicht ein Großteil ihrer Mitglieder die Kirchen wegen des von der AfD kritisierten Verhaltens verlassen“, sagte Krämer.



(dik)