| 20:08 Uhr

Kappensitzung
66 und gut druff – Auch ohne Halle

Spiesen-Elversberg. Im vollbesetzten Zelt in der Langdell, Spiesen, feiert der Karnevalsverein Alleh Hopp Geburtstag. Von Volker Ammann

Im gut beheizten Zelt gab es zu Beginn der Sitzung nur ein Thema: Die fehlende Heimstätte, sprich Halle, des Spieser Karnevalsvereins Alleh Hopp. Elferratspräsident und Moderator des Abends, Gerhard Stein, ging in seiner Eröffnungsrede auf die Situation ein: „Aufgrund der fehlenden Möglichkeit, die Halle in der Langdell zu nutzen und stattdessen ein Zelt anmieten zu müssen, steht der Verein finanziell am Scheideweg. Und das, nach 66 Jahren aktiver Arbeit.“ Den verantwortlichen Politikern und der Gemeindeverwaltung mit Noch-Bürgermeister Pirrung an der Spitze, wurde vorgeworfen, nicht rechtzeitig Maßnahmen ergriffen zu haben, um dem Verein eine Heimat zu bieten. Stein wies auch darauf hin, dass ohne Halle die Motivation für eine freiwillige, ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder gefährdet ist. In Anbetracht der 150 Kinder und Jugendlichen, die im Verein betreut werden und sich aktiv am Programm beteiligen, eine bedenkliche Entwicklung. Auch das Kinderprinzenpaar Franco I. und Prinzessin Anna-Lena I. und die Tollitäten Prinz Karsten I und Prinzessin Christina I., machten in ihren Reden den Entscheidungsträgern der Gemeinde den Vorwurf, nicht genügend für die Erhaltung des Vereins und seinen Aktivitäten zu tun.


Nach so viel Nachdenklichem brachten die „Konsorten“ dann endlich Stimmung ins geschmückte Zelt. Mit Coversongs und eigenen Kompositionen rockten Leadsänger Patric Schmelzer und seine Jungs den Abend. Kein Halten gab‘s im Publikum als die Band ein Medley bekannter Kölscher Karnevalssongs zum Besten gab. Nachdem die Jugendgarde mit dem Gardetanz das närrische Publikum erfreute, stand Kirk Rebmann, alias „Es Nissje“ in der Bütt. Er zog aus seiner „Kruuschkischd“ allerlei Anekdoten. Zum Beispiel den Heimweg mit dem Präsidenten nach einer Veranstaltung: „Mir hatte schon einiges getankt und sinn auf die Gleise gerote. Do meent die Präsident, dass es ziemlich viel Stufe sinn, unns Gelänner verdammt niedrig is“. Nach so viel Tiefgang legte Tanzmariechen Mariebelle Spaniol eine flotte Sohle aufs Parkett und begeisterte das Publikum. Ebenso die Kindergarde mit ihrem Tanz „Alles steht Kopf“.

Auf den Stühlen stand das Narrenvolk bei der Musik von Vanessa Löchner mit Ehrengarde des DNZ St. Ingbert, bei den Tanzeinlagen der Jugendgarde, den Desperate Housewives und den Alleh Hopp Maniacs. Getoppt wurde dies nur noch vom Männerballett. Mit getanzten Parodien aus Schwanensee, Flamenco bis hin zu Highway to Hell rissen die tanzenden Herren das Zelt mit. Natürlich kam keiner der Tanzgruppen um eine Zugabe herum. „De Wuschd“ aus Spiese durfte an diesem Abend ebenso wenig fehlen wie „de Läädisch“ und „de Fidelius“. Dem Publikum hat das Programm jedenfalls gefallen, wie der lange Schlussapplaus weit nach Mitternacht zeigte. Bleibt zu hoffen, dass bis zur nächsten Session eine Lösung für die Hallennutzung gefunden wird und die Veranstaltung des KV Alleh-Hopp wieder in der Halle stattfinden kann.