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KV Alleh Hopp
Dem KV Alleh Hopp vergeht das Lachen

Die Kinderfastnacht 2018 musste in einem Zelt stattfinden. Das droht dem Karnevalsverein auch in der laufenden Session.
Die Kinderfastnacht 2018 musste in einem Zelt stattfinden. Das droht dem Karnevalsverein auch in der laufenden Session. FOTO: Alleh Hopp Spiesen / Alleh Hopp
Spiesen. Der Spiesener Karnevalsverein lud zur Info-Veranstaltung. Anlass: Die dramatische räumliche Situation, die seine Existenz bedroht. Von Heinz Bier

Die Verantwortlichen des KV Alleh Hopp Spiesen wollen die Leute zum Lachen bringen, aber ihre eigene Situation ist eher zum Heulen. Der Grund: Es fehlt eine Veranstaltungsstätte, weil die Langdellhalle als bisherige Heimstätte nicht mehr genutzt werden darf (wir berichteten mehrfach). „Um euch über die schwere Situation unseres Vereins auf dem Laufenden zu halten“, so formulierte es Vorsitzender Klaus Reichard, hatte der Verein zu einer Informationsveranstaltung ins Clubheim von Borussia Spiesen eingeladen und das Interesse war groß.


Reichard ging auf die Ursache der Misere ein und erinnerte daran, dass der KV Alleh Hopp die Langdellhalle von 2012 bis 2017 nur mit einer jährlichen Ausnahmegenehmigung der Unteren Bauaufsichtsbehörde (UBA) nutzen durfte. In dieser Zeit sollte eine Umwidmung der Halle vorgenommen werden, „und die ist in sechs Jahren nicht erfolgt“, kritisierte der Vereinschef. Für die Session 2017/18 wurde die Genehmigung der UBA nicht mehr verlängert und die Spieser Fastnacht fand in einem großen Zelt neben der Halle statt. Das wird auch in der Jubiläumssession 2018/19 wieder der Fall sein, wenn der KV Alleh Hopp 6 x 11 Jahre alt wird. Auf lange Sicht kann der Verein das aber nicht mehr schultern. „Das ist eine personelle und finanzielle Kraftanstrengung“, machte Björn Matheis vom Vorstand der Spieser Narren klar und nannte Zahlen.„Aufgrund der räumlichen Situation haben wir 2017 mehr als 15 000 Euro Defizit gemacht, und deshalb ist das ein zweites Mal ohne essenzielle externe Hilfe nicht machbar.“

Mittels einer Präsentation erläuterte er die Vereinsstrukturen, verwies auf 169 Jugendliche unter den 412 Mitgliedern, hob hervor, dass das ganze Jahr über jeden Tag Trainingsbetrieb ist und bezeichnete den Verein als „gelebte Dorfgemeinschaft“. Matheis weiter: „Aber der Verein hat ein großes Problem. Er ist obdachlos, denn wir haben weder einen Veranstaltungsraum noch Lagermöglichkeiten für unsere Utensilien.“ Und der Vorstandsbeisitzer machte eines ganz deutlich: „Wenn unsere Veranstaltungen irgendwann nicht mehr stattfinden können, ist das auch das Ende des Vereins.“



Sein Vorstandskollege Hans-Joachim Spaniol nahm die anwesenden Mandatsträger in die Pflicht. „Wollen Sie, dass der KV Alleh Hopp dicht machen muss, weil in der Gemeinde nichts passiert?“, fragte er und fügte hinzu: „Wenn nicht, dann handeln Sie jetzt!“

Alles hänge nur vom Engagement der Verwaltung und der Gemeinderatsmitglieder ab, meinte Spaniol, doch das wollte FDP-Fraktionssprecher Dennis Ditz so nicht stehen lassen. Er verwies darauf, dass die Umwidmung der Halle schon lange beschlossene Sache war, aber obwohl im Haushalt hierfür bereits Geld eingestellt wurde, sei bisher nichts unternommen worden. Frank Weisgerber und Fabienne Eli vom Verband Saarländischer Karnevalsvereine boten auch die Unterstützung des VSK an.