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Alleh Hopp
Fastnacht im Zelt – oder in der Halle?

Fasenacht im Festzelt?  So geschehen vergangene Session beim KV Alleh Hopp Spiesen. Eine Notlösung, die Geld kostete.
Fasenacht im Festzelt?  So geschehen vergangene Session beim KV Alleh Hopp Spiesen. Eine Notlösung, die Geld kostete. FOTO: Jörg Jacobi
Spiesen. Der KV Alleh Hopp Spiesen sucht für die kommende Session ein Zuhause. Und langsam wird die Zeit knapp. Von Claudia Emmerich

Den Karnevalsverein (KV) Alleh Hopp Spiesen treibt weiter Existenzangst um. Wo wird er in der Session 2018/19 mit seinen großen Veranstaltungen unterkommen? Auf diese Frage gibt es bislang keine Antwort, wie Vorstands-Vertreter jetzt in einem Gespräch mit unserer Zeitung feststellen. Rückblick: Für die Session 2017/18 hatte sich eine „Notlösung“ gefunden (wir berichteten). Die Sporthalle Langdell stand aus Brandschutzgründen als Versammlungsstätte (mehr als 199 Besucher) nicht zur Verfügung. Mit Gastspielen in der Elversberger Glück­auf-Halle und einem Festzelt vor der Langdell als Ausweichquartier retteten sie sich.


„Unter den gleichen Vorzeichen, können wir das nicht nochmal machen“, sagt Björn Matheis. Für die „Narrhalla auf freiem Feld“ hatte der Verein ordentlich Geld hinlegen müssen. „Wir standen finanziell gesund da, sonst hätten wir das Risiko gar nicht eingehen können.“ In einem Schreiben an den Bürgermeister vom 23. März hat der Verein den „Antrag auf Übernahme der Kosten für das Festzelt in der Session 2017-2018“ gestellt. In der Anlage fünf Rechnungen in Höhe von 16 996,36 Euro. Zur Kenntnis ging das Schreiben an die im Gemeinderat vertretenen Parteien. Neben dem Geld-Einsatz: Auch enorme Menpower sei gefordert gewesen, wie Beisitzer-Kollege Thomas Thiel ergänzt. Und auch die lasse sich nicht immer wieder abrufen. Und jetzt?

„Gemeinschaftliches Nutzen der Glückauf-Halle“ von beiden Fastnachtsvereinen in der Gemeinde – KV Alleh Hopp Spiesen und NKV Elversberger Narrenzunft – funktioniere nicht, wie auch ein Vorstandsbeschluss festhält. Obwohl beide ein gutes Verhältnis hätten. „Den Bau einer neuen Halle“ – bislang nicht mehr als eine an Hoffnung gekoppelte Idee, „wird der Verein nicht überleben“, sagt Matheis weiter: Bis die neue Halle stehe, seien die Mitglieder schon abgesprungen.



Impressionen vom Kinder-Fasenachtssonntag 2018 im Zelt.
Impressionen vom Kinder-Fasenachtssonntag 2018 im Zelt. FOTO: Alleh Hopp Spiesen / Alleh Hopp

Was bleibt an Möglichkeiten? „Ich sehe nur zwei Optionen“, so Matheis. „Option eins: Die Gemeinde geht mit absolutem Willen an die Langdell ran.“ Heißt: Die Halle wird feuerwehrtechnisch fit gemacht. „Option zwei: Wir bekommen finanzielle Unterstützung für die Zeltlösung.“ Die Langdell nutzbar machen „ist der ganzheitlich bessere Ansatz“, sagt Christine Ruffing, 2. Vorsitzende. Option zwei helfe zwar Alleh Hopp, aber den anderen Vereinen? „Wir haben klar gemacht, dass wir keine Sonderrolle spielen wollen“, berichtet Ruffing vom letzten Gespräch mit dem Bürgermeister am 28. April. „Vereine brauchen eine Veranstaltungsstätte, aber auch die Gemeinde selbst braucht eine“, so Thiel. Dafür sei lediglich die Glück­auf-Halle nutzbar und hinter deren Zukunft mit Sanierungsbedarf müsse man auch ein Fragezeichen setzen. „Wahrscheinlich muss der Druck im Kessel steigen“, glaubt Thiel, ehe was passiere. „Im Haushalt kann man alles ablesen“, sagt Matheis. „Und da sind für die Langdell 46 000 Euro eingestellt.“ Thiel: „Das deckt gerade mal die Planungskosten.“

Nun steht auch die politische Sommerpause an. Die Zeit wird knapper für ein Fitmachen der Langdell. Ein halbes Jahr bleibt nach den Ferien bis zum närrischen Jubiläum – der KV Alleh Hopp Spiesen feiert sein 6x11-Jähriges. Wie viel Zeit bleibt bis zu einer Schicksal-Entscheidung über die Session? Da wollen sich die Alleh-Hopp-Verantwortlichen erstmal gar nicht drauf einlassen. „Wird schon irgendwie gehen“, macht der Vorsitzende Klaus Reichard Mut. Und erinnert: 2012 – sie waren gerade erst nach Exil-Jahren in Elversberg wieder im Heimatort zurück – da gab es auf den letzten Drücker noch die Sondergenehmigung der Unteren Bauaufsicht für die Langdell. Mit den Sondergenehmigungen ging es jahrelang weiter. Ehe 2017 damit Schluss war.

Die Karnevalisten hoffen auf Zeichen aus dem Rat: „Wenn sich der Wind dreht, werden wir alle Segel ausrichten“, sagt Björn Matheis. Diese Woche habe sich der Bürgermeister gemeldet und um ein weiteres Gespräch gebeten.