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DRK Stennweiler steht vor dem aus
War es das mit dem DRK in Stennweiler?

Die Tage, in denen das DRK Stennweiler die ehemalige Grundschule nutzen konnte, sind gezählt. Eine andere Unterkunft gibt es bislang nicht.
Die Tage, in denen das DRK Stennweiler die ehemalige Grundschule nutzen konnte, sind gezählt. Eine andere Unterkunft gibt es bislang nicht. FOTO: Thomas Seeber
Stennweiler. Nach fast 90 Jahren hat der Wohlfahrtsverband in Stennweiler bald kein Dach mehr über dem Kopf. Das könnte sein Aus bedeuten. Von Marc Prams

Die Nachricht kam wie aus heiterem Himmel für die Mitglieder des DRK-Ortsvereins Stennweiler. Im Mai wurden sie vom Schiffweiler Bürgermeister Markus Fuchs darüber unterrichtet, dass sie ihre Räume in der ehemaligen Grundschule nicht weiter nutzen können. Ein festes Mietverhältnis bestand nicht. Die Räume wurden von der Gemeinde zur Verfügung gestellt, so lange kein Eigenbedarf bestand. Aber genau dieser besteht nun. Mehr als ein Schock für den Verein, der seit fast 90 Jahren für die Allgemeinheit im Einsatz ist. Denn ohne vernünftige Räume kann die Vereinstätigkeit nicht aufrecht erhalten werden.



„Wir haben vor acht Jahren 12.000 Euro in die Renovierung unserer beiden Räume und in eine komplett neue Küche gesteckt, in der wir Essen und heiße Getränke für Einsätze des DRK und der Feuerwehr zubereiten“, sagt Dieter Baltes, Sprecher des Stennweiler Ortsvereins. Ein Verein, der mehr als intakt ist, und neben 20 aktiven Mitgliedern auch über zwei Jugendgruppen verfügt, in denen sich 20 Jugendliche engagieren. „Wir brauchen den Platz, nicht nur für unsere Einsatzmaterialien, sondern auch für unsere Gruppenstunden und die Lehrgänge, die wir hier veranstalten“, erklärt Baltes, der für die Gründe, weswegen die Gemeinde die Räume nicht mehr zur Verfügung stellen kann, durchaus Verständnis hat.

Denn die muss, wie alle Kommunen, Auflagen erfüllen und ausreichend Kita- und Krippeplätze zur Verfügung stellen. So auch in der Kita Stennweiler, die sich ebenfalls im Gebäude der alten Grundschule befindet. „Wir schaffen in Stennweiler zwei neue Krippegruppen für jeweils elf Kinder und eine Gruppe für über Dreijährige, in der 25 Kinder sein werden“, erklärt Jutta Gimmler, Hauptamtsleiterin der Gemeinde Schiffweiler. Die Idee, an die bestehende Kita anzubauen, sei nicht umzusetzen, da die Gemeinde ihren vorhandenen Bestand nützen müsse. „Wir sind darüber nicht glücklich“, betont Gimmler, „aber ein kompletter Neubau wäre auch den Steuerzahlern nicht zu vermitteln.“ Die Entscheidung, das DRK quasi vor die Tür zu setzen, sei nicht leicht gefallen, aber leider alternativlos.

Neben dem DRK muss auch der Kirchenchor aus dem Gebäude, der seine Proben aber bereits in die Lindenhalle verlegen konnte. Auch die VHS, die Räume in der Schule nutzte, hat Ausweichmöglichkeiten gefunden. Aber wie geht es weiter mit dem DRK? Wie lange der Ortsverein noch in seinen Räume bleiben kann, weiß auch Jutta Gimmler von der Gemeinde nicht. Aber da das Ende absehbar ist, bereiten sich die DRKler schon mal vor. „Wir rechnen damit, dass wir nach dem Sommerferien raus müssen“, sagt Dieter Baltes. Und dann? „Wir hängen in der Luft. Sollten wir keine passende Unterkunft finden, würde das wohl bedeuten, dass wir den Verein auflösen müssen“, bedauert er. Aber noch ist es nicht so weit.

Viele Vereine aus der Gemeinde hätten ihre Unterstützung angeboten, so Baltes. „Weil sie wissen, wie wichtig unsere Arbeit ist. Wir sind bei zahlreichen Festen vor Ort. Von der Karnevalssitzung übers Dorffest bis zur Sommeralm sind wir ehrenamtlich tätig. Wir organisieren auch kostenlose Fahrdienste für Senioren zu verschiedenen Veranstaltungen“, betont er. Auch vonseiten der Stennweiler Ortsvorsteherin Christina Baltes hätte der Verein viel Unterstützung erfahren. Leider bislang ohne brauchbares Ergebnis. „Ich bin traurig, dass es nun so gekommen ist. Ich brauche das DRK andauernd, bei fast allen Festen“, sagt die Ortsvorsteherin. Sollte der Ortsverein aufgelöst werden „müssen wir das DRK künftig vom Kreis anfordern, und das kostet Geld. Darüber muss man sich bei der Gemeinde bewusst sein“, erklärt Christina Baltes.



So groß die Unterstützung von außerhalb auch ist, was die Gemeinde Schiffweiler anbelangt, fühlt man sich beim DKR etwas im Regen stehen gelassen. Jutta Gimmler hat Verständnis für die Enttäuschung, beteuert aber, dass es keine Möglichkeit gebe, das DRK in Stennweiler in passenden Räumen unterzubringen. Es seien schlicht keine vorhanden. Vielleicht bestehe ja die Möglichkeit einer gemeinsamen Nutzung des Gerätehauses der Feuerwehr, sagt sie, aber „das ist nur so eine Idee, die noch nicht geprüft wurde“. Wenn es um Hilfe bei etwaigen Renovierungen gehe, sei die Gemeinde natürlich bereit zu helfen. Vielleicht kommt man auf das Angebot zurück, denn ein Angebot vom Obst- und Gartenbauverein, was die Nutzung von Räumen angeht, liegt dem DRK vor. Und dort müsste einiges getan werden, sagt Dieter Baltes.

Was aber, wenn es wirklich zur Auflösung des Vereins kommen sollte? Wer springt dann ein bei Festen und Veranstaltungen, vom Katastrophenschutz ganz abgesehen? „Die Gemeinde müsste auf Ortsvereine von außerhalb zurückgreifen“, weiß Ursula Baumann vom DRK-Kreisverband Neunkirchen. Und das sei mit Kosten verbunden. Die seien schwer zu beziffern, da die Kreisverbände unterschiedlich hohe Aufwandsentschädigungen hätten. Fest stehe aber: „Es wäre ein enormer Verlust für die Gemeinde.“

Die Stennweiler Ortsvorsteherin Christina Baltes.
Die Stennweiler Ortsvorsteherin Christina Baltes. FOTO: Gemeinde Schiffweiler/Puhl-Krapf
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