| 21:51 Uhr

Ratten in Neunkirchen
Ratten: Stadt sieht Mitschuld bei EVS

Neunkirchen will Ratten los werden.
Neunkirchen will Ratten los werden. FOTO: dpa / Bernd von Jutrczenka
Neunkirchen. Neunkirchen versucht mit mehr Giftködern, die unbeliebten Nager loszuwerden. Essensmüll an Container-Plätzen sind ein Problem.

Ratten sind intelligente und soziale Tiere, wie wissenschaftliche Versuche verdeutlichen. Beliebt sind sie dennoch nicht. Und wo sie auftauchen, erschrecken die Menschen. So hat auch die Stadt Neunkirchen jüngst reagiert, nachdem die kleinen Nagetiere vermehrt in der Stadt gesichtet worden sind. Sowohl Bürger der Stadt als auch  Mitarbeiter des Betriebshofes hatten von einem verstärkten Auftreten berichtet, insbesondere im Umfeld mehrerer Wertstoffcontainer in der Innenstadt. Eine Fachfirma hat an  Containerstandorten sowie im Stadtpark Giftköder ausgelegt. Diese Köder befinden sich in speziellen Boxen, damit für andere Tiere, insbesondere Hunde oder Katzen, keine Gefahr besteht. Für die Zunahme an Ratten macht die Stadt dabei unter anderem den Entsorgungsverband Saar (EVS) verantwortlich. An den Containern fänden sich „seit Einführung des Ident-Systems bei der Abfallbeseitigung durch den EVS“ zunehmend Müll wie Küchenabfälle und Nahrungsreste, was die Tiere anziehe. Das Ident-System, bei dem sich die Gebühr nach der Anzahl der Leerungen richtet, gibt es seit 2011.


Das Problem mit den Ratten ist mithin nicht neu. Die Stadtverwaltung erläutert auf SZ-Nachfrage: „Ratten im Umfeld von Containerstandorten gibt es schon seit Längerem, allerdings ist - auch bedingt durch die Bautätigkeit in der Innenstadt von Neunkirchen - die Zahl der Rattensichtungen deutlich angewachsen.“ Gerade die Arbeiten am Hüttenberg sowie an den Bliesterrassen hätten den Bewegungsraum der Tiere eingeengt, erläutert das Rathaus weiter. Die Containerstandorte seien dann wegen des zunehmenden Nahrungsangebotes eine Anlaufstelle für die Tiere. Dem begegnet die Stadt jetzt neben dem regelmäßigen Auslegen von Ködern im Kanalnetz mit Gift an Containern und im Stadtpark. Das illegale Ablagern von Hausmüll und Essensresten sorgt bei der Stadt für Ärger: „Durch dieses Nahrungsangebot werden die Ratten angelockt und sie vermehren sich überproportional.“ Der Zentrale Betriebshof der Stadt kümmere sich darum, regelmäßig und schnellstmöglich illegale Abfälle im gesamten Stadtgebiet zu beseitigen.

Die Stadt betont in diesem Zusammenhang: „Das Abstellen von Gegenständen zur Entsorgung - unabhängig davon, ob es sich um Wertstoffe oder um sonstigen Abfall handelt - auf oder neben den Sammelcontainern stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.“ Hausmüll gehört dort natürlich überhaupt nicht hin. Wer mit seinen Wertstoffen auf einen vollen Container treffe, müsse entweder bis zum nächsten fahren oder die Sachen wieder mit nach Hause nehmen. Altpapier und Altglas nehme zudem auch das Wertstoffzentrum in Heinitz an. Wie viele andere Stoffe auch. Die Giftköder gegen Ratten haben die Mitarbeiter der Fachfirma im Mai ausgelegt. Inwieweit das erfolgreich war, müsse sich über einen etwas längeren Zeitraum erweisen, heißt es im Rathaus.