Winterzauber birgt Gefahren

Im Wald bei Neunkirchen herrscht zurzeit Hochbetrieb. Der Saarforst nutzt die kalte Witterung, um Holz zu ernten. Deshalb aufgepasst. Doch auf unbedachte Spaziergänger lauern noch weitere Gefahren.

Ein kleiner Spaziergang in der Kälte kann das Immunsystem stärken, Vorsicht ist zurzeit allerdings bei Strecken durch den Wald geboten. Während im letzten Jahr die Wege bis weit in den Sommer verschlammt waren, sind es nun festgefahrener Schnee und Eis, die die Wege in Beschlag nehmen und leicht zu stürzen führen können. "Im Wald wird nicht gestreut. An manchen Stellen ist es daher glatt", erklärt René Fontaine vom Saarforst Landesbetrieb und bittet darum, aufzupassen.

Und während sich so mancher schon nach wärmeren Temperaturen sehnt, sind die winterlichen Wetterbedingungen zumindest ein Vorteil für die Arbeiter des Saarforsts. War der Boden im letzten Jahr durch den ständigen Regen so durchnässt, dass das geerntete Holz teilweise Monate lang nicht aus dem Wald gefahren werden konnte, ohne den Waldboden zu beschädigen, ist er diesmal so gefroren, dass es hier zu keinen Problemen kommt. "Wir sind im Moment an vielen verschiedenen Orten an der Holzernte und brauchen keine Angst zu haben, dass die Maschinen im Schlamm versinken", sagt Fontaine. Die Fahrzeuge seien auch so ausgerüstet, beispielsweise durch ihr Reifenprofil, dass sie die vereisten Wege ohne Schwierigkeiten meistern. Etwas anders sieht es bei der geplanten Waldkalkung aus. Diesmal werde im Raum Saarlouis gekalkt, doch der Termin, diesen Montag sollten die Arbeiten beginnen, musste um eine halbe Woche verschoben werden: "Hier werden meist normale Straßen-Lkws benutzt. Sie sind für die vereisten Strecken einfach nicht geeignet." Rückepferde seien zurzeit ebenfalls nicht im Einsatz. "Wir ernten momentan die dicken Stämme und wollen die Tiere natürlich nicht überlasten", sagt Fontaine.

Allerdings lauern für die Besucher, die den Wald als Naherholungsgebiet nutzen, auch während den Arbeiten Gefahren. Absperrungen, die auf Waldarbeiten hinweisen, dürfen dementsprechend nicht ignoriert werden, damit es nicht zu Unfällen kommt. "Es ist oft ein Spagat die unterschiedlichen Interessen zwischen Waldbewirtschaftung und Naherholungsgebiet unter einen Hut zu bekommen", so Fontaine. Daneben kann das Winterwetter für so genannte Frostsprengungen sorgen. Der Begriff kommt eigentlich aus der Geologie. Gemeint ist damit, dass Wasser in Felsspalten eindringt, sein Volumen beim Gefrieren ausdehnt, und so den Stein zerbricht. Im Wald kann so etwas allerdings auch mal bei einem Ast passieren. "Etwa wenn sich bei einem geteilten Stamm Wasser sammelt und die beiden Teile durch das Eis schließlich auseinander gedrückt werden", erklärt der Förster. Insgesamt kämen solche Fälle allerdings nicht sehr häufig vor. Noch weniger Sorgen macht er sich über den so genannten Schneebruch. Dann hängen Äste und Baumkrone voll mit nassem Schnee . Die Last führt dann letztendlich zum Bruch. Momentan sei dies jedoch auszuschließen.

Doch es gibt auch gute Neuigkeiten für die Wanderer und Wald-Enthusiasten. "Die Schäden durch den Sturm vom 12. und 13. Januar sind zumindest an den Wegrändern so gut wie beseitigt", so Fontaine. Daneben hat das Winterwetter natürlich auch seine schönen Seiten. Im Wald kann jetzt durch die fehlenden Blätter das Auge auch in die Ferne schweifen. Und sollte es in den kommenden Tagen und Wochen noch einmal schneien, kann man mit etwas Glück auch die ein oder andere Tierspur im frischen Schnee entdecken.