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Die „Mutter“ der zweitgrößten Stadt des Saarlandes

Die „Mutter“ der zweitgrößten Stadt des Saarlandes

In Wiebelskirchen wird 2015 das ganze Jahr über gefeiert. Anlass ist das 1250-jährige Bestehen des Ortes oder genauer gesagt: die Erinnerung an die erste urkundliche Erwähnung des Ortes im Jahre 765. Denn für den Wiebelskircher Heimatforscher Norbert Hell gibt es mehrere Erkenntnisse, die darauf schließen lassen, dass der Ort schon lange vor der Ersterwähnung existiert hat und somit wesentlich älter ist als 1250 Jahre.

Der Brunnen mit den drei Fischen ist ein Erinnerungsstück anlässlich der 1200-Jahr-Feier. Der Bildhauer Werner Presser hat ihn erschaffen.
Die Fatimakapelle wurde am 15. Mai 1951 feierlich eingeweiht. Sie ist das Ziel zahlreicher Wallfahrten.
Die Skulptur „Pustkuchendenkmal“ ist von der Bildhauerin Michaela Gross. Johann Friedrich Wilhelm Pustkuchen schrieb eine konservative Fortsetzung von Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“.
Das Wibilohaus, das ehemalige Schulhaus, beherbergt heute Heimatmuseum, Stadtbücherei, das Büro des Ortsvorstehers und die Awo.
Der Zusammenfluss der Oster mit der Blies in Höhe des Kirmesplatzes, kurz vor der Alex-Deutsch-Brücke.

Bis Ende 1973 war Wiebelskirchen eine eigenständige Gemeinde, zählte zeitweise 12 000 Einwohner und war Sitz der Amtsverwaltung mit einem Amtsvorsteher an der Spitze. Zum damaligen Amtsbezirk gehörten die ebenfalls selbstständigen Gemeinden Hangard, Münchwies, Lautenbach und Fürth. Mit Inkrafttreten der Gebietsreform am 1. Januar 1974 wurde der Amtsbezirk Wiebelskirchen aufgeteilt. Wiebelskirchen, Hangard und Münchwies wurden der Stadt Neunkirchen angegliedert, Lautenbach und Fürth kamen zur Stadt Ottweiler. Heute ist Wiebelskirchen mit knapp 9200 Einwohnern der größte Neunkircher Stadtteil. Und da die Kreisstadt selbst wesentlich jünger ist, ist Wiebelskirchen sozusagen "die Mutter" der zweitgrößten Stadt im Saarland. Dies soll auch ein eigens entworfenes Jubiläumslogo symbolisieren, das von Hans Huwer gestaltet wurde. Es zeigt das frühere Wiebelskircher Gemeindewappen, das in das heutige Neunkircher Stadtsignet übergeht. Dadurch soll das Logo auch Tradition und Moderne verbinden. Gleiches gilt für eine Gedenkmünze, die zum Jubiläum aufgelegt wurde. Sie zeigt auf einer Seite den Wiebelskircher Dorfbrunnen, der 1965 anlässlich der 1200-Jahrfeier erbaut und eingeweiht wurde und auf der Rückseite das Pustkuchendenkmal, das seit einigen Jahren in der Ortsmitte an einen berühmten Sohn des Ortes erinnert. Viele Wiebelskircher tragen das Jubiläumslogo auch als Ansteck-Pin am Revers oder an der Bluse, um ihre Verbundenheit mit dem Ort und dem Jubiläum zu zeigen. Das Jubiläumslogo ziert auch ein Jubiläums-Sektglas als Erinnerung an die 1250-Jahrfeier. Federführend für die Organisation des Wiebelskircher Jubiläumsjahres und für die Koordination der Veranstaltungen ist der Heimat- und Kulturverein (HuK), der 1975 als Konsequenz aus der Gebietsreform und dem Verlust der Selbstständigkeit der Gemeinde gegründet wurde. Somit kann der HuK in diesem Jahr auch seinen eigenen 40. Geburtstag feiern. Mit im Boot sind zahlreiche örtliche Vereine, Organisationen und Einrichtungen, die sich mit eigenen Aktivitäten in die Reihe der Jubiläumsveranstaltungen einbringen. Der HuK hatte sich schon früh darauf verständigt, dass es anlässlich des Jubiläums keine Festwoche, keinen Festumzug und kein Festzelt geben wird. Das Jubiläum soll auch nicht zeitlich begrenzt, sondern das ganze Jahr über mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen gefeiert werden. Begonnen hat das Jubiläumsjahr mit einer großen Silvesterparty im Kulturhaus, an diesem Sonntag findet dort auch die offizielle Festveranstaltung statt. Zu den Veranstaltungshöhepunkten wird am ersten Juli-Wochenende eine Sternfahrt historischer Feuerwehrfahrzeuge gehören, und auch das Dorffest eine Woche später auf dem Kirmesplatz wird im Jubiläumsjahr mit einem besonderen Programm aufwarten. Viele kulturelle und sportliche Veranstaltungen gehören ebenfalls zum Jahresprogramm. Alle Jubiläumstermine von Januar bis Dezember sind in einer Festschrift aufgeführt, die der HuK zu Jahresbeginn herausgegeben hat. Verfasser ist Olaf Schuler, der Museumsleiter des HuK, der gemeinsam mit Norbert Hell auch maßgeblich am vierten Band der "Wiebelskircher Geschichten" beteiligt war, der ebenfalls rechtzeitig zum Ortsjubiläum erschienen ist. Zeitnah soll auch ein Film über das Jubiläumsjahr entstehen und deshalb hat sich innerhalb des HuK ein Heimatfilm-Ausschuss gegründet, der alle Ereignisse des Jubiläumsjahres mit Filmaufnahmen und Fotos dokumentieren wird.