Diagnose, Behandlung, Tipps für Angehörige Demenz: Diese Alzheimer-Warnsignale sollten Sie kennen

Ottweiler · Es gibt rund 50 verschiedene Arten von Demenz. Etwa zwei Drittel sind auf Alzheimer zurückzuführen. Wie aber erkennt man die Krankheit und kann man eigentlich was dagegen tun?

Demenz: Alzheimer-Symptome, Warnsignale, Behandlung & Tipps für Angehörige
Foto: dpa-tmn/Uwe Umstätter

Natürlich, sagt Volker Schwarz vom Demenzverein des Landkreises Neunkirchen, gebe es Warnsignale, die auf eine Demenzerkrankung hinweisen. „Aber“, das sagt er auch, „die Symptome können auch auftreten bei Unterversorgung, bei Stress, bei Alkoholismus.“ Und da kommt der Hausarzt ins Spiel. Der sollte erste Anlaufstelle beim ersten Verdacht sein. Doch, so sagt Schwarz, oft würden die Hausärzte nicht rechtzeitig überweisen an die Fachärzte oder die Gedächtnissprechstunde. Was er bedauert: Es sei sehr schwierig diesbezüglich mit den Hausärzten ins Gespräch zu kommen. Sein Rat: Bleibt nach dem Hausarzt-Besuch der Verdacht bestehen, ruhig selbst zum Facharzt zur Abklärung gehen. Denn die Diagnose ist wichtig. Zum einen, um möglicherweise heilbare Erkrankungen zu erkennen und entsprechend zu behandeln, bei nicht heilbaren den Verlauf zu verlangsamen und die veränderte Lebensplanung zu gestalten, Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Alzheimer: Diese Risikofaktoren gibt es

Vor allem für Alzheimer gibt es noch keine ursächlichen Behandlungsansätze. Aber: Wenn man rechtzeitig mit der Behandlung beginnt, kann der Verlauf gebremst werden. Auch, wenn keine speziellen Vorbeugemaßnahmen existieren, so kann man doch, wie die deutsche Alzheimergesellschaft mitteilt, Risikofaktoren ausschalten:

  • Bewegungsmangel
  • ungesunde Ernährung
  • Übergewicht
  • unbehandelter Diabetes
  • hoher Cholesterinspiegel
  • Bluthochdruck
  • übermäßiger Alkoholkonsum

Das heißt laut Alzheimer-Gesellschaft: „Körperliche Aktivitäten und geistige Regsamkeit, eine gesunde Neugier, das Pflegen von sozialen Kontakten und eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung verringern ein individuelles Demenzrisiko.“

Symptome und Warnsignale für Demenz: Wann man seinen Arzt ansprechen sollte

Treten verschiedene Warnsignale in gehäufter Form auf, sollte man seinen Arzt ansprechen. Allerdings, darauf weist Ingrid Rixecker vom Demenz-Verein hin, auch der gängige Uhrzeiten-Test oder Schwierigkeiten beim Geldzählen können vorübergehend und stressbedingt sein. Nicht zuletzt deshalb rät Vereinsvorsitzende Birgit Mohns-Welsch von immer mal auftauchenden Demenz-Tests ab. Da sei die Alzheimer-Gesellschaft neben dem Hausarzt eine sichere Anlaufstelle. Die listet elf Warnsignale für Demenz auf:

  • Gedächtnisstörungen
  • Gesprächen nicht mehr folgen können
  • fehlende Orientierung zur Zeit und an fremden Orten
  • fehlende Worte im Gespräch
  • schlechtes oder vermindertes Urteilsvermögen
  • Verlegen von Dingen
  • Probleme mit der räumlichen Wahrnehmung
  • Schwierigkeiten mit alltäglichen Aufgaben
  • Veränderungen der Stimmung oder/und des Verhaltens
  • Probleme, den Überblick zu behalten
  • Rückzug von der Arbeit oder sozialen Aktivitäten

Da sich die Demenz meist langsam entwickelt, Anzeichen oft auch falsch gedeutet werden, kann eine Diagnose im frühen Stadium schwierig sein. Ein sicheres Ergebnis bringt der Ausschluss möglicher anderer Ursachen durch den Facharzt.

Tipps für Angehörige

Für Angehörige ist die Demenz eines nahe stehenden Menschen mit gravierenden Veränderungen verbunden. Damit die Verständigung mit Menschen mit Demenz besser funktioniert, hat die Alzheimer-Gesellschaft elf Tipps erarbeitet:

  • Das Gespräch auf gleicher Augenhöhe führen
  • Auf Gefühle, die mitschwingen, achten
  • Freundlich und zugewandt sein
  • Dem Demenz-Kranken Zeit zum Antworten lassen
  • Einfache und kurze Sätze verwenden
  • Aufmerksam zuhören und auf Körpersprache achten
  • Langsam und deutlich sprechen
  • Nur immer eine Sache auf einmal fragen, keine „oder“-Fragen
  • Die eigenen Worte durch Gesten und Mimik unterstreichen
  • Keine „Warum, Weshalb, Wann und Wo“-Fragen stellen
  • Anerkennung zeigen für das, was gelungen ist, und nicht auf Fehler hinweisen

Alle Informationen rund um Demenz mit Anlaufstellen und Hilfsorganisationen bietet der Demenzwegweiser für den Landkreis Neunkirchen. Er ist erhältlich beim Demenzverein oder auf der Website.

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