| 20:10 Uhr

Thema Antisemitismus
Alex-Deutsch-Schüler besuchten die Saarbrücker Synagoge

Kantor Benjamin Chait bei der Vorstellung einer Torarolle.
Kantor Benjamin Chait bei der Vorstellung einer Torarolle. FOTO: Picasa/Schule
Wellesweiler. Beunruhigende Nachrichten über eine Zunahme des Antisemitismus in Deutschland haben die beiden achten Klassen der Wellesweiler Gemeinschaftsschule kürzlich dazu veranlasst, der jüdischen Synagoge Saarbrücken einen Besuch abzustatten. Den äußeren Rahmen boten zwei Projekttage zum Gedenken an den 2011 verstorbenen Namensgeber und Holocaustüberlebenden Alex Deutsch, wie die Schule weiter mitteilt

Beunruhigende Nachrichten über eine Zunahme des Antisemitismus in Deutschland haben die beiden achten Klassen der Wellesweiler Gemeinschaftsschule kürzlich dazu veranlasst, der jüdischen Synagoge Saarbrücken einen Besuch abzustatten. Den äußeren Rahmen boten zwei Projekttage zum Gedenken an den 2011 verstorbenen Namensgeber und Holocaustüberlebenden Alex Deutsch, wie die Schule weiter mitteilt


Für die meisten Schüler, die erst nach dem Tod von Alex Deutsch in die hiesige Schule eintraten, dürfte Antisemitismus als Inbegriff für den Jahrhunderte lang gepflegten und weltumspannenden Hass gegen Menschen jüdischen Glaubens eher ein trauriges Phänomen darstellen, das ihnen häufig im Unterricht und manchmal auch in den öffentlichen Medien begegnet. Aber so gut wie niemand mehr aus der Alex-Deutsch-Schule kennt einen Träger jüdischen Glaubens persönlich. Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, sich gemeinsam mit dem Fördervereinsvorsitzenden Arno Schley und Alex Deutschs Witwe Doris auf Spurensuche zu begeben, um das Judentum an einer seiner authentischsten Stätten noch besser kennenzulernen. Begeistert zeigten sich die begleitenden Klassenlehrer, dass am Ende sehr viele Schüler ihrer Klassen an der Expedition in die Landeshauptstadt teilnehmen durften, darunter viele muslimische Jungen und Mädchen aus den derzeitigen Bürgerkriegsregionen im nahen Osten.

Als bewährter Dreh- und Angelpunkt der Synagogenführung erwies sich einmal mehr Kantor Benjamin Chait, wie es weiter heißt. Sehr beeindruckt zeigten sich die Jugendlichen bei der Vorstellung der Torarollen, die der Kantor in feierlichem Ritus dem prächtig verzierten Toraschrein entnahm. Auf besondere Bitte der Achtklässler sang Chait sogar eine Passage aus der bibelähnlichen Tora vor, in hebräischer Sprache versteht sich. Unermüdlich beantwortete der Kantor Frage um Frage zu jüdischen Glaubensregeln, Lebensformen oder Essgewohnheiten.