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Kreisgesundheitsamt
Je früher die Hilfen kommen, desto besser

 Das Team der Frühen Hilfen im Kreis Neunkirchen (v.l.): Tanja Hüttel,  Dr. Lieselotte Simon-Stolz und Susanne Thimmel.
Das Team der Frühen Hilfen im Kreis Neunkirchen (v.l.): Tanja Hüttel, Dr. Lieselotte Simon-Stolz und Susanne Thimmel. FOTO: Ruth Wolff
 Kreis Neunkirchen . Die Aufgabe  des zentralen Netzwerks Frühe Hilfen  beim Landkreis Neunkirchen ist, Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.  Die SZ sprach mit dem Team  über seine Arbeit. Von Solveig Lenz-Engel

Lieselotte Simon-Stolz ist die Frau der ersten Stunde beim Netzwerk Frühe Hilfen.  Seit der Gründung 2007, basierend auf dem Landesprogramm „Frühe Hilfen - Keiner fällt durchs Netz“,   ist die  promovierte Kinderärztin im Kreis Neunkirchen  der Teil der Koordinierungsstelle, der vom Kreisgesundheitsamt gestellt wird. Noch ein knappes halbes Jahr ist sie an Bord,  arbeitet ihre Nachfolgerin  Tanja Hüttel ein, die  ab Juli  das  Steuerrad  alleine übernimmt. Den Part des Jugendamtes  füllt Susanne Thimmel seit April 2017 aus. Sie hat mit Michael Becker, Heike Stutz und Birgit Busch schon drei Vorgänger im Amt gehabt.



Lieselotte Simon-Stolz ist so was wie eine Institution bei den Frühen Hilfen, die im Kreisgesundheitsamt an der Neunkircher Lindenallee angesiedelt sind. Als Gründungsmutter hat sie das Angebot mitentwickelt und immer weiter ausgebaut. Eigentlich  könnte sie schon  seit Sommer 2017 ihren Ruhestand genießen, sie hat sich beim Kreis aber eine Verlängerungszeit um ein Jahr erbeten, um ihr „Kind“, die Frühen Hilfen, gut vorbereitet an ihre Berufskollegin Tanja Hüttel übergeben zu können. Die 41-jährige Hüttel kommt aus Eppelborn, hat zwei kleine Kinder, und freut sich auf die neue Aufgabe in der Neunkircher Behörde.  Die Halbtagsstelle ermöglicht ihr als Mutter, Beruf und Familie gleichermaßen engagiert leben zu können.

Denn die Aufgaben des Bereichs Frühe Hilfen sind velseitig und fordernd. Die Ziele des Netzwerks sind so formuliert:  „Die Frühen Hilfen ermöglichen eine frühzeitige und nachhaltige Verbesserung der Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und deren Eltern durch eine möglichst lückenlose Begleitung von der Schwangerschaft bis zur Einschulung“.  Dabei liegt der Fokus auf der alltagspraktischen Unterstützung im ersten Lebenjahr des Kindes. Familienhebammen und sozialpädiatrische Familienbegleiterinnen (meist Kinderkrankenschwestern) kommen zu den Müttern/Familien  ins Haus, nicht um  das Pflegen oder Füttern  zu übernehmen, sondern unsicheren, frustrierten  oder gestressten Müttern oder Vätern  zu helfen, die Situation selbst zu meistern.

Mit im Spiel ist dabei auch der jugendärztliche Dienst des Landkreises. Wie Ruth Wolff im Gespräch mit der SZ erläuterte,  ermöglicht es  die Gesundheitsschiene, auf Kinder aufmerksam zu werden,  bei denen es möglicherweise   im häuslichen Umfeld nicht stimmt. So  finden  die Frühen Hilfen leichter Zugang als über das Jugendamt, das  von vielen eher als einmischend  oder gar bedrohlich eingeschätzt wird. Zugang zu  Kindern und Eltern, die Beratung und Hilfe brauchen, wird oft auch über die örtlichen Kinderbetreuungseinrichtungen ermöglicht. An der Kinderklinik Kohlhof gibt es eine Kraft mit einer Viertelstelle, die ermittelt, wer der Patienten  von den Frühen Hilfe profitieren könnte. Das Netz ist aufgespannt.