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„Uns ist nicht viel eingefallen“

„Uns ist nicht viel eingefallen“

Eigentlich war es ein typisches 0:0-Spiel. Durch einen individuellen Fehler verlor der FC Hertha Wiesbach am Samstag dann doch sein Heimspiel gegen den SV Gonsenheim. Trainer Michael Petry ärgerte sich und fand: „Wir waren behäbig.“

Der FC Hertha Wiesbach hat in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar nach vier Siegen in Folge wieder ein Spiel verloren. Gegen den SV Gonsenheim unterlag der FC Hertha am Samstag zu Hause mit 0:1 (0:0). Neben Mittelfeld-Motor Hendrik Schmidt, der gegen Borussia Neunkirchen zuletzt die Gelb-Rote Karte gesehen hatte, musste Wiesbach kurzfristig auch auf Angelo dal Col verzichten. Der Linksaußen hatte sich im Abschlusstraining am Freitag eine Meniskusverletzung zugezogen.

"Das hat uns in die Karten gespielt. Dal Col ist unser Albtraum. Gegen uns trifft er fast immer", verriet Gonsenheims Trainer Babak Keyhanfar nach dem Spiel. "Mit vier Siegen im Rücken dachten wir vielleicht, jetzt läuft alles von selbst. Uns ist nicht viel eingefallen, wir waren behäbig", ärgerte sich hingegen Hertha-Trainer Michael Petry.

Rund 200 Zuschauer hatten im Stadion am Wallenborn zuvor eine Partie ohne viele Höhepunkte gesehen. Gonsenheim spielte in der Abwehr mit einer Fünferkette, an der sich Wiesbach lange die Zähne ausbiss. Erst nach 25 Minuten wurden die Angriffe der Hertha zwingender. Echte Chancen hatten die Hausherren aber nicht. Zu allem Überfluss musste Wiesbachs Topstürmer Björn Recktenwald zur Halbzeit in der Kabine bleiben. Er war im Kopfballduell mit Gonsenheims Jonas Eichbladt zusammengeprallt und klagte im Anschluss über ein Schwindelgefühl. "Der Spieler geht vor, wir wollten kein Risiko eingehen", sagte Petry.

Das Tor des Tages fiel in der 55. Minute. Innenverteidiger Marius Neumeier wollte eine Drucksituation spielerisch lösen, ließ sich dabei aber von Gonsenheims Maziar Namavizadeh den Ball abnehmen. Der Gästestürmer nahm Tempo auf, überlupfte Hertha-Torwart Julian Wamsbach, und der Ball sprang von der Unterkante der Latte ins Netz.

Danach war Wiesbach feldüberlegen, Torchancen blieben aber Mangelware. Die größte Gelegenheit vergab Verteidiger Sebastian Lück, der einen Freistoß von Giovanni Runco neben das Tor köpfte (70.). Der Wille, die Partie zu drehen, war bei Wiesbach weiter zu spüren. Doch die Abwehr der Gäste hielt den Hertha-Angriffen in der Schlussphase stand. Und Petry haderte: "Das war eines dieser Spiele, die eigentlich 0:0 enden. Dass wir wegen eines individuellen Fehlers mit leeren Händen dastehen, ist trotzdem bitter."