Durchstarten mit Autogas

Besch. Mit seinem knallroten Dodge Hemi 5,7L V8 hat sein Besitzer noch viel vor: Als Lieferwagen soll der US-amerikanische Wagen mit dem bulligen 345 PS starken Big-Blog-Motor und den Acht-Zylindern unter der Haube unzählige Ladungen transportieren. Und "Gas" will der Halter auch damit geben - nicht wegen der über 300 PS, sondern Gas geben und Tanken für fast die Hälfte

Besch. Mit seinem knallroten Dodge Hemi 5,7L V8 hat sein Besitzer noch viel vor: Als Lieferwagen soll der US-amerikanische Wagen mit dem bulligen 345 PS starken Big-Blog-Motor und den Acht-Zylindern unter der Haube unzählige Ladungen transportieren. Und "Gas" will der Halter auch damit geben - nicht wegen der über 300 PS, sondern Gas geben und Tanken für fast die Hälfte. Eine Aussicht, die dem Besitzer einen Umbau Wert ist. "Drei bis vier Tage dauert es schon, bis solch ein Fahrzeug umgerüstet ist", sagt Michael Daum von der gleichnamigen Firma im Bescher Gewerbegebiet. Der Zusatztank habe häufig die Form eines Ersatzrades und wird anstelle dessen in der Reserveradmulde oder - wie beim Dodge - unter dem Wagenboden eingebaut. "Da geht vom Ladevolumen meist nichts verloren", meint Chef von Autogascenter Saar, einem Unternehmensbereich der Firma Daum Motorsport GmbH. Im Motorraum finden die Gaseinspritzdüsen ihren Platz - so viele, wie ein Auto Zylinder hat. Und der Gaseinfüllstutzen wird - wenn technisch machbar - unter der Tankklappe neben dem Stutzen fürs Benzin montiert. Die Umrüstung rentiere sich für nahezu jeden Benziner - vom kleinen Renault-Clio bis hin zum großen Zwölf-Zylinder, wie Daum sagt. Sein jüngstes Projekt, auf das er sehr stolz ist: Die Umrüstung eines Zwölf-Zylinders aus dem Hause VW. "Sein Besitzer wollte mit dem 420 PS starken Phaeton W12 umweltfreundlich fahren und gleichzeitig sparen", wie er sagt. Es gebe in ganz Deutschland nur eine Handvoll Umrüster, die diese Hürde schafften. Beide Fahrzeuge liefen einwandfrei mit Autogas - dem LPG. Als weiteren Vorteil nennt Daum den so genannte bivalente Antrieb, da die Fahrzeuge mit einem Benzin- und Gastank ausgerüstet sind. "Dadurch ist gegenüber herkömmlichen Fahrzeugen eine größere Reichweite garantiert." Gestartet wird auf Benzin und nach 55 Sekunden Spülung wird automatisch umgeschaltet.Diese neuen Systeme kommen ohne Verdampfer aus und arbeiten höchst effizient, ohne jeglichen Leistungsverlust. Wegen der hohen Oktanzahl schätzt er die Leistung eher höher ein. "Ab 2740 Euro kostet eine Umrüstung, zum Beispiel bei einem Vierzylindermotor - eine Investition, die sich rechnet", wie Daum sagt. Denn rund 50 Prozent weniger sind nach seiner Darstellung an der Gaszapfsäule zu berappen. Ein Liter des Propan-Butan-Gemisches schlage zwischen 59 und 65 Cent zu Buche - gut die Hälfte weniger als bei Benzin. Auch die Umwelt werde entlastet, wie der Fachmann sagt. "Bei der Verbrennung entstehen über zehn Prozent weniger CO2 als bei Benzin oder Diesel. Längst ist der KFZ-Betriebswirt und Chef von sechs Mitarbeitern von dieser umweltfreundlichen und preisgünstigen Tank-Variante überzeugt, so sehr, die er mit seinem schnittigen Audi S4 seit gut drei Jahren die LPG-Tankstellen ansteuert.Ab sofort werde auch die Bioethanol oder auch E85 genannte Umrüstung beim Autogascenter-Saar angeboten. Dieser umweltfreundliche und ebenfalls preiswerte Kraftstoff aus nachwachsenden Rohstoffen ist eine weitere Möglichkeit, sich unabhängiger von der Benzinpreisspirale zu machen. "Hier liegen die Umrüstpreise unter 1000 Euro, und wir können als erster diese Systeme auch legal mit ABE anbieten", erläutert Michael Daum weiter. Die Frage von Bundespräsident Horst Köhler, ob für einen besseren Umweltschutz den Preis von Benzin nicht tendenziell höher als niedriger sein sollte, nennt Daum einen Startschuss für viele Konzerne, weiter an der Preisschraube des ohnehin steigenden Benzinpreis zu drehen. "Die Umrüstung steht und fällt mit dem Benzinpreis - und wer glaubt schon an sinkende Preise, vor allem vor der anstehenden Reisewelle im Sommer", begründet der Fachmann seine These. Die Umrüstung auf Autogas mache den Autofahrer weitgehend unabhängig vom Benzinpreis. Jetzt plant einen weiteren Service auf seinem Terrain: Eine 24-Stunden-Gastankstelle soll gebaut werden. "Bei der Verbrennung entstehen über zehn Prozent weniger CO2"Michael Daum

Auf einen BlickAutogas wird schon seit Jahrzehnten eingesetzt und ist daher der weltweit meistgenutzte Alternativkraftstoff. Es besteht aus Propan, Butan beziehungsweise deren Gemischen. Autogas ist ungiftig und daher wesentlich unbedenklicher im Einsatz als beispielsweise Benzin. Immer mehr Autofahrer steigen um: Mit Autogas statt Benzin zahlen sie beim Tanken weniger. Gleichzeitig profitiert die Umwelt, weil auch der Schadstoffausstoß sinkt. Autogas eignet sich sehr gut als Kraftstoff für alle gängigen Ottomotoren. Autogas kann problemlos nachgerüstet werden und erfolgt ohne mechanische Veränderungen am Motor. Autogas-Fahrzeuge dürfen nach den Garagenverordnungen der Länder in Tiefgaragen geparkt werden. Als Grundlage hierzu wurde bereits die Muster-Garagenverordnung von 1988 entsprechend geändert. red