Volksbank Untere Saar fusioniert mit VVB in Saarlouis

Bankenfusion : Eine der bundesweit großen Volksbanken entsteht

Die Volksbank Untere Saar in Losheim und die Vereinigte Volksbank Saarlouis-Sulzbach wollen fusionieren. Das bringt für Kunden der Losheimer Bank Veränderungen.

Es ist gerade einmal drei Monate her, dass die technische Fusion der vormals eigenständigen Volksbanken Westliche Saar plus in Saarlouis und Vereinigte Volksbank in Sulzbach zur Vereinigten Volksbank Saarlouis-Sulzbach/Saar (VVB) vollzogen worden ist. Jetzt steht für die Mitarbeiter der Bank der nächste Zusammenschluss vor der Haustür: Denn auch die Volksbank Untere Saar mit Sitz in Losheim will sich dem neuen Banken-Konstrukt anschließen, das damit zu einer der größten Genossenschaftsbanken im Saarland avanciert. Anfang der Woche haben die Vorstandsvorsitzenden Mathias Beers (Vereinigte Volksbank), Bernd Mayer (Volksbank Untere Saar) und Edgar Soester (stellvertretender Vorstandsvorsitzender VVB) das Fusionsvorhaben vorgestellt, das nach ihren Worten bis Mai 2019 in trockenen Tüchern sein soll (die SZ berichtete).

Wie Bernd Mayer von der Volksbank Untere Saar erläuterte, sei in den Gremien des Bankhauses die Entscheidung getroffen worden, mit benachbarten Genossenschaftsbanken Gespräche über eine mögliche Fusion zu führen. „Drei Banken kamen dafür in Frage: die Bank 1 Saar, die Volksbank Trier und die VVB.“ Für die in Losheim ansässige Bank sei wichtig gewesen, „dass wir als eigenständiger Partner auf Augenhöhe wahrgenommen werden“, betonte Mayer. Dies sehe man nach „zielführenden, fairen und partnerschaftlichen Gesprächen“ bei der VVB als gegeben an.

Was bedeutet die anstehende Fusion für die Kunden der beiden Banken? Die deutlicher spürbaren Veränderungen wird es für die Kundschaft der Volksbank Untere Saar geben: Denn juristisch und technisch wird die VVB die „übernehmende“ Bank sein. Das heißt, die Kunden des Losheimer Bankhauses werden neue Kontonummern erhalten, IBAN und BIC werden sich für ihre Kontoverbindungen ändern. Der Hauptsitz der neuen Bank, die den Namen „Vereinigte Volksbank eG Saarlouis-Losheim am See-Sulzbach/Saar“ tragen wird und am Markt weiterhin kurz und prägnant als „meine VVB“ auftreten wird, wird in Saarlouis sein. Losheim wird dann, wie auch Sulzbach, als weiterer Hauptstandort der Bank geführt.

Veränderungen wird es auch für die Kunden der jetzigen VVB wohl geben, und zwar beim Zweigstellennnetz – dies aber losgelöst von der jetzt angestrebten Fusion. VVB-Vorstandschef Mathias Beers: „Die Standortstruktur wird nicht so bleiben, das haben wir schon im Zusammenhang mit der bereits vollzogenen Fusion angekündigt.“ Bis Ende dieses Jahres, so Beers, werde die VVB ihr Zweigstellennetz unter die Lupe nehmen und dort, wo es angebracht erscheine, Veränderungen vornehmen. Es gebe Standorte mit einer sehr niedrigen Kundenfrequenz, wobei dann dort ein Großteil der Bedienvorgänge auch noch an Automaten erledigt werde. Diese Kleinst-Standorte dürften wegfallen, was auch ohne die Fusion mit der Volksbank Untere Saar angestanden hätte.

Was die Geschäftsgebiete der beiden künftigen Fusionspartner betrifft, gibt es nach Auskunft der Vorstände faktisch keine Überschneidungen, also konkurrierende Zweigstellen beider Häuser an einem Ort. Allerdings werde das bislang von Sulzbach bis Merzig reichende Geschäftsgebiet der VVB durch die Vereinigung mit Losheim erweitert bis nach Mettlach und in die Hochwaldkommunen Wadern und Losheim sowie Schmelz. „Unser Kerngeschäftsgebiet umfasst dann das gesamte südwestliche Saarland bis hinauf in den Hochwald“, sagte Beers. Durch den Zusammenschluss wird eine Bank mit einer Bilanzsumme von 2,5 Milliarden Euro, einem Kundengeschäftsvolumen von 5,4 Milliarden Euro und rund 600 Mitarbeitern entstehen – damit wird die „neue“ VVB auch auf Bundesebene eines der großen Häuser sein. Rund 173 000 Kunden wird die VVB nach der Fusion zählen.

Aber die fusionierte Bank wolle nicht nur durch Größe glänzen, wie Beers unterstrich: „Wir wollen die beste Bank im Saarland werden, wenn wir es nicht ohnehin schon sind.“ Für die Mitarbeiter seines Hauses sieht Bernd Mayer durch die Fusion Vorteile: „Die Karrieremöglichkeiten sind in einer größeren Einheit erheblich besser, die Fusion bietet neue Optionen in punkto Mitarbeiterförderung und -entwicklung.“ Wenn die jetzt angestrebte Fusion vollzogen ist (siehe Hintergrund), sollen die aktuell noch unterschiedlichen Gebührenmodelle der Partner harmonisiert werden, kündigte Beers an: „Das ist für Ende 2019 vorgesehen.“

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