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Volkskunde
Von Füchsen und eingemauerten Katzen

Gunter Altenkirch präsentiert stolz eines seiner beiden neuen Werke. Das Buch über Saarlandäsche Märchen erschien zeitgleich mit „Volks- und Aberglaube“.
Gunter Altenkirch präsentiert stolz eines seiner beiden neuen Werke. Das Buch über Saarlandäsche Märchen erschien zeitgleich mit „Volks- und Aberglaube“. FOTO: Lasse Altenkirch / Marcus Altenkirch-FessErfweiler
Ormesheim. Volkskundler Gunter Altenkirch stellte in Ormesheim neue Bücher vor. Themen sind heimische Märchen und Aberglauben. red

Zu einer Buchvorstellung hatte der Verkehrsverein Mandelbachtal ins große Nebenzimmer des Gasthauses Niederländer in Ormesheim eingeladen. Zusammen mit dem Autor Gunter Altenkirch wurden zwei neue Bücher aus dem Geistkirch-Verlag vorgestellt. „Saarländische Märchen, Eine Sammlung aus dem Saarraum“ ist der Titel des ersten Buches, „Volks- und Aberglauben - Gegenständliche Belege aus dem Saarland und angrenzender Gebiete“ lautet der Titel des zweiten.


„Das „Museum für dörfliche Alltagskultur“ in Rubenheim und seine Veröffentlichungen über Volkskunde, Mundart und Sagen haben Gunter Altenkirch längst zum bekannten Bewahrer alten Saar-Brauchtums gemacht!“ so der Vorsitzende des Verkehrsvereins Mandelbachtal Manfred Pfeiffer in seiner Begrüßung. „Der in Radebeul geborene Volkskundler mit saarländischen Wurzeln, der seine Jugend in Beckingen verbrachte, kann nicht nur auf sein eigenes Museum sondern auch auf erfolgreiche Ausstellungen in Deutschland, Luxemburg und Frankreich sowie eine Vielzahl von Publikationen zurückblicken. Allein seine Buchreihe „Saarländische Volkskunde“ umfasst bis heute neun Bände und ist nur ein minimaler Teil der vom Autor bisher verfassten 77 Werke!“ betonte Pfeiffer.

Gunter Altenkirch stellte anschließend zunächst sein Buch „Saarländische Märchen, Eine Sammlung aus dem Saarraum“ vor, in dem 118 Geschichten erzählt werden, die der Volkskundler dank seiner Befragungen und Aufzeichnungen vor dem Vergessen in der modernen Gesellschaft bewahrt hat. Zwei Märchen aus seinem Buch trug er auswendig vor und dies so lebhaft und mitreißend, dass jedem der Anwesenden klar wurde, wieso diese Märchen die Zuhörer in vergangenen Jahrhunderten in ihren Bann gezogen haben. So sorgten seine Vorträge über den Fuchs und den Wolf oder die dicke Rübe bei den Zuhörern für große Heiterkeit.

In seinem Buch „Volks- und Aberglauben. Gegenständliche Belege aus dem Saarland und angrenzender Gebiete“ ermöglicht der Autor auf 216 Seiten mit ebenso vielen Grafiken beziehungsweise Farb- und Schwarz-Weiß-Fotos einen spannenden Einblick in eine bisher wenig erforschte Thematik. Dabei ging es ihm nicht allein um die Darstellung der gezeigten Objekte, sondern vor allem um deren Geschichte. Sie ist es, die einen zum Staunen bringt und neugierig macht, so Altenkirch. Bis ins kleinste Detail hat er recherchiert, untersucht und erforscht. Was er zusammengetragen hat, ist ein Wissensschatz besonderen Ausmaßes, der die Besucher der Buchvorstellung verblüffte.

Wer erinnert sich etwa daran, weshalb eine Fuchszunge gemeinsam mit einem Rosenkranzkreuz vor Blitz und Donner schützen sollen, warum Saarländer so gerne das Gewürzmittel Maggi mögen, oder warum in früheren Jahrhunderten lebende Tiere oder Eier in die Wände neugebauter Häuser eingemauert wurden. Auch über das Hufeisen als Glücksbringer und wie man es richtig aufhängt wurde gesprochen. Nach der Buchvorstellung fanden beide Bücher bei den Besuchern reissenden Absatz und waren bereits sicherlich an Weihnachten unter dem ein oder anderen Weihnachtsbaum zu finden.



Das Museum von Gunter Altenkirch in Rubenheim öffnet übrigens an jedem dritten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr. Besichtigungen sind allerdings auch nach Vereinbarung möglich.

Das Titelbild des neuen Buches „Volks- und Aberglauben“ des bekannten Rubenheimer Volkskunde-Forschers Gunter Altenkirch, jüngst erschienen im Geistkirch-Verlag.
Das Titelbild des neuen Buches „Volks- und Aberglauben“ des bekannten Rubenheimer Volkskunde-Forschers Gunter Altenkirch, jüngst erschienen im Geistkirch-Verlag. FOTO: Geistkirch-Verlag