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Tierheim Homburg
Neue Lösung fürs Homburger Tierheim

Hunde wie Barry (links) und Cleo auf unserem Archivbild, landen ebenso im Tierheim wie Katzen und weitere Kleintiere. Ihre Versorgung kostet Geld, und dies ist im Homburger Tierheim chronisch knapp.
Hunde wie Barry (links) und Cleo auf unserem Archivbild, landen ebenso im Tierheim wie Katzen und weitere Kleintiere. Ihre Versorgung kostet Geld, und dies ist im Homburger Tierheim chronisch knapp. FOTO: Fotos: Ulrike Stumm
Saarpfalz-Kreis. Im Frühjahr wurde ein Vertrag geschlossen, durch den das chronisch klamme Tierheim Homburg finanziell abgesichert werden sollte. Der wurde inzwischen gekündigt, ein neuer Entwurf liegt vor, noch wird daran gefeilt. Von Ulrike Stumm

Chronischer Geldmangel – das gehört fast schon genauso zum Alltag des Homburger Tierheims wie die vielen Hunde, Katzen und Kleintiere, die hier versorgt werden. Seit Jahren fehlen dem Ria-Nickel-Tierheim chronisch die nötigen Mittel. An die Hilferufe hatte man sich fast schon gewöhnt, bis es dann im Sommer 2016 ernst wurde und die Insolvenz drohte. Es gab zur schnellen Rettung Einmalzahlungen und Bemühungen um eine dauerhafte Lösung. Stolz präsentierte man dann in diesem Frühjahr eine Abmachung, die dauerhaft dafür sorgen sollte, dass die Tierheime in Homburg und Niederlinxweiler mit dem Geld hinkommen und nicht Jahr für Jahr bangen müssen. Die Landkreise Neunkirchen, St. Wendel und der Saarpfalz-Kreis unterzeichneten einen Konsortialvertrag zur Unterstützung der beiden Einrichtungen, 22 Kommunen beteiligten sich.



Schon damals stieß dies bei der Leiterin des Homburger Tierheims, Marion Schinkmann-Heppekausen, auf wenig Begeisterung. Ein Grund für ihre Vorbehalte: Der angesetzte Betrag von 30 Cent sei definitiv zu wenig. Konkret sah der Vertrag nämlich folgende Lösung vor: Die beiden Tierheime erhalten von den jeweiligen Kommunen bis zu 30 Cent pro Einwohner im Jahr. Das hielt Schinkmann-Heppekausen bereits im Februar, als das Vertragswerk im ersten Anlauf scheiterte, für zu gering. Zum Vergleich: In dem Konsortialvertrag zwischen dem Tierheim Dillingen und den Kommunen in den Landkreisen Saarlouis und Merzig-Wadern zahlt jeder Bürger symbolisch 90 Cent. Im hiesigen Vertrag unterstützen die Landkreise zudem mit jeweils 10 000 Euro jährlich im Rahmen ihrer freiwilligen Leistungen. Homburg zum Beispiel zahlt für 2017, wie die Pressestelle auf Anfrage mitteilte, in diesem Jahr rund 12 450 Euro plus 6000 Euro Mitgliedsbeitrag. Dazu beteilige man sich an Personalkosten. Zudem sei im Sommer ein Rest des Zuschusses für 2016 überwiesen worden.

Nun sei, wie Schinkmann-Heppekausen auf Anfrage mitteilt, der Vertrag von beiden Seiten gekündigt worden. Derzeit liefen Verhandlungen, ein erster Entwurf liege vor. Angestrebt werde ein Vertrag, mit dem „beide leben können“.

Auch Landrat Theophil Gallo bestätigt dies: „Bei Abschluss des Vertrages hat zwischen den Verhandlungspartnern Einigkeit bestanden, die vereinbarte Konsortiallösung fortzuentwickeln. Vor diesem Hintergrund hat der Landkreis St. Wendel im Auftrag seiner Kommunen den Vertrag gekündigt.“ Gleichzeitig sei in konstruktiven Gesprächen die Abstimmungen mit den Vertragsparteien „im Hinblick auf eine tragfähige Lösung ab 2018“ in die Wege geleitet und Eckpunkte festgelegt worden, so Gallo weiter. Diese würden derzeit in den drei Landkreisen mit den Vertretern der Kommunen diskutiert. Die Kommunen zweier Landkreise hätten bereits ihre Zustimmung signalisiert, ebenso die Vertreter der Trägervereine der Tierheime. Gallo: „Auf dieser Basis werden derzeit die Details besprochen, mit dem Ziel, zeitnah im neuen Jahr eine Vertragsgrundlage zu haben und den Tierheimen Planungssicherheit zu geben.“ Zu Vertragsdetails wollte er sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern.

Hier heißt es also noch warten. Aber wie steht das Tierheim Homburg eigentlich im Moment finanziell da, nachdem ja die knappe Ausstattung durch den Vertrag bemängelt wurde?

Nachdem die Schreckensmeldung „Insolvenz“ im Raum stand, habe das Tierheim sehr viele Spenden erhalten, berichtet Marion Schinkmann-Heppekausen. 2016 habe man daher mit einem kleine Plus abschließen können. Nach dem außergewöhnlich guten Spendenjahr 2016 sei das aber wieder zurückgegangen. Mit einer Erbschaft, die das Heim erhalten habe, und durch einen Extra-Zuschuss hofft Schinkmann-Heppekausen, dass „wir 2017 nicht mit einem Minus herauskommen“.

Neben den laufenden Kosten stehen im Tierheim immer wieder auch Reparaturen an. Diesmal ist es der Zaun, der saniert werden muss, was mit rund 30 000 Euro zu Buche schlagen werde. Der alte war so marode, da seien schon Hunde abgehauen. „Es gibt eben Dinge, die kann man nicht anstehen lassen“, betont sie. Ebenfalls eine größere Investition ging in die Lichtanlage: Im vorderen Bereich der Anlage sei das Vorhandene auf neuen Stand gebracht worden, dort, wo die Hunde untergebracht sind, gab es kein Licht - hier musste Abhilfe geschaffen werden. Sie könne nur hoffe, dass „wir null auf null rauskommen“, sagte Schinkmann-Heppekausen. Jeder Zuschuss zur Zaunsanierung, wie etwa den Weihnachtsmarkt seien willkommen.

Im Frühjahr unterzeichneten die Landräte Udo Recktenwald, Sören Meng und Theophil Gallo (vorne von links) mit den Vorständen der Tierschutzvereine Marion Schinkmann-Heppekausen (Homburg, hinten, Zweite von links) und Dirk Walter, den Tierschützern Hans-Friedrich Willimzik und Beatrice Speicher-Spengler (Tierschutzbund) den Konsortialvertrag.
Im Frühjahr unterzeichneten die Landräte Udo Recktenwald, Sören Meng und Theophil Gallo (vorne von links) mit den Vorständen der Tierschutzvereine Marion Schinkmann-Heppekausen (Homburg, hinten, Zweite von links) und Dirk Walter, den Tierschützern Hans-Friedrich Willimzik und Beatrice Speicher-Spengler (Tierschutzbund) den Konsortialvertrag. FOTO: Jasmin Alt/LKNK