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| 20:29 Uhr

Wolfgang Brünnler
Nach 48 Berufsjahren in den Ruhestand

Noch steckt Wolfgang Brünnler, Vorstandssprecher der Volks- und Raiffeisenbank Saarpfalz, mitten in der Arbeit. Am 29. Dezember wird er das letzte Mal an seinem Schreibtisch sitzen, denn dann geht er in den Ruhestand. 
Noch steckt Wolfgang Brünnler, Vorstandssprecher der Volks- und Raiffeisenbank Saarpfalz, mitten in der Arbeit. Am 29. Dezember wird er das letzte Mal an seinem Schreibtisch sitzen, denn dann geht er in den Ruhestand.  FOTO: Ulrike Stumm
Saarpfalz-Kreis. Wolfgang Brünnler, Vorstandssprecher der Volks- und Raiffeisenbank Saarpfalz, verabschiedet sich zum Jahresende in den Ruhestand. Von Ulrike Stumm

Nimmt man seinen Schreibtisch zum Maßstab, dann sieht es bei Wolfgang Brünnler überhaupt nicht nach den letzten Arbeitswochen aus. Und er selbst kann sich das auch noch nicht so richtig vorstellen. Seit 48 Jahren steht der heute 66-Jährige im Berufsleben. 1969 hatte er nach seinem Schulabschluss eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Saar Bank, heute die Bank 1 Saar, begonnen. 38 Jahre war er insgesamt dort tätig, zuletzt als Direktor. Seit dem 1. März 2007 sitzt er im Vorstand der Volksbank Saarpfalz, die 2015 zur heutigen Volks- und Raiffeisenbank Saarpfalz fusionierte. Noch bis Ende des Jahres. Dann geht er in den Ruhestand. „Das wird schon eine Zäsur“, sagt Brünnler, und er rechnet damit, dass die Umstellung schwierig werden könnte. Er mag, was er tut, das merkt man ihm an: „Ich bin mit Leib und Seele Bänker.“ Vor allem der Umgang mit den Menschen ist ihm wichtig, immer wieder neue Charaktere kennenzulernen, „das möchte ich nicht missen“. Der Schreibtisch sei nur ein Thema, an dem verbringe er auch mal einen Tag, aber er brauche die Gemeinschaft.

Was ihm ebenfalls an seinem Job gefällt: Wir haben die Möglichkeit, auch mal unterstützend beiseite zu stehen. Junge Leute zu beraten, etwa, die sich den Traum einer Immobilie erfüllen wollen. Natürlich habe er auch negative Entscheidungen getroffen, zum Beispiel wenn er Kredite ablehnen musste, was schon mal zur Insolvenz führen konnte. Aber: „Ich muss heute keinem aus dem Weg gehen“, sagt Brünnler. Zudem mag er seine Arbeitsumgebung: Das ist hier eine „regionale, kleinere Bank, da kennt jeder jeden“, betont er. Auch nach der Fusion, die er mit begleitet hat, sei das so gewesen.

Seiner Heimat ist er in all den Berufsjahren treu geblieben, obwohl er zum Beispiel ein Angebot hatte, eine Bitte sogar, zur Volksbank Dresden zu gehen. „Ich habe es nicht gemacht“, sagt er. Den Vater, damals schon über 80 Jahre alt, wollte er nicht alleine lassen. „Ich bin halt Saarländer, bodenständig durch und durch“, unterstreicht Brünnler. Das merkt man auch bei dem, was neben seiner Arbeit so läuft. Brünnler, gebürtig aus Einöd und selbst leidenschaftlicher Fußballer „erst Rechtsaußen, dann schneller Verteidiger“, ist Vorsitzender der Spielvereinigung Einöd-Ingweiler und Vorsitzender des Fastnachtvereins Fidelia Einöd. Zwei Dinge gebe es da also bereits, sagt er, aber das habe er ja bisher schon nebenher hinbekommen. Nach einem sehr terminintensiven Job, langen Arbeitstagen, vielen Abend- und auch Wochenendveranstaltungen wird er jetzt viele Stunden selbst füllen können. „Mal sehen, wie ich damit klarkomme.“ Anfragen für Ehrenämter gebe es einige. Aber zunächst habe „die Familie das Recht, Zeit von mir zu bekommen“. Seine Frau und seine heute 18-jährige Tochter „haben zum Teil wenig von mir gehabt“. Teilweise habe er pro Jahr nur acht Tage Urlaub mit der Familie gemacht. Ganz vorsichtig denkt er schon an alte Hobbys, Motorradfahren zum Beispiel. Er habe immer noch eine Maschine, top gepflegt, bei sich stehen. Wieder mehr zu fahren, die legendäre Route 66, wäre vielleicht eine Option. Früher, bevor er es dann vernachlässigte, habe er Musik gemacht, Gitarre gespielt: „Das könnte wieder was werden.“ Natürlich gibt es in „seinen“ Vereinen auch Ansatzpunkte, dass er mehr Zeit hat, werde sich schon auswirken, gerade im Fußballverein, wo ihm die Jugend besonders am Herzen liegt – Karneval gibt es eben nur einmal im Jahr. Und: „Jeder Zehner, der der Jugendabteilung zukommt, hilft uns weiter.“ Konsequenterweise soll der Fußballnachwuchs dann auch von seinem Abschied vom Berufsleben „profitieren“. Bei seiner offiziellen Ruhestands-Feier wünscht sich Brünnler anstatt Geschenken eine Spende zugunsten der Jugendabteilung der Spielvereinigung Einöd-Ingweiler.

Die Feier anlässlich der Verabschiedung von Wolfgang Brünnler findet morgen, 15. Dezember, 11 bis 15 Uhr, im Siebenpfeifferhaus, Kirchenstraße, statt.