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Straßensanierung
Eckstraße in Kirrberg ein Sanierungsfall

Zum Teil fausttiefe Schlaglöcher in fast allen Fahrbahnbereichen der Kirrberger Eckstraße machen die Strecke zu einem Sanierungsfall.
Zum Teil fausttiefe Schlaglöcher in fast allen Fahrbahnbereichen der Kirrberger Eckstraße machen die Strecke zu einem Sanierungsfall. FOTO: Thorsten Wolf
Kirrberg. Ortsrat kritisiert erneut den schlechten Fahrbahnzustand in der Ortsmitte. Zunächst muss Abwasserkanal fertig sein. Von Thorsten Wolf

Gleich zweimal stand am Dienstagabend die Eckstraße im Zentrum von Diskussionen im Kirrberger Ortsrat. Eine Entscheidung galt es dabei nicht zu fällen, weder beim Thema Sanierung der Straße noch bei ihrer Rolle als wichtiger Zubringer zum neuen Standort für die Grünschnitt-Container am Parkplatz Fischerhütte. Nichts desto trotz entspann sich eine lebhafte Diskussion, nicht zuletzt weil zahlreiche Anwohner der Eckstraße den Weg in die Ortsratssitzung gefunden hatten.


Für eben die hatte Roland Lupp von der Bauverwaltung der Stadt einige und nicht unbedingt Freude auslösende Informationen zum Stand der geplanten und vom Ortsrat seit vielen Jahren geforderten Sanierung der Eckstraße. Bevor Lupp allerdings Einblicke in die aktuelle Planungen gab, war es an Ortsvorsteher Manuel Diehl (CDU), nicht zum ersten Mal deutliche Worte für den Zustand der Straße zu finden.

„Ich bin noch vor der Sitzung die Eckstraße hochgefahren und wollte die großen, tiefen Schlaglöcher zählen, die wirklich gefährlich sind.“ Dieser Versuch, so Diehl, sei aber gescheitert, es seien schlicht zu viele gewesen. „Hier ist wirklich Gefahr in Verzug. Wir sprechen von Löchern in der Größe von Hand- und Fußbällen. Hier ist dringender Handlungsbedarf, der Zustand ist katastrophal. Das kann und darf so nicht weitergehen.“



Um zumindest kurzfristig die vor allem für Radfahrer ausgehende Gefahr der Schlaglöchern zu minimieren, kündigte Lupp an, diese Straßenschäden kurzfristig zu schließen, „denn die Stadt ist hier verkehrssicherungspflichtig“. Unabhängig davon müsse die Eckstraße in ihrem kompletten Umfang neu gemacht werden, sei doch der Unterbau nicht tragfähig. Doch bevor man die Eckstraße so sanieren könne, müsse erst der städtische Abwasserkanal in Stand gesetzt werden, dieser sei in Teilen brüchig, so Lupp. Eigentlich habe man diese Kanalsanierung für 2018 vorgesehen, könne sie aber nicht durchführen, da aktuell nicht klar sei, wie man den Kanal an ein noch zu bauendes Übergabe-Bauwerk des Entsorgungsverbandes Saar (EVS) anschließen müsse.

Lupp: „Bevor ich nicht Mitte des Jahres Informationen seitens des EVS bekommen, wie dieses Übergabe-Bauwerk in Höhe und Lage gestaltet ist, können wir nicht mit dem Kanalbau beginnen.“ Wenn man die Daten des EVS bekomme, könne man mit der Kanalsanierung beginnen und im Zuge dieser Arbeiten dann auch die Eckstraße neu machen. Entprechende Haushaltsmittel für die Sanierung der Straße in Höhe von derzeit geschätzten 600 000 Euro seien im Haushalt eingestellt. Im Haushalt 2018 seien auch Mittel von 1,5 bis zwei Millionen Euro für die Kanalsanierung veranschlagt. „Wir können aber nicht anfangen, weil uns die Informationen des EVS noch fehlen.“ Für die Anwohner der Eckstraße dabei besonders interessant: Welche Kosten werden auf Grundstückseigentümer an der Eckstraße aufgrund der Straßensanierung zukommen. Hier konnten weder Lupp noch Diehl konkrete Angaben machen, hier soll nun in der nächsten Sitzung ein Mitarbeiter der städtischen Kämmerei Einblicke in das Berechnungssystem geben. Was Manuel Diehl wichtig war: Am Ende gehe es bei der Kosten-Umlage nicht um die aktuell geschätzten Kosten von 600 000 Euro, sondern um die tatsächlichen Kosten. Die könnten geringer oder höher sein.

Noch einmal um die Eckstraße ging es dann auch bei Informationen zur Grünschnitt-Abgabe in Kirrberg. Seit Mitwoch der Woche ist der ehemalige Grünschnittplatz am Ortseingang von Kirrberg geschlossen, ab jetzt kann man zu festgelegten Zeiten sein Grüngut in einem Container auf dem Parkplatz Fischerhütte abgeben. Anwohner der Eckstraße als Zubringer-Route befürchten nun eine Zunahme des Verkehrs, vor allem bedingt durch den Container-Dienst. Manuel Diehl machte hier klar, dass die Entscheidung für den neuen Container-Standort keine sei, die man aus freien Stücken im Ortsrat getroffen habe. Vielmehr habe man nur die Wahl gehabt, dem Standort „Parkplatz Fischerhütte“ zuzustimmen oder ganz auf eine Abgabemöglichkeit im Ort zu verzichten. Denn für die Stadt sei nur ein städtisches Gelände als Standort in Frage gekommen, da sei einzig eben dieser Parkplatz in Frage gekommen. „Da kam bei uns keine Freude auf“, so Diehl.

Bei den Anwohnern der Eckstraße auch nicht. Das Fazit der Sitzung nun: Man solle nun die ersten Wochen des Betriebs beobachten und prüfen, welche Auswirkungen die örtliche Neuregelung der Grünschnitt-Abgabe für den Ort und vor allem die Anwohner der Eckstraße tatsächlich hat. Grundsätzlich sei man auch für alle Vorschläge für einen alternativen Standort offen, „da ist nichts in Stein gemeißelt“. Und was Diehl noch wichtig war: Die aktuelle Lösung sei kein Wunsch des Ortsrates, vielmehr müsse man ein Landesgesetz – weitergetragen von der Stadt – vor Ort so gut wie möglich umsetzen.