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Adventskalender
Jeder Kalender wird zum Glückslos

Die Kinder der Kita „Maria vom Frieden“ zeigten den Verantwortlichen von Lions-Hilfe und Lions-Club anlässlich der Vorstellung des neuen Adventskalenders, wie man Integration zum Leuchten bringen kann.
Die Kinder der Kita „Maria vom Frieden“ zeigten den Verantwortlichen von Lions-Hilfe und Lions-Club anlässlich der Vorstellung des neuen Adventskalenders, wie man Integration zum Leuchten bringen kann. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Mit dem Verkauf von Adventskalendern sammeln Lions-Hilfe und Lions-Club wieder Geld für caritative Zwecke. Von Thorsten Wolf

Was gehört zur Adventszeit in jedem Fall dazu? Neben Glühwein und Nikolausmarkt natürlich auch ein richtiger Adventskalender. Für einen ganz besonderen sorgt seit vielen Jahren die Lions-Hilfe Homburg-Saar-Pfalz als gemeinnützige Organisation des Lions Clubs Homburg-Saar-Pfalz. Teil der Adventskalender-Aktion, in diesem Jahr zum neunten Mal, ist auch die offizielle Vorstellung des Weihnachts-Countdowns – immer an einem anderen Ort und immer vor dem Hintergrund einer gesonderten Spendenaktion.


So war diesmal die katholische Kita Maria vom Frieden“ in Erbach Schauplatz der Präsentation. Dorthin hatte die Lions-Hilfe 4000 Euro gespendet, um so vor Ort eine besonderes Programm der Musikschule Homburg zu unterstützen. Dieses Programm verbindet musikalische Früherziehung mit einem interkulturellen Ansatz. „Mit diesem Projekt soll die Freude an der Musik geweckt werden“, und das, so Dieter Morgenroth, der erste Vorsitzende der Lions-Hilfe in einer Pressemitteilung, mit dem Ziel, die soziale Kompetenz, das Selbstbewusstein und vor allem auch den Umgang mit unterschiedlichen Kulturen zu stärken und zu fördern.

Welche positiven Effekte das Projekt der Musikschule Homburg zwischenzeitlich hat, davon konnten sich veranwortliche Vertreter der Lions-Hilfe und des Lions-Clubs mit Dieter Morgenroth an der Spitze zu Beginn der Woche bei der Vorstellung des Lions-Adventskalenders selbst ein Bild machen – mit den Ohren, denn: Kinder der Kita präsentierten gleich zu Beginn ein musikalisches „schönen guten Morgen“ in ganz vielen Sprachen, vom afrikanischen Kontinent über Türkisch, Polnisch, Arabisch bis hin zu Englisch, Russisch, Französisch, Italienisch und natürlich auch Saarländisch - „eben in allen Sprachen, die hier bei uns in der Kita gesprochen werden“, so Leiterin Monika Mathieu.



So mehrsprachig begrüßt bekamen die Lions-Helfer einen guten Eindruck davon, wie Intergration an der Basis im Alltag und abseits großer Diskussionen tatsächlich funktioniert – und wo sie am besten geschehen sollte: Bei den Kleinsten. Es war ein lustiges Bild, das sich da bot, es wurde nicht nur gesungen, sondern auch mit Kerzenlicht getanzt. Und auch Anke Eiswirth, die im Auftrag der Musikschule Homburg für das interkulturelle Musikprojekt verantwortlich zeichnet, hatte mit den Kindern einen hörenswerten Auftritt.

Kindgerecht verzichtete Dieter Morgenroth auf eine offizielle Ansprache, beantwortete aber nach den Vorführungen gerne einige Fragen unserer Zeitung – so nach dem Hintergrund für die Förderung des Musikschul-Projekts an der Kita „Maria vom Frieden“.

Der Impuls, erklärte Morgenroth, sei von Professor Hans Maurer gekommen, „er ist der Musikszene in Homburg ja sehr verbunden. Und nachdem uns Carola Ulrich, die Leiterin der Musikschule Homburg, das Konzept vorgestellt hat, haben wir im Vorstand spontan gesagt: Das ist eine tolle Sache. Vor allem auch, wenn man das sehr multikulturelle Umfeld dieser Kita betrachtet. Es ist erstaunlich, was man hier mit Musik erreichen kann. Die Motorik wird geschult, das Miteinander funktioniert.“ Deswegen, so Morgenroth, habe man sich seitens der Lions-Hilfe bereit erklärt, mit 4000 Euro rund die Hälfte der Kosten zu übernehmen.

Dass die Lions-Hilfe solche Zuwendungen machen kann, und hier schließt sich der Kreis zwischen der Unterstützung von Projekten wie dem an der Kita „Maria vom Frieden“ und der Vorweihnachtsaktion des Vereins, liegt eben auch am jährlichen Verkauf des Adventskalenders, der eigentlich eine echte Weihnachtslotterie ist. Morgenroth: „Der Adventskalender ist seit neun Jahren die Haupt-Einnahmequelle der Lions-Hilfe.“

In diesem Jahr stehen wieder insgesamt 2200 Kalender zum Preis von je fünf Euro zum Verkauf. Und für diese fünf Euro nimmt der Besitzer sowohl an der Hauptverlosung als auch an den jeweiligen Tagesziehungen teil. Insgesamt gibt es in diesem Jahr 230 Preise im Gesamtwert von rund 6000 Euro zu gewinnen. Hauptgewinn ist eine Uhr im Wert von 1000 Euro, die Gewinnernummer findet sich natürlich hinter Türchen 24.

Der erwartete Erlös aus der Adventskalender-Aktion von rund 10 000 Euro, mit zusätzlichen Geldspenden, soll sozialen Projekten der Kinder- und Jugendarbeit, aber auch Senioren zu Gute kommen. In der Vergangenheit wurden  die Schule am Webersberg, das Palliativ-Zentrum des Universitätsklinikums und auch das Austausch-Programm des Saarpfalz-Gymnasiums mit Georgien finanziell unterstützt.