Das graue Schmuddelwetter schlägt aufs GemütDas graue Schmuddelwetter schlägt vielen Menschen aufs Gemüt

Das graue Schmuddelwetter schlägt aufs GemütDas graue Schmuddelwetter schlägt vielen Menschen aufs Gemüt

Es ist ein jährlich wiederkehrendes Auf und Ab. Im Herbst und Winter schlägt das grau in grau, das Schmuddelwetter, die frühe Dämmerung aufs Gemüt. Man verfällt in Unwohlsein, Müdigkeit, Erschöpfung oder sogar Depression, gekoppelt mit einem Heißhunger auf Süßes, was oft mit einer Gewichtszunahme einhergeht

Es ist ein jährlich wiederkehrendes Auf und Ab. Im Herbst und Winter schlägt das grau in grau, das Schmuddelwetter, die frühe Dämmerung aufs Gemüt. Man verfällt in Unwohlsein, Müdigkeit, Erschöpfung oder sogar Depression, gekoppelt mit einem Heißhunger auf Süßes, was oft mit einer Gewichtszunahme einhergeht. Im Frühjahr und Sommer folgt dann stets ein Stimmungshoch mit gesteigerter Aktivität und Wohlbefinden. Der entscheidende Faktor in diesem Zusammenhang ist das Licht. Wir brauchen das Licht, um unseren Organismus mit der Tages- und Jahreszeit zu synchronisieren. Der Mangel des natürlichen Tageslichts mit seiner Intensität und seinem Lichtspektrum wirkt auf viele biologischen Vorgänge in unserem Körper verändernd ein. Bei der großen Gruppe von Menschen, bei denen Symptome so stark ausgeprägt sind, dass sie weit über das Maß einer einfachen Befindlichkeitsstörung hinausgehen und fast als unerträglich empfunden werden, hat man vor etwa zehn Jahren das Krankheitsbild "SAD" = Saisonal Abhängige Depression definiert. Während in unseren Breiten im Juni durchschnittlich knapp sieben Stunden am Tag die Sonne scheint, sind es im November nur noch etwa zwei Sonnenscheinstunden täglich. Licht wirkt auf die Produktion des körpereigenen Hormons Melatonin, das unter anderem den Schlaf/Wachrhythmus beeinflusst sowie auf die Serotoninbildung (ein Überträgerstoff im Gehirn, dessen Mangel zu Depression führt). Etwa zehn Prozent der Bevölkerung leidet unter dieser SAD mit folgenden Symptomen: Unausgeglichenheit, Lustlosigkeit, Stimmungslabilität, soziale Zurückgezogenheit, erhöhtes Schlafbedürfnis, morgendliche Müdigkeit, erhöhte Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche, Leistungsabfall, rasche Ermüdbarkeit, Verlangen nach Süßigkeiten und damit verbunden Gewichtszunahme. In der Behandlung hat sich die Lichttherapie gut bewährt. Hierbei sitzt der Patient vor einer speziellen Lichtbank. Bei einer Lichtstärke von 10 000 Lux genügt pro Tag eine halbe Stunde, bei 3000 Lux sind es 2,5 Stunden. Ist eine Lichttherapie nicht wirksam, helfen moderne Antidepressiva. Im Gegensatz zu Schlaf- und Beruhigungsmitteln machen diese nicht süchtig. Als allgemeiner Ratschlag für die düstere Jahreszeit kann gelten: viel Bewegung in frischer Luft. Selbst ein Spaziergang bei bedecktem Himmel ist wegen des natürlichen Strahlenspektrums besser, als sich in noch so hell beleuchten Räumen aufzuhalten.

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